Ayumi Paul:

 

Ayumi Paul, Cloud Opera, 2020, Courtesy the artist

Cloud Opera

 

„Look at the sky. Watch the clouds. Listen to their music.“

Bis zum Ende der Ausstellung am 5.7.2020 wird Ayumi Paul in unregelmäßigen Abständen Aufnahmen und Polaroids ihrer Wolkenoper hier veröffentlichen. Sie können sie sich immer dann anhören, wenn Sie Wolken am Himmel sehen. Wolken symbolisieren den Anfang der Zeit.


I look at the flower - the flower looks at me

 

Als raumübergreifende Arbeit konzipiert, ist das Hörspiel "I look at the flower, the flower looks at me" einerseits eine einfache Anleitung zum Atmen und Zuhören, andererseits eine Art Performance, an der jeder teilnimmt, der atmet. Das Hörspiel beginnt mit folgenden Worten:

"Sie befinden sich in der Ausstellung Sympathetic Resonance, die vom 1. März bis zum 5. April in der Kunsthalle Osnabrück stattfinden wird. Vielleicht sind Sie gerade hier, vielleicht hören Sie von Zuhause aus zu, oder von unterwegs. Eventuell ist die Ausstellung schon zu Ende gegangen. So, oder so, sind Sie nun ein Teil dieser Ausstellung."

Die 18 minütige Audioaufnahme können Sie direkt und bequem über den Player unten abspielen.


Earth Rhythms

 

Ein besonderer Hinweis gilt Ayumi Pauls ebenfalls in der Ausstellung präsentierten Videoarbeit Earth Rhythms: sie ist zur Sommersonnenwende am 20. Juni für 24 Stunden einmalig online geschaltet.

Im Video Earth Rhythms (Yellow Planetary Human) sieht und hört man Ayumi Paul im mexikanischen Dschungel Violine spielen. Dieses Video gehört zu einer Serie von Filmen, die das Ritual der Künstlerin dokumentieren, zur untergehenden Sonne dem Rhythmus der sich drehenden Erde zuzuhören. 

"Die sichtbare Welt verschwindet - ihre Bewegung wird aber gewissermaßen hörbar gemacht. Ayumi Pauls Film führt auch vor, wie lange man in einer Kultur, in der das Optische dominiert, zu sehen versucht, bevor man sich auf andere Wahrnehmungsformen konzentriert." und "Einer der schönsten Filme, die seit langem zu sehen waren." schrieb Niklas Maak am 19. April 2020 darüber in der Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag. 

 

Ayumi Paul, Video still, Earth Rhythms (Yellow Planetary Human), 2020, Courtesy the artist

Ayumi Paul: Sympathetic Resonance

Mit Sympathetic Resonance präsentiert die Kunsthalle Osnabrück vom 1. März bis 5. Juli 2020 die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

Im Zentrum von Ayumi Pauls Arbeiten stehen Töne, Geräusche und Klänge. Der Eigenklang von Körper, Material und Umgebung ist dabei entscheidend für ihren konzeptionellen Ansatz, Hörgewohnheiten zu verändern und die Möglichkeiten des Hörens zu entfalten. 

Seit etwa einem Jahr bringt Ayumi Paul im The Singing Project die Kunsthalle Osnabrück zum Klingen. Regelmäßig trafen sich Frauen mit Ayumi Paul, um das freie Singen zu proben. Aus dem Gemeinschaftsprojekt ist eine vielstimmige, fluide Klangskulptur entstanden. Für die Dauer der Ausstellung verwandelt das The Singing Project das Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück in einen immer singenden Ort, der alle Besucher*innen zum Zuhören und Mitsingen einlädt. 

Die Installation Für Frieda besteht aus Tatamimatten aus getrocknetem Gras und es ist die Partita Nr. 2 von Johann Sebastian Bach zu hören, die Ayumi Paul bereits seit 25 Jahren übt und die sie ihrer 86-jährigen Großmutter vorspielt, die sie bis dahin noch nie spielen gehört hat. 

Die selbe Partita Nr. 2 wurde in I was here, 20.02.2020 in Echtzeit in eine Lackplatte graviert. Wie in einem Archiv ist die gesamte Übungserfahrung von Ayumi Paul in die Platte eingeschrieben. Als Strecke im Raum gemessen ist die so gespeicherte Aufnahme 678 Meter lang, deren Negativabdruck als Lackschnur ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. 

Aus der Serie von Videoarbeiten Earth Rhythms wird die Aufnahme gezeigt, in welcher Ayumi Paul im Urwald in Mexiko mit dem Zeitlauf und dem Rhythmus der Erde spielt. 

Der Ton Cis, welcher der jährlichen Bewegung der Erde um die Sonne entspricht, kann in der Klangskulptur aus Ahornholz mit dem Titel Unisono in einer für Menschen hörbaren Frequenz angestimmt werden. Der Klangkörper Holz wird zum Träger dieses Tons und wird sich über die Dauer der Ausstellung durch die regelmäßig angestimmten Schwingungen verändern. 

Das Hörspiel I look at the flower - the flower looks at me ist raumübergreifender Teil der Ausstellung und kann auf der Website der Kunsthalle Osnabrück jederzeit gehört werden.

Die Ausstellung lädt zu einem umgreifenden Perspektivwechsel ein, als die Arbeiten der Künstlerin darauf aufmerksam machen, dass, was wir als Objekt betrachten, auch immer Subjekt ist. Als nichtlinearer Erfahrungsort komponiert sind die einzelnen Arbeiten in der Ausstellung auch untereinander verwoben. Zeit und Zyklus sind wiederkehrende Elemente und das Geben wird zur zentralen Geste. Was kann man anderen geben, was kann man älteren Generationen zurückgeben oder an zukünftige weitertragen? Wie beeinflussen sich Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft? Wie verändert sich ein Raum, in dem fortwährend gesungen wird? Was verbindet uns miteinander?

Eine im Kirchenraum der Kunsthalle aufgenommene Edition wird Teil eines lebensumspannenden Aufnahmeprojekts der Künstlerin werden und ist in einer Auflage von 50 Exemplaren während der Ausstellung in Osnabrück erhältlich.

Ayumi Paul (*1980 in Gießen), Komponistin, Violinistin und bildende Künstlerin, lebt in Berlin. Sie studierte klassische Violine an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und an der Indiana University (US) und spielte weltweit in renommierten Konzerthäusern, bevor sie sich ausschließlich eigenständigen, künstlerischen Werken widmete, die seither in internationalen Museen und Galerien präsentiert werden, zuletzt bei Esther Schipper (2017), in der National Gallery Singapore (2018) und in der Galerie Thaddaeus Ropac Paris (2018).

Das Projekt wird kuratiert von Dr. Julia Draganović, seit Juli 2019 Direktorin der Villa Massimo in Rom, und Christel Schulte, Kuratorin für Publikumsteilhabe und Lernen, Kunsthalle Osnabrück.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Felicitas und Werner Egerland Stiftung. Die Kunsthalle Osnabrück wird unterstützt durch den Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e. V.

 

Ayumi Paul: Origata. Podest, Briefe, 2020.
Foto: Angela von Brill.

 

 

Ayumi Paul: Origata. Podest, Briefe, 2020.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: Unisono. Klangskulptur/Instrument, Ahornholz, handgefertigt, Stimmgabel, 2020.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: I was here, 20.02.2020. Schallplatte, 2020.

 

 

 

Ayumi Paul: 678 Meter. Glaskubus, Acetatlack, 2020.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: Ohne Titel. Fossilisierter Farnstamm und Zeichnungen, Tinte auf Papier, 2019.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: Für Frieda. Aufnahme der Partita Nr. 2 für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach, 34 min, Tatamimatten, 2020.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: Earth Rythms (Yellow Planetary Human). Video mit Audio über Kopfhörerr, 28 min, 2020.
Foto: Angela von Brill

 

 

Ayumi Paul: Edition 50.1 "Johann Sebastian Bach, Partita No. 2 BWV 1004 (Auflage 28/50), Edition 50.2 "Eternal Love", inspired by Geoffrey de Lagasnerie (Auflage 14/50) und Edition 50.3 "GODDESSES" (Auflage 29/50) aus der Reihe PROJECT 50. Die ersten drei eines aus fünfzig Editionen ausgelegten, das Leben der Künstlerin begleitenden Projekts. jede Edition erscheint in einer Auflage von 50.
Foto: Angela von Brill

 

 

Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück