Fünf Werkstätten: Ton, Gewebe, Metall, Farbe, Holz

Bauhäuslerin in der Tischlerei des Bauhauses Dessau, Foto: Edmund Collein, 1928–1929. Quelle: www.bauhaus100.de

 

kuratiert von Manila Bartnik

1919 gründete der Berliner Architekt Walter Gropius das Bauhaus als interdisziplinär arbeitende und international ausgerichtete Hochschule für Gestaltung in Weimar. Hier sollte Kunst, Architektur und Handwerk zu einer idealen Verbindung gebracht werden und den Bau als Gesamtkunstwerk schaffen. Am Beginn der pluralistischen Ausbildung stand – zumindest in der ersten Phase des Bauhauses – der Vorkurs.

Hier wurde den Bauhaus-Studierenden auf pädagogisch neue und experimentelle Weise der Umgang mit dem Werkmaterial vermittelt. Der Vorkurs verfolgte das Ziel, schöpferische Kräfte zu entwickeln, die eigenen Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen sowie sich von überholten Formvorstellungen und Klischees zu befreien. Er vermittelte allen Studierenden gestalterische Grundlagen über die Erforschung der jeweiligen Materialien als Ausgangspunkt. Dieser einheitliche Ansatz eröffnete Möglichkeiten der Verständigung und Zusammenarbeit aller künstlerischen, formgestalterischen und architektonischen Disziplinen. Nicht zuletzt sollte der Vorkurs das analytische Denken fördern und zum ökonomischen, material- und technologiegerechten Entwerfen anleiten.

Im Rahmen des Vermittlungsprogramms für die Ausstellung „Crossing Lines“ bietet die Kunsthalle Osnabrück eine Werkstatt an, die sich auf diese Vorlehre bezieht. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem praktischen Umgang mit jeweiligem Material sowie der Auseinandersetzung und Untersuchung des solchen. Die Werkstatt öffnet zu den regulären Besucherzeiten und darf von allen Gästen gemäß den Werkstattregeln genutzt werden. Dabei stehen Experimentieren und Forschen mit dem Werkmaterial im Vordergrund.

Eine intensivere Erfahrung vermitteln die Workshops in der Werkstatt, die von Künstlerinnen und Künstlern als „Werk- und Formmeisterinnen und Formmeister“ begleitet werden.

 

Hierzu lädt die Kunsthalle Sie/Euch herzlich ein:

 

W e r k s t a t t p l a n   9/10/11 2019

 

Ton

Gewebe

Metall

Farbe

Holz

Öffnungszeiten *

 

3. bis 15. September

 

17. bis 29. September

 

1. bis 13. Oktober

 

15. bis 20. Oktober

 

22. Oktober bis 3. November

Workshop

 

12. September

donnerstags

18 bis 20 Uhr

 

19. September

donnerstags

18 bis 20 Uhr

 

12. Oktober

samstags

15.30 bis 17.30 Uhr

 

19. Oktober

samstags

10.00 bis 12.00 Uhr

 

26. Oktober

samstags

15.30 bis 17.30 Uhr

  Workshopleitung 

 

David Rauer

 

Hiltrud Schäfer

 

Monika Witte

 

Manila Bartnik

 

Merle Lembeck

 

>>>>> HINWEIS: Der Workshop "Holz" mit Merle Lembeck am 26. Oktober in der Bauwerkstatt der Kunsthalle Osnabrück ist bereits ausgebucht.

 


Come Along

Experimentelle Gehübung, Schüler für Schüler, BBS Melle.
Foto: Kunsthalle Osnabrück.

 

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2019 laden wir Sie zu einer besonderen Erfahrung des Gehens ein:

Come Along ist eine Einladung, sich zu konzentrieren, sich präsent zu fühlen und sich und vielleicht auch andere wahrzunehmen, indem man etwas Vertrautes tut - das Gehen. Beim Slow Walk, einer besonderen Erfahrung des Gehens, versuchen wir bewusst, schweigend und möglichst langsam zu gehen.

Nach einer Einführung in der Kunsthalle Osnabrück teilen wir uns in zwei Gruppen auf und dann geht’s los: Die eine Gruppe wird ihren Slow Walk vom Dom zur Marienkirche gehen, die andere Gruppe startet an der Marienkirche und geht Richtung Dom. Spannend wird vor allem der Begegnungsmoment: An welcher Stelle treffen beide Gruppen aufeinander? Wie nimmt man das aufeinander Zugehen oder aneinander Vorbeigehen wahr?

>>>> Come Along – ohne Anmeldung, am 19.09.2019 um 19 Uhr. Treffpunkt ist die Kunsthalle Osnabrück.

Weitere Infos zur Europäischen Mobilitätswoche 2019: https://mozu-os.info/emw/

 


Filmvorführung

 

23. Oktober 2019, 19 Uhr

>>> in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen, martini|50 – Forum für Architektur und Design und Film- und Bildungsinitiative (FBI), Stadt Osnabrück

 

Die Architektenkammer Niedersachsen und der Filmclub Baukultur holen die Architekturfilmtage 2019 für insgesamt drei Abende an verschiedene und besondere Orte nach Osnabrück. Jeweils im September, Oktober und November begleiten prominente Gäste die aktuellen Architekturdokumentationen und stellen sich dem Publikumsgespräch.

Am 23. Oktober 2019, 19:00 Uhr wird in der Kunsthalle Osnabrück der Dokumentarfilm „Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus“ aus dem Jahr 2018 von Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch gezeigt.
Vor dem Hintergrund des 100. Bauhaus-Jubiläums erzählt der Dokumentarfilm nicht nur Kunst-, sondern Zeitgeschichte, er öffnet Augen, ist viel mehr als eine Geschichte des Bauens. Ihm gelingt eine Kulturgeschichte des modernen Raumdenkens, die so fesselnd wie erhellend ist. Die Einführung hält Dr. Jan Lubitz, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege.

 

Anmeldung erforderlich unter: info(at)kuhlfrenzel.de oder telefonisch 0541 – 408 950

 

>>>>> HINWEIS: Die Filmvorführung "Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus" ist bereits ausgebucht. Wir freuen uns über das rege Interesse.

 


Das Begleitprogramm zur Ausstellung "INVENTUR" von Katharina Hohmann. Zum Download einfach anklicken!

Grafikdesign und Satz: © Carsten Wittig 2019

Die Finissage - die diesmal fast eine "Komplet" ist ...

Samstag, 6. April 2019 | 17 - 20 Uhr

 

Die "Komplet" (lat. completus: vollständig, abgeschlossen) ist das Nacht- und Abschlussgebet im Stundengebet der Christen und gehörte wohl auch für die Mönche des Dominikanerklosters zum täglichen Ritual.

Am vorletzten Tag der Ausstellung INVENTUR von Katharina Hohmann wollen wir am 6. April 2019 noch einmal zusammenkommen ˗ nicht zu einem Gebet, sondern zu einem kleinen Abschiedsfest. Neben einem eher mönchischen, aber appetitlichen Mahl mit Brot, Wasser und Wein, zu dem wir Sie an diesem Abend einladen möchten, haben wir für Sie ein vielfältiges Programm zusammengestellt:

 

17.00 - 19.45 UHR | PERFORMANCE | JULIE MONOT: HANDY  

 

Julie Monot: HANDY, Performance, Foto: Julien Gremaud.

Julie Monot, Foto: Julie Monot.

 

Die Künstlerin Julie Monot ist 1978 in Lausanne geboren und lebt und arbeitet auch dort. Julie Monot  schloss ihr Studium an der "HEAD - Genève, Haute école d'art et de design" mit einem Bachelor of Visual Arts ab und studiert derzeit an der ECAL in Lausanne. Sie arbeitet mit verschiedenen Medien wie Performance, Video, Fotografie oder Installation.

Ihre Arbeit konzentriert sich unter anderem auf die Grenzen der körperlichen Äußerlichkeit und ihre Repräsentationsweisen. Ihr Aufruf zur Transformation wurzelt in ihrer bisherigen beruflichen Karriere als Maskenbildnerin und ihrer Erfahrung im Bereich der Performancekunst.

Sie wird den Besucherinnen und Besuchern in der Kunsthalle Osnabrück als eine anthropomorphe Skulptur begegnen, die aus einer anderen Welt zu kommen scheint, und als diese eine Verbindung zwischen den Beobachtern und den Werken der Ausstellung bildet. Langsame Bewegungen, verschiedene skulpturale Posen und der weibliche Körper, die der eher männlich besetzen Geschichte des Raumes gegenübersteht, sind zentral für ihre Performance.

 

17.00 - 19.00 UHR | KINDERWERKSTATT "SPIEGLEIN, SPIEGLEIN IN DER HAND..." | MANILA BARTNIK

 

Kinderwerkstatt "Spieglein, Spieglein in der Hand..." mit Manila Bartnik, Foto: Angela von Brill.

Katharina Hohmann: Räuberleitern, Inventur, 2019, Foto: Angela von Brill.

 

In Katharina Hohmanns Ausstellung gibt es an verschiedenen Orten Spiegel oder Spiegelungen zu entdecken, durch die man den Raum noch einmal ganz neu betrachten kann. Zum Beispiel schaut man in einen Eimer und dort erscheint das Deckengewölbe, Leitern und Säulen scheinen in den Boden hinabzuführen oder man hat den Eindruck, dass sich vor einem der Boden auftut.

Wie bereits bei der Eröffnung haben Kinder bei der Finissage die Möglichkeit, gemeinsam mit Manila Bartnik aus unserem Vermittlungsteam, ihre eigenen Spiegel aus einfachen Materialien herzustellen und damit den Raum zu erkunden.

 

17.15 - 17.30 UHR | STIMME | FRANZISKA WELTI 

 

Franziska Welti, Foto: Michael Lio.

 

Franziska Welti ist als Sängerin in der Musik des Frühbarocks bis zum 21. Jahrhundert ebenso zuhause wie in der frei improvisierten Musik. Immer wieder wirkt sie bei Uraufführungen mit (u. a. am Theater Basel)  und arbeitet regelmäßig mit verschiedenen Ensembles für Alte und Neue Musik zusammen (Sonar Quartett Berlin, Ensemble Sarband, Ensemble TaG Winterthur, ensemble für neue musik zürich, Swiss Improvisers Orchestra). Seit einigen Jahren ist Franziska Welti immer häufiger mit eigenen Projekten unterwegs (z. B. Musik im Reservoir, Performance zur blauen Stunde, Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.

Als Künstlerin kreiert sie Klanginstallationen, in denen die menschliche Stimme, der Gesang, immer wieder eine zentrale Rolle spielt und sie dem Singen als urmenschlicher Ausdrucksform noch auf anderen Ebenen nachspürt. Franziska Welti unterrichtet Sologesang und Stimmimprovisation am Konservatorium Winterthur, leitet die Singfrauen Winterthur, die Singfrauen Berlin und das Vokalensemble vox feminae.  

Für unsere Finissage wird Franziska Welti zum Auftakt des Abends, das Kirchenschiff mit einem Gesang begrüßen, es zum Klingen bringen. Mit der Stimme einer Sängerin im 21. Jahrhundert, lässt sie sich von INVENTUR inspirieren und aktiviert die Ausstellung mit einer noch nie gehörten so freien, wie dialogischen Improvisation.     

 

17.30 - 18.00 UHR | GESPRÄCH | DR. ULRICH WINZER & KATHARINA HOHMANN

 

NLA OS Rep. 10, Nr. 34, Foto: Katharina Hohmann.

Dr. Ulrich Winzer, Foto: Privat.

 

Der Historiker Dr. Ulrich Winzer war an der Entwicklung der Ausstellung INVENTUR in nicht unerheblichem Maße beteiligt, denn ohne seine Kenntnisse und Fähigkeiten, die alten Handschriften, die Katharina Hohmann als Inspirationsquelle dienten, zu lesen, zu transkribieren und aus dem Lateinischen zu übersetzen, wäre z. B. die Entstehung des Hörarchivs nicht möglich gewesen. Bei der Finissage werden ausgewählte Texte daraus nicht nur zu hören sein. Er wird gemeinsam mit Katharina Hohmann über sie sprechen und uns so sicherlich an der einen oder anderen Stelle an seinem historischen Wissen teilhaben lassen.

Dr. Ulrich Winzer studierte Geschichte und Anglistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und promovierte 1985 zu Mittelalterlicher Geschichte. Seitdem war er u. a. am Institut für Frühmittelalterforschung der Universität Münster sowie in verschiedenen Museen und Archiven tätig, u. a. im Stadtarchiv Münster, im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster und im Museum Industriekultur Osnabrück. Er ist seit 2015 Mitarbeiter des Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. Gemeinsam mit Susanne Tauss hat er 2017 den Tagungsband "Miteinander leben? Reformation und Konfession im Fürstbistum Osnabrück 1500-1700" herausgegeben und hat zuletzt die Tagung "'Es hat also jede Sache ihren Gesichtspunct ...' Neue Blicke auf Justus Möser", die vom 14. - 16. März 2019 in Osnabrück stattfand, geplant und durchgeführt. Ein zugehöriger Tagungsband erscheint Anfang 2020 zum Beginn des Möser-Jubiläumsjahres.

 

18.15 - 19.30 UHR | PERFORMANCE | OLGA HOHMANN & LUKAS KESLER: WILD WEST   

 

Lukas Kesler, Foto: Amelie Kahn-Ackermann.

Olga Hohmann, Foto: Angela von Brill.

 

Seit 1500 sind weltweit fast zweihundert Vogelarten ausgestorben. Darüber hinaus gilt eine unbekannte Anzahl als verschollen. In Europa ist in historischer Zeit lediglich einer für immer verschwunden - der "Riesenalk". 

In ihrer Performance "Wild West" werden Olga Hohmann und Lukas Kesler die gesamte Liste dieser verschollenen Vogelspezies Stück für Stück fiktiv vertonen. Es handelt sich dabei um ein Requiem für all diese in der Vergangenheit verschwundenen Federtiere, deren Namen fast ebenso melodiös klingen wie ihre Gesänge.

Obwohl es sich um so etwas wie Gedenk-Musik handelt, ist es auch ein in die Zukunft gerichteter Gesang: Aufgrund der Datenlage gehen Forscher davon aus, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mindestens zehn Vogelarten pro Jahr aussterben werden.

Lukas Kesler und Olga Hohmann arbeiten seit 2017 regelmäßig zusammen. Am Bauhaus Dessau konzipierten sie die Performance "Das Neuere Testament", in der sie beide auch als Akteure auftraten. Im darauffolgenden Jahr realisierten sie gemeinsam Olga Hohmanns Diplomarbeit "Tränen - Ein Abend für Freunde", sowie "The Last Supper", einen als Abendmahl inszenierten Rundflug in einer Propellermaschine.

Lukas Kesler wurde 1989 in Berlin geboren und hat dort Architektur und Szenographie an der Technischen Universität studiert. Er arbeitet als Bühnenbildner, Ausstellungsgestalter und freier Künstler.

Olga Hohmann wurde 1992 geboren und ist in Berlin und Weimar aufgewachsen. Sie studierte von 2012 bis 2018 Theaterregie an der Ernst Busch Hochschule in Berlin und macht seit 2018 einen Master in Freier Kunst am Piet Zwart Institute in Rotterdam. 

 

19.30 - 19.45 UHR |  FILMSCREENING | ALFRED THYKE: CIRCUS IN DER KIRCHE

 

Alfred Thyke: Circus in der Kirche, Filmstill, 1982.

Filmdose, Foto: Kunsthalle Osnabrück.

 

Bei einer Aufräumaktion in den Archiven der Kunsthalle Osnabrück hat unser für Auf- und Abbau angestellter Techniker Andreas Zelle eine alte Filmdose entdeckt. Der Inhalt: Eine Super-8 Filmrolle eines Kurzfilms mit dem Titel "Circus in der Kirche" und die Kopie eines Zeitungsartikels aus der NOZ vom 17. Dezember 1982. Dieser informiert darüber, dass Alfred Thyke, Macher des Films, für den siebenminütigen Film eine Auszeichnung für eine "außergewöhnliche Reportage" bei einem Wettbewerb für Kinderfilme in Berlin erhielt.

Der alte Film wurde digitalisiert, um nun zum Abschluss des Abends, den Circus nochmal ins Kirchenschiff einzulassen! Vielleicht weckt er bei der ein oder anderen Person Erinnerungen an diese Vorstellung des Kinderzirkus Appelloni aus Hamburg oder andere vergangene Ereignisse und

Veranstaltungen im Dominikanerkloster und der Kunsthalle Osnabrück. 

