Kuratorinnenrundgang mit Dr. Julia Draganović

Katharina Hohmann und Dr. Julia Draganovic. Foto: Angela von Brill.

 

Am morgigen Donnerstag, den 14. März 2019 haben Sie noch einmal die Möglichkeit, an einem Kuratorinnenrundgang mit Dr. Julia Draganović, Direktorin der Kunsthalle Osnabrück, durch die aktuelle Ausstellung INVENTUR von Katharina Hohmann teilzunehmen, bevor sie Osnabrück im Sommer verlässt und die Leitung der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo übernehmen wird.

Katharina Hohmanns künstlerische Installationen in der Kunsthalle Osnabrück sind von  Archivalien, alten Fotografien, Listen, Urkunden, Plänen und Geschichten zum ehemaligen Dominikanerkloster inspiriert. Sie transformiert dadurch diesen einzigartigen Ort und macht ihn auf eine neue Weise erlebbar. Sie öffnet neue Blickachsen, arbeitet mit Spiegelungen und unterschiedlichen Dimensionen, vermischt Innen- und Außenraum und spricht verschiedene Sinneswahrnehmungen an. Katharina Hohmanns Veränderungen des Raumes sind vor allem skulptural. Aus einem Baugerüst wird z. B. ein begehbares Readymade, welches seine Entstehung durch einen integrierten Film selbst erzählt, ein Objekt mit Stangen aus Metall ist zugleich ein „Modulor“ in Referenz auf Le Corbusier und ein Selbstporträt der Künstlerin und einfache Objekte draußen auf der Straße werden als skulpturale Doppelgänger in der Kunsthalle ausgestellt. Dr. Julia Draganović begreift den Raum selbst auch als Plastik. Diese wurde von Katharina Hohmann in der Gesamtheit, sowohl in ihren räumlichen als auch zeitlichen Schichten aufgenommen und bearbeitet: das Innere und Äußere, das Oben und das Unten und all die Geschichten, die den Raum geprägt und geformt haben.

Mit der Ausstellung INVENTUR ist es Dr. Julia Draganović erneut gelungen, eine inhaltlich vielfältige Ausstellung an einem nicht leicht bespielbaren Raum zu kuratieren und eine Künstlerin zu finden, die die Kunsthalle und ihr Kirchenschiff auf besondere Weise umgestaltet hat. Kommen Sie noch einmal mit ihr ins Gespräch und erfahren Sie im gemeinsamen Rundgang mehr über die Ausstellung INVENTUR.

Ganz ohne Anmeldung und für nur 2 € Aufpreis zum Eintrittsgeld.


Tutorial zur HÖRBAR | screenshot | Film, Regie und Konzept: Manila Bartnik

 

Willkommen im Paradies der Klänge, Töne, Dissonanzen und Wohlgeräusche!

Zur aktuellen Ausstellung von William Engelen mit dem Titel "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" steht das Vermittlungsprogramm ganz im Zeichen der Klang- und Tonerzeugung und stellt dabei

die HÖRBAR vor - einen Raum für das eigene, akustische Experiment!

Die Türen der HÖRBAR sind erstmals zum Start der Ausstellung am 4. November von 11.30 Uhr bis 14 Uhr zum Experimentieren geöffnet, und im weiteren Verlauf der Schau in lockerer Folge immer mal wieder.

Vorhang auf für die HÖRBAR!

Auf einem langen Tisch werden unterschiedliche Alltagsgegenstände arrangiert und zugleich zahlreiche Bleistifte angeboten. Frei nach Alvin Luciers "Opera with Objects", einer Performance-Übung aus den 90er-Jahren und Lieblingsreferenz von William Engelen, gilt es, zwei Bleistifte in die Hände zu nehmen und mittels kleiner Schläge, einem selbstbestimmten Rhythmus folgend, die Dinge akustisch "abzutasten". Ein oder mehrere Interpreten tippen auf ein Objekt und erzeugen so Änderungen in der Klangfarbe und in der Lautstärke. Dieses Experiment untersucht die Resonanzeigenschaften von Alltagsgegenständen. Der Ton des Klopfens kann allerdings sehr unterschiedlich und manchmal sogar sehr erstaunlich sein. Eine der großen Überraschungen in der Vorbereitung der HÖRBAR war eine sehr kleine Streichholzschachtel, die sich als einer der lautesten Verstärker herausstellte und ohne weiteres die "Hauptstimme" in dieser Oper mit (gewöhnlichen) Objekten hätte übernehmen können...

Die Abteilung der Vermittlung der Kunsthalle möchte sowohl die Konzeptkunst als auch die Neue Musik, deren Sprachen und Vokabularien, ihre Gesten, ihre Materialien, ihre Aussagen und Anliegen begreiflich machen und sich dabei auf Grundlegendes konzentrieren: auf das Öffnen von Ohren, auf die Bewusstmachung von Geräuschen und Klängen, die den Alltag bestimmen und doch "Musik" sein können. Neben der HÖRBAR haben wir weitere Workshops und Programme zusammengestellt, die auf eine Erweiterung des Kunst- und Musikbegriffs in Richtung des Alltäglichen und Geräuschhaften zielen. Die unmittelbare "Musizierlust" soll dabei ebenso gefördert werden wie das experimentelle, gestische Erleben des Klanglichen.

Sollten Sie also die Eröffnung der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen und die Einweihung der HÖRBAR verpassen müssen, kein Problem - sie finden alle Formate, Vermittlungsangebote und Veranstaltungen auf der Website der Kunsthalle Osnabrück unter der Rubrik Kunst erleben: http://kunsthalle.osnabrueck.de/kunst-erleben.html. Hier finden Sie auch ein Tutorial-Video, dessen Skript die Künstlerin Manila Bartnik entwickelte und realisierte, zeigt, wie die HÖRBAR funktioniert und will dazu motivieren, selbst aktiv zu werden. Gemeinschaftlich oder alleine - die HÖRBAR ist eine Einladung zur Ton- und Klangerzeugung in ganz unterschiedlichen, selbst komponierten Settings und Szenarien.

Für die Buchung individueller Programmgestaltungen, Schulworkshops oder Lehrerbriefings wenden Sie sich bitte direkt an Christel Schulte, Leitung der Vermittlung, unter schulte.ch(at)osnabrueck.de | 0541-323-4575.

Die Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen und das Vermittlungsprogramm wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt. Das Programm der Kunsthalle Osnabrück wird vom Freundeskreis der Kunsthalle gefördert.


Vermittlungsprogramm zur Ausstellung

 

REVOLUTION & ARCHITEKTUR von Christoph Faulhaber

„Jedes Bild ist ein leeres Bild.“ Mit diesem Appell öffnet Christoph Faulhaber seine Arbeiten auf denkbar ideale Art und Weise dem Bereich der Kunstvermittlung. Denn wie Holger Kube Ventura in seinem Text „Bilder gegen Bilder“ richtig ausführt, bedeutet dies: Jedes Bild kann (oder muss?) gelesen, sichtbar gemacht, mit eigener Stellungnahme gefüllt und zum Ausgangspunkt eines anderen werden. Das gilt insbesondere für Bilder von Gesellschaft, von Öffentlichkeit und den darin verdeckt wirkenden Machtverhältnissen.

 

Viele interessierte Besucher der Kunsthalle erkennen diesen Aufruf inzwischen als Ermutigung zur eigenen Meinungsbildung und verstehen die Ermunterung, das eigene Bildarchiv zu öffnen und mit dem hier Gesehenen zu verknüpfen, als bereichernd und inspirierend gleichermaßen. Für diejenigen, die praktische, materialorientierte Experimente und/oder engagierte Diskussionsrunden lieben, seien die Rundgänge und Workshops der folgenden Seiten empfohlen.