Filip Markiewicz: Celebration Factory

Filip Markiewicz | Celebration Factory, Ausstellungsansicht. Foto: Filip Markiewicz

 

29. November 2019 bis 2. Februar 2020

kuratiert von Enrico Lunghi

 

Die Kunsthalle Osnabrück präsentierte „Celebration Factory“, ein sich entwickelndes Ausstellungs- und Performance-Projekt des Künstlers Filip Markiewicz, das 2016 im NN Contemporary Art Northampton begann und 2018 im Casino Luxembourg - Forum d’Art Contemporain und Anfang 2019 im CCA (Centre for Contemporary Art) Derry~Londonderry fortgesetzt wurde.

Während Europa und die Welt in ihren eigenen Widersprüchen verwickelt sind, indem sie immer noch das Wirtschaftswachstum und den technischen Fortschritt als Heilshorizont der Menschheit feiern, lädt Markiewicz dazu ein, in ein Universum von Zeichen und Bildern einzutauchen, die die Leere unserer aktuellen Diskurse darstellen. Seine Ausstellung ist zum Teil eine Bühne, auf der der Einzelne als Zuschauer des Niedergangs seiner eigenen Zivilisation auftreten kann, wo der Mythos des Automobils in trostlosen Friedhöfen mit verrosteten Motoren und isolierten, nutzlosen Reifen endet, wo riesige Banknoten das trügerische, obszöne Spektakel der (Selbst-)Repräsentation von Politik und Medien vorführen und auf der alle revolutionären und emanzipatorischen Impulse in einer Illusion versinken, die durch endlosen Konsum und die Kunstwelt selbst gefördert wird. Wie der Künstler in seiner Theaterperformance „Fake Fiction“ im Theater Basel 2017 feststellte: „Heute sind wir alle ein kleiner Bela Lugosi[1] geworden: Der Tanz der Vampire des europäischen Bildes kann beginnen. Es ist Zeit, die Masken aufzusetzen und das digitale Blut zu trinken, bis unsere Festplatte für die Ewigkeit formatiert ist.“ (Filip Markiewicz, Theaterperformance Fake Fiction, Theater Basel, 2017)

Durch eine Kombination verschiedener Ausdrucksformen wie die Bildende Kunst, die Performance, die Musik, die Debatte und, wie der Titel vermuten lässt, das Feiern, sowie in Zusammenarbeit mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen erforscht Markiewicz die Möglichkeiten einer künstlerischen Sprache, die das individuelle Bewusstsein und den persönlichen Widerstand gegen die Herrschaft der Angst fördert. Sie gibt jedoch keine Lektionen oder weckt vergebliche Hoffnung. Eine solche Sprache kann als utopisches Streben nach Flucht aus der sklavischen und mephitischen Haltung des „business as usual“ verstanden werden und erinnert an den Geist des jungen La Boetie, der bereits 1576 in seiner „Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft“ erklärte: „Soyez résolus de ne servir plus, et vous voilà libres!“ (Seid entschlossen, nicht mehr zu dienen, und ihr seid frei!).

Celebration Factory ist eine Koproduktion mit NN Contemporary Art, Northampton, Casino Luxembourg - Forum d’Art Contemporain und CCA (Centre for Contemporary Art) Derry~Londonderry. Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V., von Ableton, dem FOCUNA Fonds Culturel National Luxembourg und dem Bühnen Archiv Oskar Schlemmer. Co-Kuratoren sind Catherine Hemelryk und Kevin Muhlen. 

 

[1] Bela Lugosi ist der erste Schauspieler, der Dracula personifiziert hat. Die britische Post-Punk-Band Bauhaus, die das Logo der von Oskar Schlemmer gegründeten Bauhausschule verwendet, kündigte 1979 an: "Bela Lugosi is dead".

 


Ultraplastik Celebration Night

 
25.01.2020 | 18 - 22 Uhr | Kunsthalle Osnabrück

mit besonderem Dank für die großzügige Unterstützung der Ultraplastik Celebration Night an den Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V. und die Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur

 

Wir freuen uns, zum Start des Jahres 2020 die aktuelle Ausstellung Celebration Factory von Filip Markiewicz mit einer "Ultraplastik Celebration Night" zu feiern und zu beleben. Dazu luden wir Sie herzlich zu unserem besonderen, vielfältigen Programm mit internationalen Gästen ein:


18 Uhr | Begrüßung durch die Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück | im Neubau

Das neue Jahr bringt für die Kunsthalle Osnabrück eine große Veränderung. Seit Anfang des Jahres haben Anna Jehle und Juliane Schickedanz die Direktion unseres Ausstellungshauses als Duo übernommen. Die beiden haben die Ultraplastik Celebration Night mit einer Begrüßung eingeleitet und sich darüber gefreut, Sie bei diesem Fest kennenzulernen.
 

im Anschluss | Panel Diskussion | im Neubau
mit Filip Markiewicz, Enrico Lunghi & C. Raman Schlemmer

Zur Ultraplastik Celebration Night im Rahmen der Ausstellung Celebration Factory kamen verschiedene am Projekt beteiligte Personen zusammen. Als Einstieg erfuhren wir direkt vom Künstler Filip Markiewicz und von Enrico Lunghi, dem Kurator der Ausstellung, Hintergründe zu deren Entstehung und Entwicklung. Es ging außerdem über die Kontextualisierung des Projektes und seiner einzelnen Stationen bzw. "Kapitel" - denn Celebration Factory ist von Northampton, über Luxemburg und Derry~Londonderry nach Osnabrück gewandert und hat sich je nach Ort verändert und entwickelt. C. Raman Schlemmer vervollständigte das Panel und sprach über die Zusammenarbeit mit Filip Markiewicz am Theater Basel und dem Ausstellungs-Zyklus und welche Relevanz es haben kann, in einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst, kunsthistorische Zitate aus Schriften und Werke von Oskar Schlemmer (1888 – 1943) einzubeziehen.

Filip Markiewicz ist ein Luxemburger Künstler polnischer Herkunft, dessen aus unterschiedlichen Disziplinen bestehendes Werk aus Zeichnungen, Videos und Installationen ein zusammenhängendes Ganzes ergibt. Markiewicz vertrat 2015 das Großherzogtum Luxemburg auf der Biennale von Venedig mit seinem Projekt "Paradiso Lussemburgo".

Enrico Lunghi ist ein Luxemburger Kunsthistoriker, Kurator und Autor italienischer Herkunft. Er war von 1996 bis 2008 künstlerischer Leiter des Casino Luxembourg, 2009 bis 2016 Direktor des Mudam Luxembourg -
Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean. Seitdem ist er Mitarbeiter des Service de Coordination de la Recherche et de l'Innovation pédagogiques et technologiques (SCRIPT) des Unterrichtsministeriums.

C. Raman Schlemmer setzt sich seit seiner Studienzeit dafür ein, das Œuvre seines zu früh verstorbenen Großvaters, dem Künstler und Meister am Bauhaus, Oskar Schlemmer, international bekannt zu machen. Er lässt als Kurator von Ausstellungen und Choreograph von Interpretationen der Tänze von Oskar Schlemmer das Werk des Bauhaus-Meisters und einer der Pioniere der Performance Art, neu aufleben.
 

20 Uhr | Performance | im Kirchenschiff
Deutsche Erstaufführung der Bauhaustänze von Oskar Schlemmer als performative Neuinterpretation im Rahmen der Ausstellung Celebration Factory von Filip Markiewicz

Die Triaden reisen um die Welt. Fast 100 Jahre nach ihrer Erschaffung durch Oskar Schlemmer reisen sie zu neuen Ufern in die Neue Welt. Das war der Wunsch des Künstlers und Bauhaus-Meisters als er sie bereits 1937/1938 aus Nazi Deutschland als seine Boten in großen Überseekoffern nach New York vorausschickte – er und seine Familie ihnen dann aber nie folgen konnten.
C. Raman Schlemmer hat mit drei Tänzer*innen die „Bauhaustänze“ von Oskar Schlemmer in Kostümen und Masken nach den Originalen, basierend auf den Tanz Notationen und zu der von Oskar Schlemmer komponierten Musik, dargeboten und aufgenommen von Vincenzo Pasquariello, neu einstudiert.
In der Kunsthalle Osnabrück haben die Schlemmer Triaden, in der Installation von Celebration Factory von Filip Markiewicz, ihr Debut in Deutschland gegeben. Die von C. Raman Schlemmer kuratierte und konzipierte Tanz Performance wurde in dieser Form am 2. Oktober 2019 im Rahmen der Frieze London uraufgeführt. Co-Produktion mit Galerie Thaddaeus Ropac, London - Paris - Salzburg.

Für die deutsche Erstaufführung hat die Kunsthalle Osnabrück die drei international renommierten Tanzperformer*innen Matthew James Bell, Elisa Ingrassia und Kennedy Junior Muntanga aus London eingeladen. Die Tanz Performance war eine Zusammenarbeit der Kunsthalle Osnabrück mit dem Bühnen Archiv Oskar Schlemmer und eine einmalige Gelegenheit diese Schlemmer Performance Live und mit Originalen in der Ultraplastik Celebration Night in Osnabrück zu erleben.

Matthew James Bell ist ein zeitgenössischer Performer, der derzeit in London lebt. Der 22-jährige studierte an der Rambert School für Ballett und zeitgenössischen Tanz. Bell hat kürzlich ein Postgraduierten-Diplom an der London Contemporary Dance School abgeschlossen.

Elisa Ingrassia ist eine italienische Tänzerin, die in London lebt. Sie hat am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London studiert. 2018 hat sie gemeinsam mit Kommilitonen als Incognito Dance Company für die Veranstaltung East Wall mit Shechter und dem aufstrebenden Choreographen James Finnemore zusammengearbeitet.

Kennedy Junior Muntanga ist ein in Ndola, Sambia, geborener Bewegungskünstler und Tänzer der international renommierten Akram Khan Company. Der Tänzer studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz an der Rambert School
of Ballet and Contemporary Dance.


20:30 Uhr | Ultrasocial Pop | Bourse Bert-Theis #1 Osnabrück | im Neubau
Live Performance von und mit Filip Markiewicz

Filip Markiewicz präsentierte eine experimentelle Performance zwischen elektronischen live Klangelementen, einer Videoprojektion, Texten und Songwriting. Filip Markiewicz verbindet sein musikalisches Soloprojekt Raftside mit seiner visuellen Kunst in Form einer Installationsperformance. Das Projekt Ultrasocial Pop wird sich in 2020 wie ein "work in progress" entwickeln, inspiriert von den Ereignissen unserer Welt, und in weiteren Städten fortgeführt. Am Ende des Jahres wird eine Edition einer Vinylschallplatte mit einer Zeichnungsserie präsentiert. Wir freuen uns, dass während unserer Ultraplastik Celebration Night in der Kunsthalle Osnabrück die erste Station von Ultrasocial Pop stattgefunden hat.

Das Projekt wird von der Bourse Bert-Theis gefördert.

Die Veranstaltung wurde unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V. und der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur

 

 


YUP Kollektiv. Foto: Nils Hölscher

 

YUP - Young Urban Performances Festival

b e s o r g t

 

Eröffnung

am Freitag, 8. November 2019, um 18:30

im Akzisehaus des Museumsquartiers Osnabrück

 

Ausstellung und Performances

am Samstag, 9. November 2019, 15 – 22 Uhr

im Haus der Jugend & Kunsthalle Osnabrück

 

Workshops

am Sonntag, 10. November, ab 10 Uhr

im Haus der Jugend

 

kuratiert vom YUP-Kollektiv Sophie Fijal, Desirée Hieronimus, Ann-Sophie Meyer, Agnes Nguyen, Ella Malin Visse, Pia Tabea Visse und Theresa Vodde; in Zusammenarbeit mit Anna Bittner, wissenschaftliche Volontärin der Kunsthalle Osnabrück.

 

Zum dritten Mal brachte das YUP Kollektiv (Young Urban Performances) mit seinem gleichnamigen Festival Performancekunst mitten ins Herz von Osnabrück.

Zahlreiche Künstler*innen sind dem Aufruf unter dem diesjährigen Thema besorgt gefolgt und haben sich mit unterschiedlichsten Konzepten beworben. Aus den Bewerbungen wurde ein vielfältiges Programm aufgestellt, das an verschiedenen Orten in Osnabrück erlebt werden konnte: in der Kunsthalle Osnabrück, im Haus der Jugend, im Museumsquartier Osnabrück und im öffentlichen Raum.

 

Das Festival startete am Freitag, den 8. November 2019 um 18:30 mit einer Eröffnung im Akzisehaus des Museumsquartiers Osnabrück.  Die Künstlerinnen Carmen Westermeier und Julia Hainz haben dafür den Veranstaltungsort mit ihrer raumgreifenden performativen Installation Sheela Na Gig verwandelt.


Am Samstag, den 9. November 2019 wurden ab 15 Uhr Performances in der Kunsthalle Osnabrück und im Haus der Jugend gezeigt. Die Kunsthalle Osnabrück hatte in 2019 eine besonderen Status, denn für diese herausfordernde Architektur wurde von der Düsseldorfer Performancekünstlerin Mira Mann eine Neuproduktion entwickelt.

 

Im Kreuzgang der Kunsthalle Osnabrück war von 15 bis 22 Uhr die Videoarbeit Condom Man des kongolesischen Künstlers Tickson Mbuyi zu sehen sein.
Der gelernte Keramiker, dessen Arbeiten sich häufig mit der Maske, ihrer traditionellen und modernen Symbolik beschäftigt, hat beim internationalen Künstlertreffen KinAct (Rencontres Internationales d'Artistes Performeurs Kinshasa) in seinem Kostüm l' Homme Capotes (Condom Man) performt. Das aus etlichen Kondomen bestehende Kostüm bedeckte wie eine Schutzhülle den gesamten Körper des Künstlers, während dieser sich darin im öffentlichen Raum bewegte. Mit seiner Performance ludt er die  Bevölkerung von Kishasa dazu ein, sich mit Sexualität auseinanderzusetzen und vor allem, sich zu schützen. Es werden Fragen über die Beherrschung des Körpers von Frauen, Ausländern und in der sozialen Beziehung mit anderen Personen im Allgemeinen aufgeworfen.

 

Ab 15 Uhr (bis das Eis geschmolzen ist) startete Florence Lam mit ihrer Dauer-Performance Each and Every Now and Then.
Die Arbeit zielt darauf ab, eine Mehrdeutigkeit durch eine einfache Handlung in Kombination  mit einem Material zu erwecken. Durch das Schmelzen von Eiscreme in Verbindung mit unnatürlich langsamen Gehen schafft sie ein sehr universelles Bild: vom ungeschickten Kind mit seinem Eis, über Verlust bis hin zu Erderwärmung und Klimawandel und dem zu langsamen Erkennungsprozess der Menschen.

 

15 bis 16 Uhr zeigte Mavi García ihre Performance Achillesferse im Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück, welche sie bereits 2017 im Kunstverein Ahlen präsentierte.
Die Künstlerin beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, die Position des einzelnen Menschen zu seinem sozialen Umfeld und dem Umgang der Gesellschaft mit den Eigenheiten, Befindlichkeiten, Problemen und Schwachstellen des oder der Anderen. Das dazu eingesetzte künstlerische Ausdrucksmittel ist der eigene Körper der spanischen Künstlerin. Das Publikum ist dazu eingeladen, diesen nach und nach mit haushaltsüblichen Pflastern zu bedecken, bis die Person darunter allmählich verschwindet. Das vermeintliche Heilmittel Pflaster steht dabei symbolisch für den Umgang mit Schwachstellen, Defiziten und Verletzungen, die nur oberflächlich verdeckt werden.

 

16 bis 16:30 Uhr jodelte das Duo Esels Alptraum im Innenhof der Kunsthalle Osnabrück gegen Faschismus: Reclaim the Yodel!
Elena und Gaya sind die Initiatorinnen der Aktion Jogida (Jodel-Offensive gegen Idiotisierung durch Angst), die regelmäßig auf Veranstaltungen und Demonstrationen präsent ist. Hinter dieser irritierenden, vermeintlich witzigen Performance stecken ernste Botschaften: Jogida will laut und entschlossen chauvinistischen, rechten und auch neoliberalen Statements entgegentreten. Das antifaschistische und antikapitalistische Jodeln soll Angstmacherei und Hetze lautstark übertönen und verklärte illusorische Heimatkonstruktionen dekonstruieren. Der volkstümliche Gesang wird zu einer Protestform: "Es ist einfach befreiend, weil es laut ist. Man kann sehnsüchtig jodeln, man kann traurig jodeln, aber ängstlich jodeln – das geht nicht! Das ist auch die Botschaft – keine Angst zu haben!" (Interview auf jetzt.de).

 

19 bis 20 Uhr hat die Düsseldorfer Performancekünstlerin Mira Mann mit zwölf weiteren Co-Performenden Shelter of Tales im Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück präsentiert.

Gemeinsam mit Personen verschiedenen Alters und Herkunft, die die Künstlerin nach einem Aufruf ausgewählt hat, entwickelte Mira Mann ein postapokalyptisches Endzeitszenario. In der ortsspezifischen Neuproduktion sucht eine Gruppe "neo-tribaler" Nomaden Zuflucht im dunklen und leeren Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück. Jede*r Performer*in hat einen eigenen Charakter und eine bestimmte Funktion innerhalb der Gruppe. Ihre Utensilien sind zivilisatorische Überbleibsel, die Stimmung düster und melancholisch. Die Performenden bilden gemeinsam einen fragilen Organismus, der mit klassischen Erzählweisen, Hierarchien und Held*innen bricht und dabei ein Netz aus Geschichten von Fürsorge, Freundschaft, Leben, Verlust und Trauer in Zeiten der Krise entfaltet.

 

Am Sonntag, den 10. November 2019 konnte sich zudem das Publikum selbst im Bereich Performancekunst erproben und an kostenlosen Workshops im Haus der Jugend teilnehmen.

 

Weitere Informationen: www.youngurbanperformances.de

Das YUP-Festival entsteht in Kooperation mit der Kunsthalle Osnabrück. Der Veranstalter ist der Fokus e. V. Weitere Kooperationspartner sind das Museumsquartier Osnabrück und das Haus der Jugend. Das YUP-Kollektiv wird von der Felicitas und Werner Egerland Stiftung gefördert.


Crossing Lines

László Moholy-Nagy, Right Hand in Green, May 20th 1926
Courtesy of Hattula Moholy-Nagy.

 

Eröffnung: 24. August 2019, 19 Uhr

Ausstellung: 24. August bis 3. November 2019


kuratiert von Dr. Christian Oxenius und Jan Tichy

mit dem Handabdruck des Bauhaus Künstlers László Moholy-Nagy

und künstlerischen Arbeiten von

Heba Y. Amin, Jakob Gautel, Olaf Holzapfel, Reuven Israel, Kostis Velonis und Jan Tichy

Die von Christian Oxenius und Jan Tichy kuratierte Ausstellung Crossing Lines wurde anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums vom 24. August bis 3. November in der Kunsthalle Osnabrück präsentiert. Das Konzept von Crossing Lines basierte auf einem Fund in László Moholy-Nagys künstlerischem Nachlass: einem analogen Abdruck seiner Hand, den der Bauhaus-Meister am 20. Mai 1926 anfertigte. Über 90 Jahre später wird das Artefakt in der Kunsthalle Osnabrück als zentrales Ausstellungsstück und Ausgangspunkt für einen künstlerischen Dialog zwischen sechs zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.
Der Handabdruck ist nicht in einer alleinigen Handlung des ungarischen Bauhaus-Künstlers entstanden, sondern in einer kollektiven Aktion von einer Gruppe mehrerer "Bauhäusler*innen": Wassily Kandinsky, Marianne Brandt, Georg Muche, László Moholy-Nagy, Thoma Grote, Hilde Horn, Hans Przyrembel, Elsa (El) Muche Franke, Marcel Breuer, Otto Rittweger, Rohlf Rolbynt, Mina Luhrs und A Luhrs drückten ihre Hände ebenfalls auf Papier. Diese Serie von Handabdrücken, die durch Datierungen zeitlich im Mai und Juni 1926 verortet sind, geht wahrscheinlich auf Moholy-Nagys Interesse an Handlinien- und Zukunftsdeutungen zurück. Sein Interesse an spirituellen Praktiken, wird durch eine Reihe von drei Horoskopen, die sich der Künstler zu verschiedenen Zeiten anfertigen lassen hat und die als Reproduktionen in der Ausstellung gezeigt werden, bestätigt und war am Bauhaus durchaus nicht ungewöhnlich. Es zeugt vom Wunsch nach Einblicken in unser individuelles oder kollektives Schicksal anhand von Elementen aus unserer Umwelt.
Die Handabdrücke spiegeln die Zukunftsprognose einer Zeit wider, in der die Moderne als Produkt des Positivismus des 19. Jahrhunderts einerseits ihren Höhepunkt erreichte und anderseits bereits die Symptome hervortraten, die zu ihrer Krise führten. In gewisser Weise lässt sich aus den Handlinien des Künstlers eben jene Zukunft ablesen, die in den 1920er Jahren bereits die fundamentalen Fehlentwicklungen zu Tage treten ließ, die bis heute sichtbar sind. Die Aura des Mysteriums und der Mystik sowie das Gemeinschaftsgefühl, das sie widerspiegeln, machen die Kunsthalle Osnabrück als ehemaligem Kloster zu einem prädestinierten Ort, um bisher unergründeten Fragestellungen nachzugehen. Die künstlerischen Arbeiten von Heba Y. Amin, Jakob Gautel, Olaf Holzapfel, Reuven Israel, Kostis Velonis und Jan Tichy sollen dazu beitragen, das Bild, das sich die Öffentlichkeit vom Bauhaus macht, abzurunden und spiegeln eine Form des kollektiven Denkens und Handelns wider, die sich sowohl in den räumlichen Arrangements wie den konzeptuellen Grundlagen der Kunsthalle wiederfinden. Der Titel Crossing Lines verweist dabei sowohl auf die theoretisch-historischen Linien, mit denen sich die Künstlerinnen und Künstler beschäftigten, als auch auf die räumlichen Arrangements innerhalb der Kunsthalle: Die Arbeit von Jan Tichy, welche sich in erster Linie innerhalb des Kirchenschiffs befindet, durchdringt durch einen offenen Dialog die weiteren Räume, während wiederum drei Werke der anderen Kunstschaffenden eine Position im Kirchenschiff erhalten. Demnach versteht sich die Ausstellung als eine Form des offenen Dialogs, in dem jedes Werk eigene Erzählungen entwickelt und dabei Synergien und Gemeinsamkeiten zwischen ästhetischen und konzeptuellen Elementen findet.

Heba Y. Amin (*1980 in Kairo, lebt und arbeitet in Berlin) konfrontierte die Autorschaft historischer Narrative mit einem nicht-westlichen Standpunkt, sie wirft Fragen nach kolonialen Einflüssen auf und verweist auf die Rolle von Frauen (bzw. deren Abwesenheit). In ihrer Arbeit The Earth is an Imperfect Ellipsoid beschäftigt sich Heba Y. Amin mit dieser Thematik, indem sie die historischen Schriften des arabisch-andalusischen Geographen Al-Bakri mit der Diskussion um aktuelle geopolitische Grenzsituationen verbindet.

Jakob Gautel (*1965 in Karlsruhe, lebt und arbeitet in Paris) untersuchte anhand einer Reihe von Fotografien, Zeichnungen und Archivdokumenten seine ganz persönliche Beziehung zum Bauhaus, da zwei seiner Großeltern dort studiert haben. Dies brachte ihn dazu, die Beziehung zwischen Erinnerung, Geschichte, Übertragung, Verfall und Transformation in einer Mixed Media-Installation zu reflektieren.
 
Olaf Holzapfel (*1967 in Dresden, lebt und arbeitet in Berlin) präsentierte drei seiner Heubilder in einer eigens dafür entworfenen Struktur aus Holz (2018-19) neben einem Digitaldruck von 2008. Er hinterfragt das mechanische Element der Architektur, indem er sie mit den natürlich gegebenen Codes des Materials konfrontiert. Diese künstlerische Position rückt seine Arbeit nur auf den ersten Blick in einen Widerspruch zu den rationalen Prinzipien der Bauhausarchitektur. Tatsächlich aber verbinden sich seine experimentellen Elemente mit den Bauhausforschungen.

Reuven Israel (*1978 in Jerusalem, lebt und arbeitet in New York) zeigte drei Skulpturen aus der Serie As Above, So Below (2016-17), in der das spirituelle Element durch das sensible Gleichgewicht in der Komposition von Objekten greifbar wird. Israel führt die Betrachter*innen zu einem Verständnis der Verbundenheit von Himmel und Erde, indem er eine Einführung in die symbolischen Lesarten der Formen gibt. Die vierte Arbeit, Untitled Folding Object 27A, ist ein formveränderndes Objekt, das sich direkt mit dem Thema der Linie, dem Titel der Ausstellung, beschäftigt.

Kostis Velonis (*1968 in Athen, lebt und arbeitet in Athen) entwickelte aus dem berühmten Schiffbauspiel der Bauhauskünstlerin Alma Buscher eine neue ortsspezifische Arbeit für die räumliche Situation der Kunsthalle. Sie modifiziert die ikonischen geometrischen Formen und Farben des Bauhauses, um die damit verbundenen Möglichkeiten zu reflektieren.

Jan Tichy (*1974 in Prag, lebt und arbeitet in Chicago) zeigte drei Sets historischer Bauhaus-Handabdrücke, von denen eines in Workshops in Chicago, Modena und Hradec Kralove mit Kunststudierenden und Dozenten entstanden ist. Die ortsspezifische Installation enthielt eine Sandzeichnung, die aus einer Horoskop-Karte entwickelt wurde. Zusammen mit den Drucken aus den Archiven von Moholy-Nag, die als Digitaldrucke präsentiert wurden, reagierte sie auf die Architektur der Kunsthalle Osnabrück.
 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Moholy-Nagy Foundation, Inc., mit besonderem Dank an Hattula Moholy-Nagy, sowie mit dem Illinois Institute of Technology | Institute of Design. Sie wurde gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V.

 

 

 

>>>> Das Handout zur Ausstellung mit einem Text des Kurators Christian Oxenius. Zum Öffnen einfach klicken.

 


European Media Art Festival No. 32: WILD GRAMMAR

 

Bereits zum 32. Mal jährte sich das beliebte Festival und präsentierte ein vielschichtiges Programm aus Film- und Medienkunst im Herzen Osnabrücks. Erneut trafen zahlreiche nationale und internationale Künstler*innen zusammen: Rund 140 Kurz- und Langfilme, sowie rund 40 Installationen und Performances wurden gezeigt. An mehreren Standorten wurden Arbeiten von Nachwuchskünstler*innen diverser Hochschulen zu sehen sein und in verschiedenen Talks über das diesjährige Thema "WILD GRAMMAR" diskutiert, das sich mit Sprachen in der Kunst beschäftigte - ebenso wie die von Hermann Nöring und Franz Reimer kuratierte Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück, die in 2019 den Titel "WILD WILD GRAMMAR" trug.

Sprachen ermöglichen uns, unsere Erfahrungen und Gedanken zu fassen, zu benennen, zu kategorisieren, zu deuten und uns so über sie zu verständigen. Die EMAF-Ausstellung versammelte einige internationale Setzungen der grammatikalischen Grenzverschiebungen, des freien Umgangs mit Regeln und Normen der Bild-Sprache, der Kunst und des Kunstbetriebs. Die Künstler*innen beschäftigten sich mit der Poesie und analytischen Wirkmächtigkeit von Sprache, mit den Irrungen und Wirrungen unterschiedlicher Landessprachen ebenso wie mit dem Ausdruck des Körpers oder den diversen Bildsprachen und -ritualen der Populär-Medien.

Weitere Informationen, das Programm und alle teilnehmenden Künstler*innen: https://www.emaf.de/de/index.html

Katalog und Programm zum Download: https://www.emaf.de/de/Downloads.html 


Katharina Hohmann: Inventur

"Etat des effets mobiliers provenant du Couvent des Dominicains à Osnabrük.", Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 240 Nr. 177, Bd. 1, 1810. Foto: Niedersächsisches Landesarchiv. Grafik: Carsten Wittig.

 

Eröffnung: 10. Februar 2019 | 14 Uhr

Ausstellung: 10. Februar - 7. April 2019

Über ein Jahr verbrachte Katharina Hohmann damit, die historischen Schichten des ehemaligen Dominikanerklosters, welches heute die Kunsthalle Osnabrück beherbergt, nach und nach freizulegen, um eine Ausstellung zu entwickeln, die diese begeh- und erlebbar machte. Die vielfältigen historischen Veränderungen des Ortes dienten der Künstlerin als Inspirationsquelle für ihre zeitgenössische künstlerische Umsetzung mit unterschiedlichen Medien.

Katharina Hohmann verwandelte die Kunsthalle Osnabrück für den Zeitraum der Ausstellung grundlegend, beginnend mit der Verlegung des Eingangs auf das vermutlich ehemals als Haupteingang genutzte Portal. Es wurde von einem Gerüst umgeben, das Irritationen hervorrufte: "Wird hier umgebaut? Ist wegen Inventur geschlossen? Was geschieht hier?" Der Gang durch Gerüst und Portal in den Ausstellungsraum lohnte sich: Direkt im Langschiff der ehemaligen Kirche stehend und mit den erstaunlichen Dimensionen des Raumes konfrontiert, entfalteten sich Katharina Hohmanns Installationen vor den Besucher*innen – eine "fiktive Baustelle", gefüllt mit Geschichte und Geschichten.

Um diesen beim Gang durch die Ausstellung zu begegnen, sind die Besucher*innen eingeladen, sich einen Audioguide zu leihen und mit einer Auswahl an verschiedensprachigen Dokumenten, Urkunden, Listen und Geschichten des Dominikanerklosters auf eine Entdeckungsreise durch die Zeit und den Raum zu begeben. Diese Geschichten formen das, was wir Geschichte nennen und sind häufig in all ihrer Individualität hoch aktuell: Es geht um den Verfolgten, der Unterschlupf im Kloster findet und dessen Auslieferung die städtische Judikative fordert. Es geht um das Verhältnis einer bürgerlichen Frau mit einem der Mönche, es geht um Nahrungsvorräte und deren Verteilung, es geht um Todesfälle und Testamente, um die Nutzungsrechte von Grund und Boden.

Katharina Hohmann untersuchte sowohl die religiösen Funktionen des Dominikanerklosters mit zugehöriger Kirche als auch die Entwicklungen nach dessen Auflösung durch napoleonische Truppen um 1803. Die mehrmalige Nutzung als Lazarett, nicht nur zur Zeit der französischen Übernahme sondern auch schon im 12. Jahrhundert, die Nutzung als Kornspeicher, als Lager, als Magazin interessierte die Künstlerin. Ein in das 21 Meter hohe Kirchenschiff eingezogenes Baugerüst, dessen Struktur auf einem vierstöckigen Gebäude basierte, das Ende des 19. Jahrhunderts hier Platz genommen hatte und es über fünfzig Jahre ausfüllte, diente als eine Art begehbares "Regal", auf welchem diese verschiedenen Nutzungen im wahrsten Sinne des Wortes greifbar werden.

Insgesamt war die Ausstellung so vielschichtig und detailreich, wie die Geschichte, die dieser Ort erlebt hat. Sie lud zum Verweilen, zum Zuhören, zum genauen Betrachten und zum Entdecken und Staunen ein - vom 10. Februar bis zum 7. April 2019 in der Kunsthalle Osnabrück.