 

Der Eintritt ist ab 17 Uhr für alle Besucher auf 3 € ermäßigt!

Herzlich willkommen! 

 

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum und Domschatzkammer Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesarchiv - Standort Osnabrück statt. Sie wird gefördert durch die FROMM Stiftung - Institut für kulturelle Leitformen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.  

Das Kunstvermittlungsprogramm wird unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V. 

 


Künstlergespräch und Ausstellungsrundgang mit Katharina Hohmann

Katharina Hohmann, 2019. Foto: Angela von Brill.

 

23. März 2019, 16 Uhr

Wir freuen uns, dass Katharina Hohmann erneut nach Osnabrück kommt. Herzlich sind Sie am 23. März 2019 um 16 Uhr zu einem Künstlergespräch und Rundgang durch ihre Ausstellung INVENTUR eingeladen.

Sie können mit der Künstlerin ins Gespräch über ihre Arbeit und die Ausstellung kommen und Ihre offenen Fragen über diese an sie richten: Warum arbeitet Katharina Hohmann in der Kunsthalle mit Materialien aus dem Gerüstbau? Wofür steht das Gerüst aus ihrer Sicht und warum trägt ein so männlich konnotiertes Objekt an einigen Stellen eine Farbe, die eher der Weiblichkeit zugeschrieben wird - nämlich rosa? Was haben Betten, auf denen Getreide angehäuft ist, mit der Geschichte des Dominikanerklosters zu tun? Warum wählte sie diese oder jene längst vergessene Geschichte für ihr Hörarchiv und als Inspiration für ihre Ausstellung aus und wie aktuell ist diese Vergangenheit für unser heutiges Leben? Was bedeuten die Worte OMNIBUS AFFLUENTER, als Neonschrift ganz oben im Gewölbe des Kirchenschiffs installiert, für uns heute und warum malt die Künstlerin 578 Aquarelle nach einer alten Inventarliste?

Erfahren Sie bei einem durch Katharina Hohmann persönlich geleiteten Rundgang mehr über die Ausstellung INVENTUR und zu den Hintergründen, Inhalten, Konzepten und Ideen. Die vielfältigen Installationen machen nicht nur einzelne Geschichten und die Geschichte des Ortes erfahrbar, sondern formen ihn auf künstlerische Weise um. Katharina Hohmann lädt nicht nur zum Schauen ein, sondern zu einer Wahrnehmung dieses besonderen Raumes mit fast allen Sinnen und fordert nicht zuletzt auch zum Gehen, zum Wechsel der Perspektive, auf - hinauf aufs Gerüst und um die Kunsthalle herum.

Wenn Sie mit der Künstlerin und der Kuratorin Dr. Julia Draganović ein letztes Mal gemeinsam durch ihren Ausstellungsparcours gehen möchten, melden Sie sich bitte per E-Mail an haunhorst(at)osnabrueck.de oder telefonisch unter 0541 323 2263 bei Anne Haunhorst an.

 

Kosten: 2 € Aufpreis zum Eintrittsgeld

Dauer: ca. 90 Minuten

 

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum und Domschatzkammer Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesarchiv - Standort Osnabrück statt. Sie wird gefördert durch die FROMM Stiftung - Institut für kulturelle Leitformen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.  

Das Kunstvermittlungsprogramm wird unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V.


Kuratorinnenrundgang mit Dr. Julia Draganović

Katharina Hohmann und Dr. Julia Draganovic. Foto: Angela von Brill.

 

Am morgigen Donnerstag, den 14. März 2019 haben Sie noch einmal die Möglichkeit, an einem Kuratorinnenrundgang mit Dr. Julia Draganović, Direktorin der Kunsthalle Osnabrück, durch die aktuelle Ausstellung INVENTUR von Katharina Hohmann teilzunehmen, bevor sie Osnabrück im Sommer verlässt und die Leitung der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo übernehmen wird.

Katharina Hohmanns künstlerische Installationen in der Kunsthalle Osnabrück sind von  Archivalien, alten Fotografien, Listen, Urkunden, Plänen und Geschichten zum ehemaligen Dominikanerkloster inspiriert. Sie transformiert dadurch diesen einzigartigen Ort und macht ihn auf eine neue Weise erlebbar. Sie öffnet neue Blickachsen, arbeitet mit Spiegelungen und unterschiedlichen Dimensionen, vermischt Innen- und Außenraum und spricht verschiedene Sinneswahrnehmungen an. Katharina Hohmanns Veränderungen des Raumes sind vor allem skulptural. Aus einem Baugerüst wird z. B. ein begehbares Readymade, welches seine Entstehung durch einen integrierten Film selbst erzählt, ein Objekt mit Stangen aus Metall ist zugleich ein „Modulor“ in Referenz auf Le Corbusier und ein Selbstporträt der Künstlerin und einfache Objekte draußen auf der Straße werden als skulpturale Doppelgänger in der Kunsthalle ausgestellt. Dr. Julia Draganović begreift den Raum selbst auch als Plastik. Diese wurde von Katharina Hohmann in der Gesamtheit, sowohl in ihren räumlichen als auch zeitlichen Schichten aufgenommen und bearbeitet: das Innere und Äußere, das Oben und das Unten und all die Geschichten, die den Raum geprägt und geformt haben.

Mit der Ausstellung INVENTUR ist es Dr. Julia Draganović erneut gelungen, eine inhaltlich vielfältige Ausstellung an einem nicht leicht bespielbaren Raum zu kuratieren und eine Künstlerin zu finden, die die Kunsthalle und ihr Kirchenschiff auf besondere Weise umgestaltet hat. Kommen Sie noch einmal mit ihr ins Gespräch und erfahren Sie im gemeinsamen Rundgang mehr über die Ausstellung INVENTUR.

Ganz ohne Anmeldung und für nur 2 € Aufpreis zum Eintrittsgeld.


Abteien, Stifte und Nachbarklöster - die Kunsthalle unterwegs zu ihren Schwester- und Bruderkonventen

Katharina Hohmann, Die letzten Mönche, Foto: Angela von Brill.

 

Eine Tagesfahrt in Kooperation mit dem Diözesanmuseum und Domschatzkammer Osnabrück und in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V.

Am 2. März 2019 möchten wir Sie zu einer Tagesfahrt zu zwei verschiedenen Klöstern in der Region, den Schwester- und Bruderkonventen des ehemaligen Dominikanerklosters Osnabrück, welches heute die Kunsthalle Osnabrück beherbergt, einladen.

Während Katharina Hohmann in ihrer Ausstellung INVENTUR, die vom 10. Februar bis 7. April 2019 in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen ist, die verschiedenen Zeitschichten, die das Dominikanerkloster geprägt, verändert und umgeformt haben, in künstlerischer Weise aufgreift und durchschreitet, erweitern wir die Annäherung an diesen besonderen Ort und stellen uns Fragen zu den heute um Osnabrück existierenden Ordensgemeinschaften.

Wie sah das Leben der Dominikanermönche eigentlich aus? Und wie unterscheidet es sich zum heutigen Ordensleben? Begleitet von der Künstlerin Katharina Hohmann und gemeinsam mit Dr. Hermann Queckenstedt, Direktor des Diözesanmuseums, als Experten machen wir uns auf zu einer Bus-Fahrt zu unterschiedlichen Klöstern in der Region. Wir erhalten Einblick in Welten, die für die meisten nicht unbedingt zugänglich sind, lernen vor Ort über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Orden und die Besonderheiten in der Region und begegnen vielleicht gar dem ein oder anderen Wunder.

Los geht’s am 2. März 2019 um 9.30 Uhr von der Kunsthalle Osnabrück zum Kloster Lage, unserer ersten Station. Diese 1245 ursprünglich einem Johanniterorden gestiftete Kommende ist seit 2000 ein Kloster von Dominikanerinnen, die uns herzlich empfangen und uns einen Blick in ihr Leben gewähren werden.

Anschließend geht es weiter zum freiweltlichen Stift Börstel. Das Besondere an diesem abgelegenen Damenstift im Wald ist dessen Bikonfessionalität: Während die Äbtissin evangelischer Konfession ist, ist ihre Stellvertreterin Katholikin. Zudem beeindruckt das ehemalige Zisterzienserinnenkloster durch einen sehr ursprünglichen Bauzustand.

Wir freuen uns auf neue Einblicke und Erfahrungen, ungewohnte Entdeckungen und spannende Gespräche.

 

Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte per Email an haunhorst(at)osnabrueck.de oder telefonisch unter 0541 323 2263 an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

Preise (ohne Verpflegung; zahlbar in bar bei Reiseantritt): 22 € Mitglieder der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V., 25 € Nichtmitglieder, 10 € KUKUK-Karteninhaber.

 

Abfahrt und Ende: Rechtsabbiegerspur Hasemauer Ecke Klingensberg


Tutorial zur HÖRBAR | screenshot | Film, Regie und Konzept: Manila Bartnik

 

Willkommen im Paradies der Klänge, Töne, Dissonanzen und Wohlgeräusche!

Zur aktuellen Ausstellung von William Engelen mit dem Titel "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" steht das Vermittlungsprogramm ganz im Zeichen der Klang- und Tonerzeugung und stellt dabei

die HÖRBAR vor - einen Raum für das eigene, akustische Experiment!

Die Türen der HÖRBAR sind erstmals zum Start der Ausstellung am 4. November von 11.30 Uhr bis 14 Uhr zum Experimentieren geöffnet, und im weiteren Verlauf der Schau in lockerer Folge immer mal wieder.

Vorhang auf für die HÖRBAR!

Auf einem langen Tisch werden unterschiedliche Alltagsgegenstände arrangiert und zugleich zahlreiche Bleistifte angeboten. Frei nach Alvin Luciers "Opera with Objects", einer Performance-Übung aus den 90er-Jahren und Lieblingsreferenz von William Engelen, gilt es, zwei Bleistifte in die Hände zu nehmen und mittels kleiner Schläge, einem selbstbestimmten Rhythmus folgend, die Dinge akustisch "abzutasten". Ein oder mehrere Interpreten tippen auf ein Objekt und erzeugen so Änderungen in der Klangfarbe und in der Lautstärke. Dieses Experiment untersucht die Resonanzeigenschaften von Alltagsgegenständen. Der Ton des Klopfens kann allerdings sehr unterschiedlich und manchmal sogar sehr erstaunlich sein. Eine der großen Überraschungen in der Vorbereitung der HÖRBAR war eine sehr kleine Streichholzschachtel, die sich als einer der lautesten Verstärker herausstellte und ohne weiteres die "Hauptstimme" in dieser Oper mit (gewöhnlichen) Objekten hätte übernehmen können...

Die Abteilung der Vermittlung der Kunsthalle möchte sowohl die Konzeptkunst als auch die Neue Musik, deren Sprachen und Vokabularien, ihre Gesten, ihre Materialien, ihre Aussagen und Anliegen begreiflich machen und sich dabei auf Grundlegendes konzentrieren: auf das Öffnen von Ohren, auf die Bewusstmachung von Geräuschen und Klängen, die den Alltag bestimmen und doch "Musik" sein können. Neben der HÖRBAR haben wir weitere Workshops und Programme zusammengestellt, die auf eine Erweiterung des Kunst- und Musikbegriffs in Richtung des Alltäglichen und Geräuschhaften zielen. Die unmittelbare "Musizierlust" soll dabei ebenso gefördert werden wie das experimentelle, gestische Erleben des Klanglichen.

Sollten Sie also die Eröffnung der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen und die Einweihung der HÖRBAR verpassen müssen, kein Problem - sie finden alle Formate, Vermittlungsangebote und Veranstaltungen auf der Website der Kunsthalle Osnabrück unter der Rubrik Kunst erleben: http://kunsthalle.osnabrueck.de/kunst-erleben.html. Hier finden Sie auch ein Tutorial-Video, dessen Skript die Künstlerin Manila Bartnik entwickelte und realisierte, zeigt, wie die HÖRBAR funktioniert und will dazu motivieren, selbst aktiv zu werden. Gemeinschaftlich oder alleine - die HÖRBAR ist eine Einladung zur Ton- und Klangerzeugung in ganz unterschiedlichen, selbst komponierten Settings und Szenarien.

Für die Buchung individueller Programmgestaltungen, Schulworkshops oder Lehrerbriefings wenden Sie sich bitte direkt an Christel Schulte, Leitung der Vermittlung, unter schulte.ch(at)osnabrueck.de | 0541-323-4575.

Die Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen und das Vermittlungsprogramm wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt. Das Programm der Kunsthalle Osnabrück wird vom Freundeskreis der Kunsthalle gefördert.


Vermittlungsprogramm zur Ausstellung

 

REVOLUTION & ARCHITEKTUR von Christoph Faulhaber

„Jedes Bild ist ein leeres Bild.“ Mit diesem Appell öffnet Christoph Faulhaber seine Arbeiten auf denkbar ideale Art und Weise dem Bereich der Kunstvermittlung. Denn wie Holger Kube Ventura in seinem Text „Bilder gegen Bilder“ richtig ausführt, bedeutet dies: Jedes Bild kann (oder muss?) gelesen, sichtbar gemacht, mit eigener Stellungnahme gefüllt und zum Ausgangspunkt eines anderen werden. Das gilt insbesondere für Bilder von Gesellschaft, von Öffentlichkeit und den darin verdeckt wirkenden Machtverhältnissen.

 

Viele interessierte Besucher der Kunsthalle erkennen diesen Aufruf inzwischen als Ermutigung zur eigenen Meinungsbildung und verstehen die Ermunterung, das eigene Bildarchiv zu öffnen und mit dem hier Gesehenen zu verknüpfen, als bereichernd und inspirierend gleichermaßen. Für diejenigen, die praktische, materialorientierte Experimente und/oder engagierte Diskussionsrunden lieben, seien die Rundgänge und Workshops der folgenden Seiten empfohlen. 

 


Vermittlungsprogramme zur Ausstellung

 

Symphonie eines Jahrhunderts von Andrea Mastrovito

Die Kunsthalle Osnabrück eröffnet am Sonntag, den 11. Februar  um 11 Uhr die Ausstellung „Symphonie eines Jahrhunderts“ mit neuesten Arbeiten des in New York lebenden Künstlers Andrea Mastrovito.

Eines der Hauptwerke der Ausstellung ist Mastrovitos Animationsfilm „NYsferatu“. Die Geschichte des Grafen Dracula, der im bekannten Film von Fritz Murnau den Namen „Nosferatu“ trägt, wird in die USA der Gegenwart verlegt, in die Zeit des 54. Präsidenten der Staaten von Amerika. Mastrovito geht der Frage nach, wovor Menschen heute Ängste haben, wie diese geschürt oder geradezu produziert werden und welche Gegenmittel zur Verfügung stehen. Der Film wird auf eine sechs Meter hohe Bücherwand im Chor des Kirchenschiffs der Kunsthalle projiziert.

Die Stadtbibliothek Osnabrück und ihre Leser/Innen standen Pate für die Buch-Installation des Kunstprojekts. Zur ortsbezogenen, künstlerischen Recherche des New Yorker Künstlers gehört es, die Ängste in ihren regionalen Dimensionen zu erforschen: Wovor hat man in Osnabrück und seiner Umgebung Angst hat? Was bereitet den Osnabrücker/Innen Furcht, Sorge und Unbehagen? Was empfinden sie als Bedrohung, Bedrängnis oder gar als existenzgefährdend? Eine eindrucksvolle „Wand der Sorgen“ ist inzwischen im Chor des Kirchenschiffs installiert: auf der Vorderseite als Projektionsfläche des Films „NYsferatu-Symphonie eines Jahrhunderts“ – auf der Rückseite als Bibliografie der Angst.


 

Was ist eigentlich Performance-Kunst und wie lässt sich das am besten herausfinden? Genau: MACHEN. SELBERMACHEN! Am 21. Oktober gehört die Kunsthalle Osnabrück allen, die immer schon einmal mit Tieren tanzen, eine Ketchup-Schlacht veranstalten, einem zufällig Vorübergehenden durch die Stadt folgen, Erwachsene fernsteuern oder eine „Was-passiert-dann-Maschine“ bauen wollten. PLAYING UP ist also genau richtig für Eltern und Kindern, die an zwei Tagen und mitten in der Kunsthalle miteinander spielen, neugierig sein und gemeinsam eigene Versionen berühmter Performances wagen wollen. PLAYING UP ist ein Spiel das Kinder und Erwachsene zusammenbringt!

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