Maria José Arjona: Your Are Splendid!

 

Ein Ausstellungs-, Performance- und Workshop-Projekt von Maria José Arjona 

31. Januar bis 28. März 2016, Kunsthalle Osnabrück

You Are Splendid! ist das Ergebnis eines mehr als zweijährigen Forschungsprojektes, welche die kolumbianische Künstlerin Maria José Arjona der Vogelwelt ihrer Heimat gewidmet hat. Diese Arbeit trägt insofern stark autobiografische Züge, als Arjona ihre Beobachtungen der Zugvögel begann, während sie in New York lebte, dem nördlichsten Punkt der Hemisphäre, an dem die aus der Äquatorialgegend stammende Künstlerin je gewohnt hat.

Das Ausstellungs- und Performance-Projekt „You Are Splendid!“ wurde am Sonntag den 31. Januar 2016 in der Kunsthalle Osnabrück eröffnet. Maria José Arjona baut und stellt die Installationen unentwegt um und gestaltet neue Zusammenhänge. Die Exponate der Ausstellung wechseln täglich und sind eingebunden in einen performativen Prozess, der einmal in der Woche bis zum Ende der Ausstellung andauert. Vom 31. Januar bis 9. März 2016 wird Arjona zu unterschiedlichen Zeiten in der Kunsthalle anzutreffen sein. Bis zum 6. März 2016 erwarten den Besucher jeweils an den Wochenenden eine neue Performance. 

 

 

Ein Ausstellungs-, Performance- und Workshop-Projekt
Kuratiert von Julia Draganović in Zusammenarbeit mit Christel Schulte

31. Januar bis 28. März 2016

 

Maria José Arjona: Your Are Splendid!

Zwei Schaukeln schwingen durch das ehemalige Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück. Ein Nest aus Baumwollstricken, Schattenspiele einer Korkenzieherhasel,  Vogelstimmen und eine Performance-Künstlerin im Federkleid, die mit Tabak zeichnet: Die Ausstellung „You Are Splendid!“ ist das Ergebnis eines mehr als zweijährigen Forschungsprojektes, das die kolumbianische Künstlerin Maria José Arjona der Vogelwelt ihrer lateinamerikanischen Heimat gewidmet hat und die sich bis zum Ende des Projekts im März noch ständig verändern wird.

Das Ausstellungsprojekt wurde von der Direktorin der Kunsthalle, Dr. Julia Draganović und Christel Schulte (Leiterin Vermittlung) in Kooperation mit dem kolumbianischen Kurator Jose Roca entwickelt. Roca leitete von 2012-15 die lateinamerikanische Abteilung der Tate Modern in London und ist nun künstlerischer Leiter von FLORA ars+natura in Bogota.


Osnabrück widmet der Performance-Künstlerin die erste Museums-Einzelausstellung in Europa.

Das Performance-Projekt, das am 31. Januar in der Kunsthalle Osnabrück eröffnet wird, trägt stark autobiografische Züge. Arjonas Beobachtungen der Zugvögel begannen 2012 in New York, dem nördlichsten Punkt der Hemisphäre, an dem die aus der Äquatorialgegend stammende Künstlerin je gelebt hat.

Den Impuls gab eine Begegnung mit Nick, einem sog. „Birdwatcher“ im New Yorker Central Park. Der „Birdwatcher“ vergegenwärtigte ihr, dass sie nicht die einzige Kreatur war, die sich fast unsichtbar durch die Straßen New Yorks bewegte und eigentlich aus dem im tropischen Regenwald stammte.
Sie lernte: Die Zugvögel ihrer Heimat teilen – entlang der Nord-Südachse durch beide „Amerikas“ hindurch – eine gemeinsame Wanderroute mit Tausenden lateinamerikanischer Migranten. Ganz im Gegensatz zu der globalen Mobilitätsverdichtung  unserer Zeit faszinierte der „Birdwatcher“ die Künstlerin wegen seiner Ungeschäftigkeit und Geduld, mit der er der Beobachtung der Vogelwelt nachging und dabei einen „Aguilucho“ – einen kleinen Adler  - identifizierte, der seine Flugroute verändert hatte. Der globale Klimawandel – die extremen Windverhältnisse in den USA - wirken sich auch auf die Flugbewegungen der Tierwelt aus.
Ein ganzes Jahr lang begab sich die Künstlerin auf eine Forschungsreise, um diesen Adler, der aus ihrer Heimat stammt, wiederzufinden. Oft hörte sie ihn nur über sich kreisen, konnte ihn aber nicht sehen. Ein Jahrzehnt hatte sie ihre Heimat nicht besucht. Als Maria José Arjona in Kolumbien ankam, traf gleichzeitig mit ihr auch der Adler ein. Nun traf sie ihn einer Gruppe an. Die anstrengenden Flüge treten die Adler stets gemeinsam an.

 

Die Geschichtenerzählerin

Für jemanden, der wie Arjona mit dem „magischen Realismus“ der lateinamerikanischen Literatur aufgewachsen ist, liegen die poetischen Parallelen zwischen Vögeln und Migranten auf der Hand: Maria José Arjona übersetzt ihre persönlichen Geschichten und die all jener, die sich durch fremde Länder, Klimazonen und Kulturen bewegen, in Bilder und Zeichnungen, Objekte, Töne und Melodien, Videos, Performances und Installationen. Dabei schafft sie eine Phänomenologie der „Heimat“ - aus der Sicht der Zugvögel. 

Die Besucher der Ausstellung in Osnabrück erwartet ein Ausstellungs-, Performance- und Workshop-Programm, das im Rahmen des Konzepts der „Schule der Empathie“ in Zusammenarbeit mit Christel Schulte (Leiterin der Vermittlung der Kunsthalle Osnabrück) weitergehende Bedeutungsebenen entfaltet. Die Ausstellung öffnet neue Blickwinkel auf scheinbar Vertrautes, gewöhnt das Gehör an vielfach Überhörtes und lenkt die Aufmerksamkeit ebenso an die kleinen und großen Wunder, wie die Schrecken und Ängste, die von den Wanderbewegungen unserer Tage ausgehen.

Maria José Arjona nennt ihr performatives Verfahren „Sichtungen“ (engl. „sighting“, span. „avistamiento“ auf Tumblr findet sich ihre Sicht auf das Projekt:

[http://avistamientos.tumblr.com/post/136753177871/sighting-avistamiento]

 

Das Ausstellungs-, Performance- und Workshop- Projekt

Die Ausstellung „You Are Splendid!“ ist eingebunden in einen performativen Prozess, der bis zum Ende der Ausstellung am Ostermontag andauert. Maria José Arjona baut und stellt unentwegt um, gestaltet neue Zusammenhänge, in denen sie an den Februar-Wochenenden jeweils eine andere Performance präsentiert. Besucher und andere Künstler sind zum Mitschaffen, Mitdenken und Miterfahren eingeladen. Vom 31. Januar  bis 9. März 2016 wird sie unterschiedlichen Zeiten in der Kunsthalle anzutreffen sein.

 

 

Alle Termine im Überblick:

Sonntag, 31. Januar, 11 bis 18 Uhr
Flugplan. Eine erste Begegnung, ein Display und ein Tableau Vivant.

Freitag, Samstag, Sonntag 5.-7. Februar, jeweils 16 Uhr
Der Zweite Botschafter. Ein Tabakritual zur geistigen Reinigung und Wissenserweiterung.

Freitag, Samstag, Sonntag 12.-14. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr
Leben. Eine meditative Klangperformance.

Freitag, Samstag, Sonntag 19.-21. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr
Ein Vöglein hat mir gezwitschert. Eine Einladung, ganz Ohr zu sein.
Anmeldung erforderlich per Telefon 0541-323 2190 oder kunsthalle(at)osnabrueck.de

Freitag, Samstag, Sonntag 26.-28. Februar, jeweils 12 bis 18 Uhr
Migration. Ein Moment der Muße und des Gesprächs für alle, die sich auf einen Zwischenstopp in der Kunsthalle einlassen. Eintritt frei!

Freitag, 4. März und Sonntag, 6. März
Flug. Eine poetische Gruppenperformance über den Zauber und die Mühen, die dem In–die-Lüfte-Steigen innewohnen.

 

 

 

Das Jahresprogramm der Kunsthalle wird in Zusammenarbeit mit den Freunden der Kunsthalle Osnabrück e.V. durchgeführt und durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

„You are Splendid!“ wird im Rahmen eines Forschungsnetzwerkes für künstlerische Praktiken der Zusammenarbeit, dem die Kunsthalle Osnabrück seit 2014 angehört, durchgeführt. Dem CAPP Collaborative Art Partnership Programme gehören neben der Kunsthalle Osnabrück folgende Partner an: Agora (Berlin), Create Ireland (Dublin) Hablar en Arte (Madrid), Heart of Glass (Liverpool), LADA Life Art Development Agency (London), Ludwig Museum (Budapest), M-Cult (Helsinki, Tate Liverpool). Von 2014 bis 2018 wird CAPP durch  das EU Programm Creative Europe gefördert. „You Are Splendid!“ erhält eine Förderung durch das ifa-Institut für Auslandsbeziehungen.