Die Künstlerin Katharina Hohmann wurde in der Schweiz geboren und wuchs in Italien auf. Katharina Hohmann hat ihr Kunststudium an der UDK Berlin absolviert und an verschiedenen deutschen und europäischen Kunstschulen unterrichtet. Sie war an der Gründung zweier internationaler Master of Fine Arts Programme beteiligt: Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien (Bauhaus- Universität Weimar, 2001) und Work.Master (HEAD-Geneve, 2008). Sie lebt heute in Berlin und Genf, wo sie seit 2007 den Studiengang "Option Construction. Art et Espaces" zu Skulptur, Installation und raumbezogener Kunst an der Haute école d’art et design HEAD – Genève leitet. Ihre Arbeiten wurden national und international in Museen, Galerien, Kunstinstitutionen und im öffentlichen Raum ausgestellt.

Die Ausstellung Katharina Hohmann: Inventur entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V., dem Diözesanmuseum und Domschatzkammer Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesarchiv – Standort Osnabrück. Sie wird gefördert durch die FROMM Stiftung - Institut für kulturelle Leitformen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

 


William Engelen: Heute hat die Orgel wieder schön gespielt

 

Eröffnung: 4. November, 11.30 Uhr

Ausstellung: 4. November 2018 bis 20. Januar 2019

William Engelen (*1964 in Weert, Niederlande) ist ein Konzept-Künstler und Komponist, dessen vielfältiges Schaffen sich zwischen Klanginstallation, Bildender Kunst, Happening, Performance und Musik bewegt. Viele seiner Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Beziehung zwischen Klängen, der Spezifik des Raums und unwiederholbaren Situationen aus. Engelens musikalische Werke sind zumeist graphisch notiert, seine Partituren sind eigenständige Kunstwerke, die sich in die multimedialen Installationen einfügen.

Kompositorisches Ziel der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt", die am 4. November in der Kunsthalle Osnabrück eröffnet wurde, war es, die Klausing-Orgel aus Melle symbolisch in das Osnabrücker Kirchenschiff zu "translozieren".

In der Ausstellung konnten die ungewöhnlichen Klang-Transformationen nachvollzogen werden, die der Künstler vorgenommen hat. Besucher*innen, die die Konzerte „Gebrauchsspuren“ (22. September) auf dem Platz vor der St. Katharinenkirche vor dem Lortzinghaus in Osnabrück oder die Uraufführung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" in St. Matthäus in Melle (14. Oktober) miterlebt haben, wurden mittels der Videodokumentation Teil des Kunstwerks und der Ausstellung.

Hintergrund: Die Klausing-Orgel der Meller Matthäus-Kirche befand sich ursprünglich in der Kirche des Dominikanerordens in Osnabrück, in dem heute die Kunsthalle Osnabrück beheimatet ist. Nach der Säkularisierung während der napoleonischen Kriege 1803 wurde die Orgel 1819 der Pfarrei in Melle übereignet. Die Ausstellung, die bis zum 20. Januar 2019 in Osnabrück zu sehen war, erlaubte also auch ein Gedenken an diese historische Schenkung vor 200 Jahren. Bei der Aufführung in Melle, bei der der international bekannte Musiker Stephan Lutermann die Orgel gespielt hat, hat William Engelen selbst die Rolle des Kalkanten (Balgtreters) übernommen und die Luftzufuhr der Orgelpfeifen manuell gesteuert. Mit dem ironischen Titel der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" verwies William Engelen auf ein Spiel mit den Erwartungen und Wahrnehmungen der Besucher*innen, ebenso wie auf die Unsichtbarkeit von Orgel und Musiker.

Die Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen fand in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V. statt und wurde gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.


Young Urban Performances Festival: The Known and The Unknown

Llewellyn Reichmann: Orlando. YUP 2018, Kunsthalle Osnabrück.

 

Das YUP-Kollektiv zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück.

Zwei Tage Performancekunst im Herzen Osnabrücks. Das Young Urban Performances Festival mit dem diesjährigen Titel The Known and The Unknown lädt ein breites Publikum dazu ein, neun Live-Performances, sechs Videoarbeiten, vier Installationen und drei Workshops zu erleben und mitzumachen. 80 junge nationale und internationale Künstler*innen haben sich beworben. Eine Auswahl der Einreichungen wurde vom YUP-Kollektiv zu einem abwechslungsreichen Programm zusammengestellt.

Erstmals wurden performative Arbeiten während des YUP-Festivals auch in der Kunsthalle Osnabrück gezeigt. So hat beispielsweise Melody Panosian mit ihrer Arbeit Sound-Reenactment nach Evelyn Richters Foto, "Selbstinszenierung in ihrem Studio an der TU Dresden 1952" den Bürgergehorsam zum Klingen gebracht.

Das YUP-Festival wird gefördert von der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung, entsteht in Kooperation mit der Kunsthalle Osnabrück, dem Haus der Jugend Osnabrück und dem EMAF (European Media Art Festival) und wird vom FOKUS e.V. veranstaltet.


William Engelen: Gebrauchsspuren

Detail aus der Partitur "Gebrauchsspuren"

 

Eine musikalische Intervention auf dem Platz vor der St. Katharinenkirche in Osnabrück, vor dem Lortzinghaus

am 22. September 2018

um 12, 13, 15 und 16 Uhr

Jede Aufführung dauert 30 Minuten.

 

Vorbeischauen und Platz nehmen!

Unsere Einladung zum spätsommerlichen Konzert konnte jed*r spontan wahrnehmen, im Vorbeigehen oder auf dem Weg zum Wochenmarkt. Insgesamt 20 Stühle wurden unübersehbar auf der Straße zum Platznehmen bereit stehen – ohne Anmeldung und ohne Ticket.

William Engelens Komposition Gebrauchsspuren wurde vom kanadischen Pianisten Benoit Gagnon dargebracht und war für alle Passanten, Flaneure und lauschend Sitzenden live zu hören.

Der Nachmittag auf dem Vorplatz von St. Katharinen war der Beginn eines länger andauernden Projektes: William Engelen hat ab dem 4. November 2018 bis zum 20. Januar 2019 die Kunsthalle Osnabrück mit seinen „Partituren für Osnabrück“ gefüllt. Dafür produzierte er nicht nur Klänge sondern auch Bilder: Filmaufnahmen des Pianisten wie auch von den Zuhörer*innen waren in der Ausstellung ebenso zu sehen, wie William Engelens ungewöhnliche Partituren.

William Engelen wurde 1964 in Weert, Niederlande geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Zu seinen Ausstellungen gehören: Ambitus, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg (2018); Spiele es bitte noch mal Lenka, Staatstheater Hannover (2018);  Extended composition, CentrePasquArt, Biel, Schweiz (2017); Utopie Streichquartett, Akademie der Künste Berlin (2017); Wir geben den Ton an, Kupferstichkabinett, Berlin (2017); Falten, Drawing Center, New York, USA (2013); Drawing a universe, Kai 10, Düsseldorf (2013); I wish this was a song, Nasjonalmuseet for kunst, arkitektur og design, Oslo, Norwegen (2012); Music Box, Haus am Waldsee, Berlin (2011); Das Gespinst, Museum Abteiberg, Mönchengladbach (2009).

William Engelens Projekt wurde unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Die Kunsthalle OSnabrück dankte der Loge zum Goldenen Rade, die die Räumlichkeiten des Lortzinghauses sowie den Flügel für diese musikalische Intervention zur Verfügung stellen.

 

Weitere Informationen zum Künstler unter www.william-engelen.de


Ernesto Pujol: Die Zuhörenden


Eine partizipative Gruppenperformance am 25. August im Friedenssaal des Rathauses zu Osnabrück

Für den 25. August lud die Kunsthalle Osnabrück gemeinsam mit den städtischen Bühnen in den Friedenssaal ein. Im Rahmen von Labor Europa, dem Europäischen Kulturerbe-Projekt, das im August 2018 Jugendliche aus ganz Europa in die Stadt brachte, entstand unter der Leitung von Ernesto Pujol eine Gruppenperformance: „Die Zuhörenden“ sind Menschen im Alter von 18 und 80 Jahren, die mit Pujol das stille und aufmerksame Zuhören geübt haben. Im Friedenssaal leihten die Zuhörenden vom Sonnenauf- bis -untergang jeder Person, die etwas „loswerden“, die eine Geschichte erzählen oder seine Gedanken durch Aussprechen ordnen wollte ihr Ohr. Der Friedenssaal ist dafür ein wichtiger Ort, der daran erinnern mag, dass Zuhören eine der wichtigsten Fähigkeiten ist, wenn man Konflikte zu lösen hat.


Christoph Faulhaber: Revolution & Architektur

Christoph Faulhaber: #1 Paradies, 2018, Foto: Friso Gentsch

 

15. Juni bis 21. Oktober 2018

Als Hamburger Künstler ist Christoph Faulhaber in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland sondern auch international bekannt geworden. Der Mittvierziger studierte Architektur und Kunst und hat eine höchst abwechslungsreiche Lebensgeschichte, die ihn quer durch Europa, die USA, Lateinamerika und Asien geführt hat. Es mag den Chronisten verziehen werden, dass in Vergessenheit geriet, woher er wirklich stammt – aus Osnabrück nämlich! Die Kunsthalle Osnabrück widmete Christoph Faulhaber seine erste Einzelausstellung in dessen Heimatstadt und hatte den Ehrgeiz, damit auch einen Überblick über sein bisheriges Schaffen zu geben. Rund 20 seiner Projekte wurden daher im ehemaligen Dominikanerkloster vorwiegend als Dokumentationen dargestellt. Hilfreich war dabei, dass Faulhaber 2014 eine Art filmischer Biographie vorgelegt hat, die selbstverständlich gezeigt wurde. Unter dem Titel „Jedes Bild ist ein leeres Bild“ erzählte Faulhaber dort seinen künstlerischen Werdegang. Der ist gespickt mit provokativen Aktionen und Performances, die ihm so manche Probleme eingetragen haben. Im Zentrum von Faulhabers Arbeit steht häufig die Frage nach Macht. Wer hat Macht und übt sie wie und wo aus?

Und natürlich geht es ihm darum, versteckte Machtverhältnisse aufzudecken. Das gelingt natürlich am besten, wenn man diese unterwandert. Faulhaber ist dabei mehrfach verhaftet, verhört und einmal sogar aus den USA ausgewiesen worden. Im Film „Jedes Bild ist ein leeres Bild“ werden die Etappen dieses abenteuerlichen Lebens aus der Sicht des Hauptdarstellers eines Videospiels erzählt. Faulhaber hat sich dafür in „Grand Theft Auto“  „hineingehackt“. Der Titel des Films ist eine Einladung: Bilder dürfen, nein, müssen vom Betrachter immer neu gefüllt werden, findet Faulhaber.

Natürlich hat Faulhaber auch eine eigene Produktion für das Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück angefertigt – welcher Künstler würde sich diese Gelegenheit entgehen lassen! Mit 1.000 Quadratmetern und einer Höhe von 21 Metern gehört dieser Raum zu den größten Ausstellungsräumen Deutschlands, für die regelmäßig eigens Arbeiten angefertigt werden. Faulhaber hat seiner Ausstellung den Titel „Revolution & Architektur“ gegeben und gibt damit eine Hilfestellung für den Betrachter, seine neuen Bilder zu lesen. Das ehemalige Dominikanerkloster wurde 1804 durch Napoleons Truppen säkularisiert, das heißt, es gehörte fortan nicht mehr dem Mönchsorden, sondern wurde zunächst von Napoleons Truppen, dann von der Stadt Osnabrück zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Die Französische Revolution hat hier also ihre Spuren hinterlassen.  „Revolutionsarchitektur“ ist übrigens ein Begriff aus der Architekturgeschichte und bezieht sich auf die Entwürfe von Architekten, die zur Zeit der Französischen Revolution in Paris lebten. Bizarrer Weise ist der Begriff aber erst in den 1920er Jahren geprägt worden. Da kamen nämlich geometrische Formen, deren sich die „Revolutionsarchitekten“ des ausgehenden 18. Jahrhunderts gern bedient hatten, immer mehr in Mode. In Osnabrück war es der Grafiker, Maler und Bildhauer Friedrich Vordemberge-Gildewart, der sein Scherflein zu dieser Entwicklung mit beitrug und die „Konkrete Kunst“ mit ins Leben rief. Christoph Faulhaber hat sich vorgenommen, mit seiner Installation für das Kirchenschiff der Kunsthalle, diesen Vorgängern Tribut zu zollen und ihre Formen- und Ideenwelten für das 21. Jahrhundert weiter zu entwickeln.


Performance von Ayumi Paul: WE ARE WE

 

Am Samstag und Sonntag, den 26. und 27. Mai, jeweils von 15 - 18 Uhr war die Berliner Künstlerin Ayumi Paul mit der Performance WE ARE WE zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück. Nach der Performance gab es am Sonntag, den 27. Mai von 18:30 - 19:30 Uhr ein Publikumsgespräch mit der Künstlerin.

Ayumi Paul ist Violinistin und Komponistin und kombiniert ortspezifische Konzerte, Kompositionen, Performances und Installationen. Wesentlich für ihre Herangehensweise sind der Klangkörper, das Material und die Umgebung. So schafft die Künstlerin einfühlsame und lange andauernde Performances, welche die Hörgewohnheiten erweitern.

In der National Gallery Singapore hat Ayumi Paul eine solche Performance mit WE ARE WE bereits Anfang des Jahres aufgeführt, mit Unterstützung des Goethe Instituts Singapore. Hierfür kreierte sie ein spezielles Kostüm und somit eine doppelte Komposition: die musikalische und textile. Das Kleid basierte auf dem japanischen Näh-Stil "Boro". Dieser Stil bezieht sich auf gängige Praktiken der japanischen Bauernklasse des 19. Jahrhunderts. Aufgrund ökonomischer Notwendigkeit nähte man (wie in vielen anderen Kulturen auch) häufig verschiedene Textilien aneinander und verwendete ältere, zerrissene Kleidung wieder.

In einem Pariser Antiquitätenladen fand Ayumi Paul einen „Boro" Kimono, kaufte ihn und nutze ihn als Grundlage für ihre textile Kleid-Komposition. Sie bat Frauen, die einen Einfluss auf ihr Leben hatten, ihr Stoffteile zu schenken, die eine Bedeutung für diese haben. Alle Teile nähte Ayumi Paul zu einem einzigen Kleid zusammen. Jedes einzelne Teil des Kleides erzählt eine Geschichte, die in die musikalische Ebene übertragen und zu einer Gesamtgeschichte verknüpft werden musste.

Obwohl Ayumi Paul für die National Gallery Singapore eine 6-stündige Komposition für die Violine und Stimme im Voraus komponierte, wurde ihr während des Spielens bewusst, dass die Musik in „Echtzeit in Erscheinung treten muss" und nicht vorbereitet werden kann. Schließlich entstand eine unendliche Improvisation, die auf den Stoffen basierte, die sie an ihrer Haut trug.

Die Künstlerin glaubt daran, dass alles was existierte, existiert und existieren wird, miteinander verknüpft ist. Das Kleid und die Performance sollen diese Verbindungen aus dem weiblichen Narrativ heraus sichtbar machen. Das kollektive Gedächtnis und das Vertrauen der Frauen, die ihre Stoffe gaben, werden durch die Verwebung aller Geschichten zu einer großen Geschichte geehrt.

 

Weitere Informationen zur Künstlerin Ayumi Paul: http://ayumipaul.com/ 

Interview im ZEITmagazin Nr. 36/2018: Musik ist meine Farbpalette

 


Zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück: European Media Art Festival No 31


Report - Notizen aus der Wirklichkeit
Festival: 18. – 22. April 2018
Ausstellung: 18. April – 21. Mai 2018
Informationen zum Festival: www.emaf.de/de/index.html


Andrea Mastrovito Symphonie eines Jahrhunderts

 

Mit der fünfteiligen, halbtransparenten Zeichnung „Die Melancholie des Unsichtbaren Mannes“ im Forum der Kunsthalle hat Andrea Mastrovito einen Bilderzyklus geschaffen, der in der Tradition des deutschen Bildungs- und Entwicklungsromas steht. Die 18 Meter lange Kunststoff-Linealwand erzählt die Geschichte eines jungen Mannes des 21. Jahrhunderts: Unbefleckt geboren, wächst er heran und erhält er im Verlauf der Erzählung nicht nur Profil, sondern verfinstert sich durch seine Taten zusehends, bis er der Melancholie verfällt und sich in den Nachthimmel stürzt. Die Zeichnungen sind auf unzählige, farbige, halbtransparente Lineale aufgebracht.  Die Formensprache ist von Albrecht Dürer inspiriert.

Im Hauptausstellungsraum der Kunsthalle, im ehemaligen Kirchenschiff,  befindet sich die Installation, die der Ausstellung den Namen verliehen hat: „Symphonie eines Jahrhunderts“. Der umlaufende Fries aus über 400 Zeichnungen auf Fotografien, Computerausdrucken und Objekten wie Büchern, Schallplatten, Verpackungen unterschiedlicher Art, Geschirr, Besteck und anderen alltäglichen Gegenständen bildet einen Zeitstrahl vom Beginn des 21. Jahrhunderts bis ins Jahr 2018. Nach Mastrovito begann das neue Jahrtausend mit dem 11. September.
Die „Symphonie eines Jahrhunderts“ ist eine Art „alternative Geschichtsschreibung“. Die überlappenden Bilder, übersetzen die postdigitalen Bildstrategien der Gleichzeitigkeit und Überlagerung zurück ins Analoge, aus der Bildwelt der Smartphones in die Welt der Dinge. Die rund 28 Meter lange Bildstrecke gleicht dem verzweigten Fluss eines kollektiven Unterbewusstseins, in dem jeder Betrachter eigene historische Erinnerungen wieder findet, aber auch selbst neue Verknüpfungen herstellen kann.

Noch bis zum 2. April sind in der Kunsthalle Osnabrück insgesamt 14 Installationen, Videos, Plakate, Assemblagen, des im norditalienischen Bergamo geborenen Künstlers zusehen, darunter eine Bleistiftzeichnung auf 182.000 gestapelten A4-Bögen, die den Titel „Shining“ trägt.
Ausführliche Informationen zur Ausstellung und biografischen Details des Künstlers:
[pdf] Andrea Mastrovito: Symphonie eines Jahrhunderts

Die Ausstellung wird gefördert von den Freunden der Kunsthalle Osnabrück und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Kuratorin der Ausstellung ist Julia Draganović.


 

Symphonie eines Jahrhunderts

11. Februar – 2. April 2018

Noch bis zum 2. April erwartet den Besucher der Kunsthalle Osnabrück mit Andrea Mastrovitos Ausstellung „Symphonie eines Jahrhunderts“ ein künstlerischer Forschungsbeitrag zur Archäologie der Angst: Wie entsteht Angst, wie äußerst sie sich und wer verbreitet sie, wie ist man im Laufe der Jahrhunderte mit ihr umgegangen und wie, wo und warum begegnet man ihr heute – das sind die Fragen, die den italienischen Künstler dazu bewegt haben, sich drei Jahre lang der Produktion von „NYsferatu“ zu widmen.

Der aus 35.000 Zeichnungen bestehende Animationsfilm geht zurück auf Fritz Murnaus „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922 und wurde in Zusammenarbeit mit 12 Künstlern angefertigt. Murnau hatte den Plot des Films dem 1897 erschienen Roman „Dracula“ des irischen Autors Bram Stoker entliehen. Während in der historischen Vorlage die Geschichte des furchterregenden Fremden aus dem Osten vom Britischen Königreich in das Deutschland der Zwischen-Weltkriegsjahre verlegt wird, versetzt Mastrovito die Geschichte der Protagonisten - Helen, Hutter und dem Fremden - in die USA des 45. Präsidenten. Mastrovito liefert mit seinem Animationsfilm eine moderne Migrationsgeschichte. In der Kunsthalle Osnabrück erhält der Film seine Deutschlandpremiere.

Andrea Mastrovito hat den Film im Chor des Kirchenschiffs auf eine Wand projiziert, die aus rund 5.000 Büchern besteht, die aus den Beständen der Stadtbibliothek Osnabrück stammen. Literaturkenner und Leser aus Osnabrück und Umgebung waren aufgerufen, Buchtitel zu Angst einflößenden Themen aus den Bibliotheksbeständen auszusuchen und Empfehlungen für die Bücherwand zu geben. 

Der Film wird von einer Partitur begleitet, die von Simone Giuliani komponiert wurde und in Osnabrück Teil der Filmpräsentation ist. Andrea Mastrovito lädt jeweils Künstler vor Ort dazu ein, den Film improvisatorisch oder mit eigenen Kompositionen zu begleiten. In Zusammenarbeit mit Frank Wingold, Professor für Jazzgitarre am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, hat die studentische Band über Improvisation- und Klangexperimente eine dem Raum und dem Film angemessene Musik geschaffen. Die ungewöhnlichen akustischen Gegebenheiten des Kirchenschiffs schaffen ein raumgreifendes Klangereignis, auf das Sie gespannt sein dürfen.


Termine der kommenden Sonntags- Soireen:
4. März, 17 Uhr + 18. März, 18 Uhr:
Urban Outreach Band, Stummfilmbegleitung „NYsferatu. Symphony of a Century“

23. März, 18 Uhr: "this honourable fish“ (Anja Kreysing, acc. / elec. & Helmut Buntjer, tb / elec.) : Live-soundtrack für "NYsferatu" von Andrea Mastrovito

Die Teilnahme an den Konzerten ist im Eintrittspreis zur Ausstellung inbegriffen.

Informationen zum New Yorker NYsferatu-Projekt: https://www.nysferatu.org

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Wenn das Unbehagen einen Buchtitel bekommt … Ihre Meinung ist gefragt! Ein Kooperationsprojekt von Kunsthalle Osnabrück und Stadtbibliothek Osnabrück

 

Andrea Mastrovito Symphonie eines Jahrhunderts  11. Februar 2. April 2018 Pressetermin: Freitag, 9. Februar, 11 Uhr Eröffnung: Sonntag, 11. Februar, 11 Uhr

Eines der Hauptwerke der Ausstellung ist Mastrovitos Animationsfilm „NYsferatu“. Die Geschichte des Grafen Dracula, der im bekannten Film von Fritz Murnau den Namen „Nosferatu“ trägt, wird in die USA der Gegenwart verlegt, in die Zeit des 54. Präsidenten der Staaten von Amerika. Mastrovito geht der Frage nach, wovor Menschen heute Ängste haben, wie diese geschürt oder geradezu produziert werden und welche Gegenmittel zur Verfügung stehen. Der Film wird auf eine sechs Meter hohe Bücherwand im Chor des Kirchenschiffs der Kunsthalle projiziert.

Die Stadtbibliothek Osnabrück und ihre Leser/Innen stehen Pate für die Buch-Installation des Kunstprojekts. Künstlerischer Hintergrund: Zur ortsbezogenen, künstlerischen Recherche des New Yorker Künstlers gehört es, die Ängste in ihren regionalen Dimensionen zu erforschen: Wovor hat man in Osnabrück und seiner Umgebung Angst hat? Was bereitet den Osnabrücker/Innen Furcht, Sorge und Unbehagen? Was empfinden sie als Bedrohung, Bedrängnis oder gar als existenzgefährdend? Möglicherweise sind es nicht nur die Albtraumwesen aus den Gruselromanen, sondern auch komplexe Dinge bzw. Fakten und Fiktionen des Alltags, Neben der Furcht vor dem Zahnarzt, den Kriech- oder Nagetiere, der nächsten Prüfungsarbeit, dem Fliegen – ängstigen die Menschen des 21. Jahrhunderts globale Zivilisationsbedrohungen wie der Klimawandel, Luftverschmutzung, Lärm und Müll … dem Spektrum der Ängste sind keine Grenzen gesetzt. Das Kunsthallen- und Bibliotheksteam sowie der Künstler sind gespannt und freuen sich auf die in Osnabrück verdichtete Kollektion des Unbehagens.

Die Kunsthalle Osnabrück und die Stadtbibliothek Osnabrück laden ein, eine beliebige Anzahl von Büchern zu Themen, die den Leser/Innen einmal Unbehagen bereitet haben/ oder aktuell Unbehagen bereiten, an der Verbuchungstheke im ersten Stock der Stadtbibliothek am Markt 1 mit dem Stichwort „Für die Kunsthalle Osnabrück“ abzugeben.

Wie  funktioniert die Teilhabe? Mit oder ohne Bibliotheksausweis in die Stadtbibliothek gehen. Das schlechte Wetter für einen längeren Aufenthalt nutzen! Bücherauswahl treffen und an der Verbuchungstheke deponieren. Die Kunsthalle ist Leihnehmerin und übernimmt die (versicherungstechnische) Verantwortung.

Informationen zum Gesamtprojekt von Andrea Mastrovito: www.nysferatu.org

 

Felice Varini bezauberte bis November 2017 die Häuserfassenden am Osnabrücker Marktplatz mit großflächigen, geometrischen Farbkompositionen. Die Applikationen im Kirchenschiff der Kunsthalle sind noch bis zum 21. Januar 2018 zu sehen. Das Bemühen, räumliche Situationen auf eine Fläche zu übertragen, ist so alt wie die Malerei selbst. Varini dreht die Fragestellung mit seinen Farbinstallationen um: Was passiert, wenn eine zweidimensionale geometrische Form in den realen (architektonischen) Raum gebracht wird?

Die Installationen von Felice Varini machen den Besucher durch  Selbstexperimente zu Experten zentral-perspektivischer Forschung. Der in Paris lebende Künstler und seine Assistenten haben mittels Hebebühnen und Bergsteigerausrüstung im April 2017 wie in einen optischen Windkanal blaue Intervention auf die Fassaden der Marienkirche und der umliegenden Gebäude der Marktstraße "gezeichnet". Im Mai 2017 entstanden in der Kunsthalle Osnabrück zwei weitere korrespondierende Konstruktionen im Kirchenraum der ehemaligen Dominikaner Kirche, sie tragen den Titel „Bögen und Zirkeltanz“ sowie „Trapeze und Dreiecke auf den Spitzen“. Kuratiert wurde die Ausstellung von Valérie Schwindt-Kleveman und Dr. Julia Draganovic, Direktorin der Kunsthalle Osnabrück.

Während das Publikum auf dem Marktplatz – zumeist mit Kameras ausgestattet – auf der Suche nach dem idealen Standort für das „richtige Selfie“ war, war der Standort, an dem einst der Projektor stand, dessen Lichtstrahlen die vier Kreise auf die Fassaden warf, für Varini später nur der technische Ausgangspunkt. Denn sobald die zweidimensionale Form in den Raum entlassen war, übernahm der wirkliche Raum die Regie. Die physische Realität der Architektur dekonstruierte und deformierte die minimalistische Grundformen auf unterschiedliche Weise. Zunächst schien es, dass der Ort die Intervention bestimmte. Doch mit der Selbstbewegung der Besucher im Stadtraum gab es eine erneute Regieübergabe: Es zeigt sich noch bis zum 21. Januar 2018 in der Kunsthalle, dass die künstlerische Intervention letztlich die Wahrnehmung des Raums bestimmt und ein Erlebnis überwältigender 3-Dimensionalität erzeugt.   ...mehr


Roxy in the Box : In and Out (24. Juli – 26. November 2017) Ab 24. Juli 2017 im Rosenplatzquartier Ab 26. August (Kulturnacht) in der Kunsthalle Osnabrück

 

Die Bildproduktion für das Projekt in der Kunsthalle Osnabrück findet diesmal auf der Straße statt. Seit dem 24. Juli ist die Künstlerin „Roxy in the Box“ im Rosenplatzviertel unterwegs und klebt handgemalte Plakate von „Ikonen der Kunstgeschichte“ auf die Häuserfassaden des Quartiers.  „In and Out“ lautet der Projekttitel – und jeder kann mitmachen.  Die erste Klebeaktion fand an der Glasfassade des Osna Grills statt. Seit Donnerstag (27.7.) begrüßt ein lebensgroßes Porträt des New Yorker Malers Jean- Michel Basquiat (1960 -1988) die Gäste von Jutta Bugdalla im Osna Grill, Iburger Straße 26.

Hier sind die Standorte im Rosenplatzquartier im Überblick: Marina Abramović (An der Petersburg 6), Maria José Arjona (Sparkassenfiliale Rosenplatz, Spichernstraße 1), Jean-Michel Basquiat (Iburger Straße 26), Joseph Beuys (Iburger Straße 3), Björk (Meller Straße 4), Salvador Dali (Iburger Straße 1), Albrecht Dürer (Iburger Straße 39), Eva & Adele (Werkstatt der Musik- und Kunstschule Osnabrück, Johannistorwall 12a), Frida Kahlo (Meller Straße 16), Yayoi Kusama (Bushaltestelle Rosenplatz/Rosenplatzschule), Udo Lindenberg (Iburger Straße 39), Markus Lüpertz (Am Neustädter Turm, Johannistorwall 71), Mona Lisa (Rosenplatz 14), Yoko Ono (An der Petersburg 6), Roxy in the Box (Bushaltestelle Rosenplatz) und Andy Warhol (Iburger Straße 12-14). Das Künstlerpaar Eva und Adele soll dem Stadtviertels als permanente Intervention - und Erinnerung an den Sommer mit „Roxy in the Box“ - erhalten bleiben. 

Die in Neapel beheimateten Künstlerin „Roxy in the Box, die Direktorin der Kunsthalle Dr. Julia Draganovic, Christel Schulte, die Kuratorin für Publikumsteilhabe und Lernen und die Projektkoordinatorin Silke Grob freuen sich auf Zusendungen unter kunsthalle(at)osnabrueck.de oder über Posts mit dem Hashtag #inandoutart in den sozialen Medien. Die Einsenderinnen und Einsender dürfen gespannt darauf sein, wie ihre Aktionen im Kunstkontext weiterverarbeitet werden. Die Kulturnacht beginnt am 26. August um 18 Uhr. Danach ist das Kunsthallenpublikum aufgerufen, das Rosenplatzviertel für sich zu erkunden und ihrerseits Bildmaterial zu produzieren.

„Roxy in the Box“ hebelt mit ihrem Projekt die eingeübten Rituale der Kunstwelt aus. Der Einstieg in die Kunst erfolgt über die Popkultur. Nebenbei produziert sie Leinenbeutel und Motiv-Shirts im knallfarbigen Roxy-Print. Zur Kulturnacht erhält jeder Besucher einen Stadtplan, auf dem die Kunststandorte im Rosenplatzquartier eingetragen werden können. Auf der Rückseite ist ein Grundriss der Kunsthalle, auch hier können private Markierungen vorgenommen werden. Roxy in the Box‘ „in and out“ ist ein Projekt im Rahmen des Vermittlungsprogrammes „Die Rakete“ und findet als Teil des Collaborative Arts Partnership Programme- CAPP statt. Es wird von dem Creative Europe Programm der Europäischen Union unterstützt und ist gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen. Seit 2014 ist die Kunsthalle Osnabrück Teil des CAPP Collaborative Arts Partnership Programme. Mit neun Partnerinstitutionen aus sechs Ländern erforscht und experimentiert das Netzwerk neue künstlerische Praktiken der Publikumsteilhabe. Am 7.11.2017 sind Vertreter aller Partnerinstitutionen erstmals gemeinsam mit Künstlern zu Gast in der Osnabrücker Kunsthalle.

Veranstaltungen und Publikumsbeteiligungen


 

Seit 2014 ist die Kunsthalle Osnabrück Teil des CAPP Collaborative Arts Partnership Programme, einem Netzwerk von neun europäischen Partnern, zu denen Agora (Berlin), Create Ireland (Dublin), Hablar en Arte (Madrid), Heart of Glass (St. Helens, UK), Live Art Development Agency (London), Ludwig Museum (Budapest), M-Cult (Helsinki) und Tate Liverpool gehören. Seit März 2017 hat CAPP begonnen, während seiner Partnertreffen öffentliche Events zu organisieren, um innovative künstlerische Praktiken, die den Kern ihrer Forschung bilden, jeweils einem breiteren lokalen Publikum vorzustellen. Kunsthalle Osnabrück stellt am 7. November die dritte Präsentation dieser Reihe, die von den CAPP Partnern „Staging Posts“ genannt wird, unter dem Titel Back to Babel vor.

 

Back to Babel kreist um die Herausforderungen und Abenteuer, die mit Fragen zu Sprache und Kommunikation im Rahmen von nicht nur künstlerischen Zusammenarbeiten verbunden sind. In künstlerischen Teilhabeprozessen, in denen es ja um  Beziehungen geht, kann man Verständigung auf der Basis einer gemeinsamen gesprochenen Sprache nicht immer voraussetzen. Kommunikation erfordert ständige Aufmerksamkeit und Fleiß wie auch Empathie, Geduld, Durchhaltevermögen und Mut. Das Verhältnis zwischen Kommunikation und gesprochener Sprache bleibt ein neuralgischer Punkt nicht nur bei trans-europäischen Projekten wie CAPP, sondern auch als Ergebnis einer globalen Massenmigration, die sich zunehmend auf Alltagssituationen auswirkt.

Back to Babel wird in der Kunsthalle Osnabrück stattfinden, wo derzeit zwei Ausstellungen gezeigt werden: Die Doppelinstallation der Schweizers Felice Varini und das Ergebnis des Projektes “in & out” der CAPP-Künstlerin Roxy in the Box im Rosenplatzviertel.

 

Die CAPP-Partner und Künstler werden sich am 7. November um 10 Uhr in der Kunsthalle treffen. Für das Publikum wird die Kunsthalle Osnabrück Back to Babel um 16.00 Uhr mit folgendem Programm öffnen. Es wird darauf hingewiesen, dass für alle Veranstaltungen kein Eintritt erhoben wird. Allerdings sind die Veranstaltungen von Cibelle Cavalli Bastos und Caique Tizzi aus logistischen Gründen nur für eine begrenzte Zahl von Teilnehmern zugänglich und es bedarf einer Anmeldungsbestätigung. Bitte melden Sie sich per E-Mail bei Haunhorst(at)osnabrueck.de an und warten auf eine Teilnahmebestätigung.  mehr...

 

Was ist eigentlich Performance-Kunst und wie lässt sich das am besten herausfinden? Genau: MACHEN. SELBERMACHEN! Am 30. September, 12-17 Uhr und 1. Oktober 12-17 Uhr gehört die Kunsthalle Osnabrück allen, die immer schon einmal mit Tieren tanzen, eine Ketchup-Schlacht veranstalten, einem zufällig Vorübergehenden durch die Stadt folgen, Erwachsene fernsteuern oder eine „Was-passiert-dann-Maschine“ bauen wollten. PLAYING UP ist also genau richtig für Eltern und Kindern, die an zwei Tagen und mitten in der Kunsthalle miteinander spielen, neugierig sein und gemeinsam eigene Versionen berühmter Performances wagen wollen. PLAYING UP ist ein Spiel das Kinder und Erwachsene zusammenbringt!

Alle, die mitspielen möchten, können sich während den Öffnungszeiten in der Kunsthalle bis zum 19. Oktober oder unter 0541-323-2190 anmelden. Alle, die zuschauen möchten, kommen einfach so vorbei.

Termine: 30. September, 12-17 Uhr und 1. Oktober 12-17 Uhr
Spieldauer: mindestens 1 Stunde, Einstieg jederzeit bis 16:00 Uhr
Für Kinder ab 7 Jahren, in Begleitung von mindestens einem Erwachsenen.
PLAYING UP Spieler erhalten freien Eintritt.
Für das nicht mitspielende Publikum gilt der Eintrittspreis.       mehr...


 

Eröffnung: Dienstag, 6. Juni, 18 Uhr, Kunsthalle Osnabrück

Ursprünglich als Parallelveranstaltung zur Biennale in Çanakkale geplant, lädt Osnabrück im Sommer 2017 zum zweimonatigen „Çanakkale Art Walk 2017: Homeland“ ein. Kuratiert wird die Gruppenausstellung von Christian Oxenius in Kooperation mit der CABININ – Çanakkale Biennial Initiative. Vier Institutionen für zeitgenössische Kunst haben sich zu einer gemeinsamen Eröffnung am 6. Juni zusammengeschlossen: die Kunsthalle Osnabrück, das Osnabrücker Museumsquartier (Felix-Nussbaum-Haus/ Kulturgeschichtliches Museum), der Bund Bildender Künstler Osnabrück (BBK) und die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst e.V.

„Canakkale Art Walk 2017: Homeland“  wird am 6. Juni 18 Uhr in der Kunsthalle Osnabrück, Hasemauer 1, sowie anschließend im Kunst-Quartier des BBK, der Villa Schlikker und der hase29 feierlich eröffnet. Die Begrüßung spricht die Bürgermeisterin Birgit Strangmann. Die Einführung hält der Kurator des „Çanakkale Art Walk 2017: Homeland“ Christian Oxenius.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Osnabrück und den Freunden der Kunsthalle Osnabrück e.V. durchgeführt. Es wird gefördert von dem Freundeskreis Bildender Künstler (FBK), den Freunden der Kunsthalle Osnabrück, dem ifa-Institut für Auslandsbeziehungen, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Osnabrück und der Stiftung Niedersachsen.

Als weiterer Kooperationspartner und Förderer konnte das Morgenland Festival Osnabrück gewonnen werden. Nachdem die finanzielle Unterstützung aus der Türkei aus politischen Gründen weggebrochen war, half das international renommierte Festival aus. Bereits 2011 war das Morgenland Festival mit diversen Formationen zu Gast beim traditionsreichen Troja Festival im türkischen Çanakkale. 2016 war „Heimat“ das inhaltliche Thema.

„Kaum ein Thema hat uns in den letzten Jahren inhaltlich so beschäftigt wie die Frage nach Heimat, menschlich wie künstlerisch. Es ist uns daher eine große Freude, kurzfristig als Kooperationspartner oder „Verbündeter" mit in das spannende Projekt "Çanakkale Art Walk 2017 - Homeland“ einzusteigen. Nicht zuletzt sollte Solidarität gerade in künstlerischen Institutionen eine Selbstverständlichkeit sein und zum Ausdruck bringen, dass knappe Kassen uns Akteure niemals gegeneinander, sondern gerade füreinander agieren lassen.“ (Michael Dreyer, Künstlerischer Leiter des Morgenland Festival Osnabrück. mehr...


 

 

Informationsdruck und mediale Reizüberflutung, Datafizierung und Euphorie im Strudel der Bilder – der digitale Wandel aller Lebensbereiche erzeugt sowohl Angst als auch Faszination. Das Internet ermöglicht Wissenssteigerung und Bildung für alle, genauso wie Echokammern der Gleichgesinnten.
Die Ausstellung des European Media Art Festivals in der Kunsthalle Osnabrück beschäftigt sich ab dem 26. April mit unterschiedlichen Facetten dieses Themas –bis zum 21. Mai 2017.

Brauchen wir eine Wahrheitspolizei gegen Fakes und Hates oder eher mehr Wahrheitskompetenz? Bieten digitale Konsensverfahren eine bessere Demokratie oder werden bald künstliche Intelligenzen die Regierungsaufgaben übernehmen? Das digitale Bild verändert unser Verhältnis zum Körper, zu Empathie und Gewalt.

Dies sind einige der Themenbereiche und Fragestellungen, die in der von Hermann Nöring und Franz Reimer kuratierten Ausstellung verhandelt werden. Die Künstlerinnen und Künstler liefern keine eindeutigen Antworten. Sie geben aber Hinweise darauf, ob eine Wirklichkeit hinter den Bildern erkennbar ist oder welche Möglichkeiten der Reflexion, der kritischen Fokussierung und der gesellschaftlichen Relevanz sich bieten – und welches Potential und welche Bereicherung die digitalen Medien und die Ästhetik des Digitalen eröffnen.

 

Das EMAF präsentiert in diesem Jahr folgende Künstlerinnen und Künstler:

 

Benjamin Adams (D) // Ruben Aubrecht (AT) // Marco Barotti (IT) // Adam Basanta (CA) // Lilli Carré (US) // Yvon Chabrowski (D) // Olivier Cheval (F) // Florent Deloison (F) // Stephanie Glauber (D) // Thomas Hirschhorn (CH) // Sara Hoffmann (D) // Christoph Holtmann (D) // Fabian Kühfuß (D) // Elli Kuruş (D) // Carolin Liebl (D) // Mahan Mehrvarz (IR/US) // Nika Oblak & Primoz Novak (SI) // Julian Öffler (D) // Stefan Panhans (D) // Mario Pfeifer (US/D) // Jon Rafman & Daniel Lopatin (CA) // Veronika Reichl (D) // Stefan Reiss (D) // Alexandra Ehrlich Speiser (D) // Stanza (UK) // Finn Wagner (D) // Stella Wagner (D) // Anne Weyler (D) // Pinar Yoldas (US)    mehr...


 

„Verweile doch (ein Abgesang)“ – diese erste institutionelle Einzelausstellung des kolumbianischen Künstlers Icaro Zorbar in Europa ist der Auftakt des Kooperationsprojekts  „Danse Macabre“, zu dem sich das  Theater Osnabrück, das Felix-Nussbaum-Haus, das Diözesanmuseum und die Kunsthalle Osnabrück zusammengeschlossen haben. Der kolumbianische Künstler Icaro Zorbar verwandelt alte Plattenspieler, Tageslichtprojektoren, Spieluhren, Ventilatoren und  andere Technikrelikte in minimalistische Kosmologien und transformative Dekonstruktionen. Vier Neu-Produktionen und drei in Osnabrück weiterentwickelte, seriell-inszenierte ortsbezogene Klang-Installationen erlauben eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des in Deutschland weitgehend unbekannten Künstlers.


Die Faustische Anspielung des „Verweile doch! Du bist so schön!“ deutet Zorbar in ein  künstlerisches Bekenntnis zur Entschleunigung um. Die ortsbezogenen Installationen im ehemaligen Kirchenraum sind ein Versuch, sich den offenkundigen Krisenphänomenen des 21. Jahrhunderts durch Transparenz, Analyse und Offenlegungen zu nähern. Die z.T. aus internationalen Sammlungen und Museen entliehenen Kunstobjekte des 39-jährigen Künstlers geben dem Publikum die Gelegenheit, sich mit den Konstruktionsplänen des  analogen Zeitalters zu beschäftigen, sie machen Beteiligung und Partizipation möglich.

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Die Ausstellung „Installation Nr. 29 (Neues Rathaus)“ (18.11.2016-8.1.2017) in der Kunsthalle Osnabrück ist Jan Tichys erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Im verdunkelten Kirchenschiff der ehemaligen Dominikaner Kirche installiert Tichy eine multiperspektive, vierfachsynchronisierte Lichtarchitektur mit einer Projektionslänge von 50 Metern; sie ist damit eine der größten Innenraum-Projektionen überhaupt. Die von Julia Draganović und Barbara Kaesbohrer kuratierte Ausstellung zeigt insgesamt 40 Arbeiten des in Chicago lebenden Künstlers. Im Kreuzgang der Kunsthalle wird eine Serie von Pentagon-Drucken in Kombination mit Videoarbeiten präsentiert. Sechs neue Produktionen sind 2016 in Deutschland entstanden, vier davon in Osnabrück: die „Installation Nr. 29 (Neues Rathaus)“, die #lichttraeger, „Changing Osnabrück“ und „German Nature“. mehr...


Ayumi Paul : „I hear light“ (Sound-Performance) Sonntag, 8. Januar, 12 - 18 Uhr Am letzten Tag der Ausstellung „Jan Tichy: Installation Nr. 29 (Neues Rathaus)“

 

Seit ihrer ersten Performance im Juni 2015 (im Rahmen des Projekts “Konkret mehr Raum”) hat die Violinistin Ayumi Paul in der Kunsthalle Osnabrück eine “sound collection” angelegt. Während der Performance „I hear light“ am Sonntag, den 8. Januar (12-18 Uhr) soll diese akustische Sammlung mit Hilfe von mp3-Modulen und Lautsprechern erneut zu einer ortsspezifischen “Ton-Landschaft” (“soundscape”) verdichtet werden. Jedes einzelne “Sound-Modul” wird seinen Ort auf der umlaufenden, von Michael Beutler gestalteten Sitzformation finden und verkörpert einen spezifischen Sound. Jeder Tonkörper ist verwoben mit der Live-Performance, mit dem Raum und seinen Besuchern. Die Gleichzeitigkeit der gespeicherten, an sich ungleichzeitigen akustischen Ereignisse erweitert die Zeit-Wahrnehmung und ermöglicht eine (synästhetische) Erfahrung, die eingebettet ist in einen stetigen Prozess des Wandels.

Während der Performance kommt es zu einer fortwährenden und gegenseitigen Beeinflussung im Wechselspiel neuer Wahrnehmungsformationen. Bereits am 20. November 2016 hatte Ayumi Paul Improvisationen mit ihrem Kunsthallen-Tonarchiv vorgestellt. Am 8. Januar wird sie ihre gesamte hörbare Ausstellungsgeschichte in der Kunsthalle vorstellen. Entwickelt wurde diese Sound-Performance im engen Dialog mit Jan Tichy. Die Ausstellung „Installation Nr. 29 (Neues Rathaus)“ endet am 8. Januar 2017. Die Künstlerin dankt Ivo Wessel für die Unterstützung und Hilfe bei der technischen Realisierung und der Berliner Designerin Isabel Vollrath für den Entwurf und die Anfertigung des Kostümes für „I hear light“. 

Weitere Informationen: www.kunsthalle.osnabrueck.deFörderer (Kunsthalle Osnabrück):

Das Jahresprogramm der Kunsthalle wird in Zusammenarbeit mit den Freunden der Kunsthalle e. V. durchgeführt und durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Jan Tichys Ausstellung hat eine Förderung durch das Artis Grant Program (www.artiscontemporary.org) erhalten. Die Freunde der Kunsthalle erhielten für dieses Projekt eine Spende der COLLEGIUM Vermögensverwaltung AG.


 

Vom 17. Juli bis zum 30. Oktober präsentiert die Kunsthalle Osnabrück die künstlerische Installation „Forma Forma“ von David Rauer und Joshua Sassmannshausen. mehr...

Interview mit uns : wir wagen Fragen und Antworten zur aktuellen Ausstellung „Forma Forma“ von David Rauer und Joshua Sassmannshausen


Sonntag 16. Oktober um 11 Uhr in der Kunsthalle Osnabrück

Ohne Aufpreis zum Kunsthallen- Eintrittsticket!
Die Studierenden der Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Institut der Universität Osnabrück, Sarah Ramlow, Sarah Kather, Stefan Spitzer und Kai Jobusch, haben unter der Leitung von Prof. Dr. Helen Koriath, Professorin für moderne und zeitgenössische Kunst,  Besucherinnen und Besucher der Kunsthalle Osnabrück vor der Begehung der aktuellen Ausstellung nach ihren Erwartungen befragt und ein weiteres Mal direkt im Anschluss daran. Sie versuchten herauszufinden, welche Gedanken, Gefühle und Fragen sich während des Ausstellungsbesuches und direkt danach eingestellt haben.

Die geführten Gespräche sowie Beobachtungen und Erfahrungen der Studierenden bilden die Grundlage und den Ausgangspunkt für das Nachdenken über ein Netz möglicher Verbindungen, in das "Forma Forma" als ein sinnliches "Live- Erlebnis- Angebot" eingewoben werden kann.


Ernesto Pujol: Systems of Weigh

 

Der in New York lebende Performancekünstler Ernesto Pujol entwickelt für die Kunsthalle Osnabrück eine neue ortsbezogene Gemeinschaftsperformance: Systems of Weight. In der gemeinschaftlichen Erfahrung des stillen Gehens will der Sozial-Choreograph die Leichtigkeit und Schwere von Vergangenheit und Vergangenem erfahrbar machen.


 

Visionäres und eine mögliche Zukunft des Visuellen zeigt in der Kunsthalle Osnabrück die Ausstellung des EMAF 2016, die über das Festival hinaus noch bis zum 22. Mai 2016 in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein wird.
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Ein Ausstellungs-, Performance- und Workshop-Projekt von Maria José Arjona 

31. Januar bis 28. März 2016, Kunsthalle Osnabrück

You Are Splendid! ist das Ergebnis eines mehr als zweijährigen Forschungsprojektes, welche die kolumbianische Künstlerin...

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In der Kunsthalle Osnabrück ist die Ausstellung „IRWIN: Wo denkst du hin?!“, noch bis zum 10. Januar zu sehen. Die Ausstellung stellt die zweite Etappe einer Zusammenarbeit zwischen der Galleria civica in Modena, Italien, dem Łažnia Center for...

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Ausstellungs-Archiv


2015

 

Michael Beutler, Künstler – Etienne Descloux, Architekt
vom 12. September 2014 bis 11. Januar 2015

Reanimation Library
8. Februar bis 29. März 2015

Was für ein Fest?
8. Februar bis 29. März 2015

DIES IST MORGEN

28. European Media Art Festival
22. April bis 25. Mai 2015

Rüdiger Stanko: „Die Farbe der Zukunft“
ab 12. Mai 2015

Konkret mehr Raum
13. Juni bis 13. September 2015


2014


2013


2012

 

turbulence - Wolfgang Petrick
22.9.2012 bis 2.12.2012

European Media Art Festival
24. April bis 28. April

"Zwischen den Zeiten"
22. Januar bis 25. März

Objekte und Installationen - Baldur Burwitz
10.6.2012 bis zum 9.9.2012

"Portraits" - Michael Dannenmann
10.6.2012 bis zum 9.9.2012


2011


2010


2009

 

''Bad Luck''
7. November 2008 bis 3. Januar 2009

"Magie der Farbe. Pastose Malerei, Farbkörper, Farbräume"
11. Januar bis 22. März

Skulpturen und Bilder von Klaus Reincke
24. Januar bis 15. März

European Media Art Festival
22. April bis 26. April 2015

All the Great Modern Things - Chinese Pop
24. Oktober bis 3. Januar 2010

2008


2007

 

"Realities" von Helle Jetzig in der Kunsthalle Dominikanerkirche
vom 9. Dezember 2006 bis 13. Januar 2007

"Wanderer zwischen zwei Welten"
18. Januar bis 8. April

Rauminstallation ''Movement''
10. Februar bis 8. April

Ausstellung zum European Media Art Festival
25. April bis 29. April

"einAnder"
23. Juni bis 12. August

Ausstellung "Licht - Glas - Transparenz"
15. September bis 28. November


2006

 

Arbeiten von Josevan Tubergen und Nina Tehler
26. November 2005 bis 12. Januar 2006

Arbeiten von Rainer G. Mordmüller
26. November 2005 bis 7. Januar 2006

Ausstellung von Kunstrebell Werner Büttner
22. Januar bis 9. April

European Media Art Festival
Vom 25. April bis 29. April

arte regionale IV "Wahlverwandtschaften"
2. Juli bis 27. August

Die Anwesenheit der Figur. Malerei und Skulptur
bis zum 15. November


2005

 

Große Resonanz auf 18. EMAF
20. April bis zum 24. April

Werke von Rudolf Englert
bis zum 21. August

Ausstellung "Remission III"
bis Sonntag, 28. August

Panoramagemälde von Heiner Altmeppen
bis zum 4. Dezember


2004

 

Ausstellung Gedächtnisbilder
23. November 2003 bis 18. Januar 2004

Künstlerin Yotta Kippe schenkt drei Arbeiten
bis zum 1. Februar

Arbeiten von Johannes Heisig
24. Januar bis 28. März

Stefan Roloff: When 6 is 9
7. Februar bis 4. April

EMAF 2004
21. April bis 25. April

Präsentation in Berlin
Bis Ende April 2004

Ihr seid das Salz der Erde
19. Juni bis 19. September

Das legendäre Silikonzimmer
bis zum 12. September


2003

 

Porträts von Willy Brandt
16. Februar bis 13. April

Fettings Willy-Brandt-Skulptur dauerhaft in Osnabrück!

Human Landscape
2. März bis 13. April

European Media Art Festival
23. April bis 27. April

Querschnitt der Osnabrücker Kunstszene
21. Juni bis 24. August

Neue figürliche Skulpturen von Robert Stieve
12. September bis 12. November

Kunstmarathon in der Dominikanerkirche
13. September bis 14. September

Gezeiten
13. September bis 16. November


2002

 

Volkskunst
1. Dezember 2001 bis 17. Februar

Hautnah
18. November 2001 bis 17. Februar

Et in arkadia ego
24. Februar bis 14. April

Pflanzenmenschen
3. März bis 14. April

EMAF 2002
24. April bis 28. April

Twentyseven Points
2. Juni bis 11. August

Fotografiezyklen von Herlinde Koelbl
25. August bis 27. Oktober

Gaumenfreuden
7. September bis 27. Oktober

the game
9. November bis 2. Februar 2003


2001

 

 Die Höhle füllt den Berg
24. Februar bis 16. April

Tagebuch eines Innenhofs
4. März bis zum 27. Mai

2 x 2 Intersections
4. März bis zum 16. April

Malerei, Arbeiten 1997-2001
17. Juni bis 5. August 2001

Objekte und Bilder des Comic-Avantgardisten Atak
24. Juni bis zum 5. August

Zeitgeist auf vier Rädern
17. August bis 21. Oktober

Volkskunst
1. Dezember 2001 bis 17. Februar 2002

 

Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück