Vorschau

Crossing Lines

24. August bis 3. November 2019

kuratiert von Dr. Christian Oxenius und Jan Tichy

mit den Handabdrücken des Bauhaus Künstlers László Moholy-Nagy

und künstlerischen Arbeiten von

Heba Y. Amin, Jakob Gautel, Olaf Holzapfel, Reuven Israel, Kostis Velonis und Jan Tichy

Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums präsentiert die Kunsthalle Osnabrück die Ausstellung Crossing Lines, deren Konzept auf einem Fund in László Moholy-Nagys künstlerischem Nachlass basiert: einem analogen Abdruck seiner Hand von 1926. Der ungarische Künstler, eine führende Figur des Bauhauses, interessierte sich für Handlinien- und Zukunftsdeutungen und die Theosophie. Sie verbindet, aus der historischen Distanz betrachtet, nur vordergründig rationale und spirituelle Elemente der Menschheit, instrumentalisiert tatsächlich aber die Rationalität, um eine nur scheinbar auf ein gerechtes Gesellschaftsmodell abzielende Weltordnung zu legitimieren. Es lässt sich also in gewisser Weise aus Moholy-Nagys Handlinien jene Zukunft ablesen, die als „Moderne“ in den 1920ern bereits die fundamentalen Fehlentwicklungen zu Tage treten ließ.

Crossing Lines öffnet einen kuratorischen Reflexionsraum, der die Institution Bauhaus als ein Beispiel betrachtet, an dem sich die Idee der Moderne manifestierte. Dazu sind sechs zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die Rolle des Rationalismus gegenüber einer unbestreitbaren Präsenz spiritueller Elemente in der menschlichen Natur zu untersuchen und dabei unserem Bedürfnis, lebensweltlichen Zeichen weiterführende Bedeutungen beizumessen, nachgehen. Die ausgestellten Werke umfassen sowohl bereits ausgestellte Arbeiten als auch eigens für die Ausstellung geschaffene Neuproduktionen.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Moholy-Nagy Foundation, Inc., mit besonderem Dank an Hattula Moholy-Nagy, sowie mit dem Illinois Institute of Technology | Institute of Design. Sie wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle e. V.

 

YUP - Young Urban Performances Festival

b e s o r g t

8. November bis 10. November 2019

kuratiert vom YUP-Kollektiv Sophie Fijal, Desirée Hieronimus, Ann-Sophie Meyer, Agnes Nguyen, Ella Malin Visse, Pia Tabea Visse und Theresa Vodde; in Zusammenarbeit mit Anna Bittner, wissenschaftliche Volontärin der Kunsthalle Osnabrück.

Zum dritten Mal ist das inzwischen zur festen Größe in der jungen Performanceszene avancierte Young Urban Performances Festival zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück. Das YUP-Kollektiv, welches mit dem Kulturförderpreis 2019 der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover ausgezeichnet wurde, rief erneut zum internationalen Open Call auf, um unterschiedliche Positionen für das diesjährige Festival zu finden. Bis Mitte Juni konnten sich Performancekünstlerinnen und-künstler bewerben. Das Thema des Aufrufs lautete in diesem Jahr „besorgt“ – ein Wort mit vielen Bedeutungen und noch mehr Möglichkeiten zur Interpretation. Vielseitige Ideen, Ansätze und Konzepte wurden eingereicht, aus denen das kuratorische Kollektiv mehrere unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler auswählt, die ihre Arbeiten an verschiedenen Standorten in Osnabrück vorstellen: im Haus der Jugend, in der Kunsthalle Osnabrück, im Museumsquartier Osnabrück und im öffentlichen Raum. Für die Kunsthalle Osnabrück werden zudem zwei Produktionen speziell für den Ort entwickelt.

Die Kuratorinnen öffnen einem lokalen und inzwischen auch internationalen Publikum das Feld der Performance im Rahmen unterschiedlichster Spiel- und Darstellungsformen. Das YUP-Kollektiv möchte aufstrebende Performancekünstlerinnen und -künstler unterstützen, indem es ihnen besondere und herausfordernde Orte bietet, um ihre Arbeiten auszustellen und ein Netzwerk schafft, das einen Austausch mit anderen Performenden fördert. Die ausgestellten Arbeiten sind zeitbasierte Kunstwerke. Sie reichen von Live Einzel- und Gruppenperformances bis hin zu Performance nahen Installationen und Videos.

Das YUP-Festival entsteht in Kooperation mit der Kunsthalle Osnabrück. Der Veranstalter ist der Fokus e. V. Weitere Kooperationspartner sind das Museumsquartier Osnabrück und das Haus der Jugend. Das YUP-Kollektiv wird von der Felicitas und Werner Egerland Stiftung gefördert.

 

Filip Markiewicz: Celebration Factory

29. November 2019 bis 2. Februar 2020

kuratiert von Enrico Lunghi

Celebration Factory von Filip Markiewicz ist das Produkt eines transformierten und von tiefen Krisen geprägten Europas, aber auch eine künstlerische Antwort auf dieses neue gesellschaftspolitische Paradigma. Das Projekt hat nicht die Absicht, das System anzuprangern oder eine Form des politischen Aktivismus zu entwickeln, sondern schlägt eine quasi-surrealistische Sprache vor, die verschiedene Ausdrucksformen zusammenbringt: visuelle Kunst, Performance, Musik, Debatte und Feiern. Feiern und Zelebration werden zu Trägern eines Bewusstseins, einer Infragestellung des Systems, das uns umgibt, oder eines Widerstands gegen die Herrschaft der Angst.

Eine Zusammenarbeit mit Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain, CCA (Centre for Contemporary Art) Derry /Londonderry (Nordirland) und NN Contemporary Art Northampton (Großbritannien).

Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück