Die Performance findet 2 mal hintereinander statt. Um 18:00 Uhr und 18:45 Uhr. Sie dauert jeweils ca. 30 Minuten. Es gibt nicht viele Plätze. Bitte melde dich vorher hier an.
„A Dusty Story“ [Deutsch: Eine staubige Geschichte] ist eine Performance der Künstlerin Olga Hohmann. Sie ist eine Mischung aus Erzählung, Theaterstück und Konzert. Mit der Performance denkt die Künstlerin über eine scheinbar einfache Frage nach: Warum erzählen Märchen nie, dass Dornröschen nach hundert Jahren Schlaf wahrscheinlich voller Staub gewesen sein muss? Dieser Gedanke stammt von dem Philosophen Georges Bataille. Davon ausgehend erzählt Olga Hohmann eine poetische Geschichte. Es geht um Schlaf, Zeit, Vergessen und das Vergehen von allem. Und es geht darum, wer eigentlich Geschichten und Märchen erzählt und wie sie erzählt werden.
Staub wird dabei zu einem wichtigen Bild. Denn Staub ist das, was bleibt, wenn alles vorbei ist. Hausstaub zum Beispiel besteht zum großen Teil aus unseren eigenen Hautschuppen. Wir Menschen reagieren also oft allergisch auf uns selbst. Auf einen Teil unseres Körpers, der schon zur Vergangenheit gehört. Dieser Gedanke hat die Künstlerin inspiriert.
Wie Dornröschen wachen auch einige Skulpturen im öffentlichen Raum von Osnabrück aus einem langen Schlaf auf. Diese Skulpturen führen als roter Faden durch die Performance. Ähnlich wie bei einem Stadtrundgang. Olga Hohmann macht dabei zum Beispiel Werke von Heike Maria Unvorstellbar, Joachim Bandau, Fritz Szalinski, Axel Gundrum und Rainer Kriester sichtbar. Man kann sagen, sie „entstaubt“ diese Arbeiten. Ein wichtiges Thema ist das Stimme-Geben. Dazu fragt die Künstlerin mit der Performance: Wie findet man die eigene Stimme? Wie kann man Menschen eine Stimme geben, die nicht da sind oder nicht gehört werden? Was würden zum Beispiel weibliche Märchenfiguren erzählen, wenn sie selbst sprechen dürften?
Die Performance zeigt auch: Viele Stimmen zu hören und hörbar zu machen ist wichtig. In geschriebenen Geschichten und auch im Klang. Dazu führt Olga Hohmann zusammen mit zehn Sänger:innen des Osnabrücker Chors Vokalconsort für die Performance ein neues Chorstück auf. Die Leitung hat Stefan Lutermann. Das Stück heißt „Dornröschens Staub“ und wird zum ersten Mal aufgeführt. Die Musik wurde von Olga Hohmann zusammen mit dem Komponisten Yannick Wittmann geschrieben. Das Musikstück ist ein Kanon. Ein Kanon ist Musik, bei der mehrere Menschen dieselbe Melodie zeitversetzt singen. Er hat den Rhythmus von einer Atemtechnik. Diese Technik zum Atmen kann sonst helfen, besser einzuschlafen.
Die Kleidung für den Chor und für Olga Hohmann gestaltet Eva Noeske in Zusammenarbeit mit dem Kostümfundus des Theater Osnabrück. Die Kostüme beschäftigen sich mit Beständigkeit, Vergänglichkeit und Bewegung.
Die Performance findet im Bürgergehorsamturm an der Hasemauer statt. Der Ort ist besonders im Raum und im Klang. Der Raum ist nicht beheizt. Es gibt teilweise Sitzplätze. Der Zugang ist nicht rollstuhlgeeignet und damit nicht barrierefrei. Bei eingeschränkter Mobilität kann vorher eine Assistenz organisiert werden.
Kontakt für eine Assistenz, Fragen und Anliegen:
Frau Annegret Haunhorst
haunhorst@osnabrueck.de
Tel.: 0541 323 4449