Rüdiger Stanko: „Die Farbe der Zukunft“

Die erste Arbeit des Ausstellungsprojektes „konkret mehr Raum!“ geht ab 12. Mai in Produktion


Wie sieht die Farbe der Zukunft in Osnabrück aus - und zwar aus Sicht der Bevölkerung? Die Vorbereitungen der Ausstellung „konkret mehr Raum!“ (13. Juni bis 13. September in der Kunsthalle Osnabrück, im Felix-Nussbaum-Haus und im öffentlichen Raum) laufen fünf Wochen vor Eröffnung auf Hochtouren. Der Künstler Rüdiger Stanko, eingeladen von dem kuratorischen Team der Kunsthalle Osnabrück (Julia Draganović, Elisabeth Lumme und Valérie Schwindt-Kleveman), wird am 11. Mai vor Ort sein, um die Besucher der Kunsthalle und des Felix-Nussbaum-Hauses zur Teilnahme an seinem Projekts „Die Farbe der Zukunft“  einzuladen. Stanko stellt an beiden Orten jeweils einen Tisch mit Farbmustern auf. Einwohner und Besucher sind eingeladen, über einen Zeitraum von zwei Wochen die Farbe der Zukunft in Osnabrück auszuwählen. Auf einem Stimmzettel können die Beteiligten die Nummer ihrer Wahlfarbe notieren und mit Namen und Adresse vor Ort hinterlassen. Am Ende dieser Aktion bekommen die Teilnehmer das Ergebnis - ein gestreiftes Bild - in Form einer Postkarte nach Hause geschickt. Die Breite der Streifen ist abhängig vom Ergebnis. Je dicker sie ist, desto mehr Beteiligte haben diese Farbe ausgesucht.
 
Für die Ausstellung „konkret mehr Raum“ wird Rüdiger Stanko die ausgewählten Farbstreifen großformatig malen und im öffentlichen Raum zeigen, um das Ergebnis der Befragung für alle sichtbar zu machen:  Direkt an der Kreuzung Rißmüllerplatz wird auf dem Grünstreifen unübersehbar, einer Litfaßsäule ähnlich, ein Kunstwerk von Rüdiger Stanko stehen. Seine Streifenmalerei hat auf diese Weise schon viele Stadträume erobert.
 
Die Passanten und Autofahrer entdecken plötzlich eine bemalte Säule, ein abstraktes, geheimnisvolles Bild. Auf den ersten Blick fallen unterschiedliche horizontale farbige Streifen auf. Ganz im Sinn von „konkret mehr Raum!“ verweist diese Arbeit auf Anhieb durch ihre geometrische Form (Säule/Zylinder) und die horizontalen Linien, Farbstreifen auf die kunstgeschichtliche Epoche der konkreten Kunst. Fünfzig Jahre nach dem Tod des Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart gewinnt die Farbe an Raum und vermittelt eine Aussage: Sie steht für die Zukunft.
 
Rüdiger Stanko wurde 1958 in Groß-Gerau  geboren. Nach seinem Studium der Freien Kunst an der HBK Braunschweig bei den Professoren Lienhard von Monkiewitsch und Ben Willikens, war er Meisterschüler von Wilikens. Seit 1987 ist er als Künstler in Hannover tätig. Rüdiger Stanko hat sich mit seinen partizipativen Projekten einen Namen gemacht. Seine Streifenbilder waren schon in zahlreichen Städten zu sehen, zum Beispiel „Die Farbe des Glücks“ (Toto-Lotto Niedersachsen GmbH), „Die Farbe des Kapitals“ (Stadtsparkasse Stade), „Die Farbe der Zukunft“ (Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon und Stadtbibliothek Celle) sowie „Die Farbe der Industrie“ / „Die Farbe der Kultur“ (Bildhauersymposion Heidenheim).
 
Die Ausstellung Konkret mehr Raum! ist ein gemeinsames Projekt der Kunsthalle Osnabrück, des Felix Nussbaum-Hauses  und des Kulturgeschichtlichen Museums.