"Goodbye Paradise – Landschaftsbilder gestern und heute"

Drei Ausstellungen zum Thema Kunst und Natur in der Kunsthalle Osnabrück und in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

In Kooperation zwischen der Kunsthalle Osnabrück und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird die aus drei Teilen bestehende Ausstellung „Goodbye Paradise“ präsentiert.
 
Die Schau wird in der Kunsthalle Osnabrück vom 27. Oktober 2013 bis 30. März 2014 präsentiert.
 
Die Ausstellung „Landschaft nach 2000“ präsentiert Landschaftsbilder und -installationen von internationalen Künstle­rinnen und Künstlern aus den Jahren 2000 bis 2013 in der Kunsthalle Osnabrück. Diese Ausstellung wird von einer Schau mit Landschaftsgemälden und -radierungen des Osnabrücker Impressionisten Franz Hecker (1870 – 1944) begleitet, die den Titel „Landschaften - Natur und Traum“ trägt.

Landschaft nach 2000

Die Landschaft hat sich seit den 70er Jahren (wieder) zu einer der interessantesten Gattungen der Bildenden Kunst entwickelt. Die Vielfalt ihrer Themen und die teils ironischen, teils provokanten Kommentare zeitgenössischer Künstler in Bezug zum heutigen Umgang mit Natur beziehungsweise Lebensraum überrascht. Heute spiegelt das Land­schaftsgenre einerseits eine Rückbesinnung auf die ehemalige Balance zwischen Mensch und Natur wider, andererseits kündet es von extre­men gesellschaftspolitischen Verwerfungen. So sehen es die Künstler: Landschaft ist Sehnsuchtsort, Konstrukt und Utopie oder kitschig-ro­mantischer Schauplatz medialer Inszenierung der Werbe- oder Touris­musindustrie oder auch von Profitdenken geprägte und bis zur Ödnis geschundene einstige Idylle.

Wohl auch auf Grund von Umweltdesastern und eines bedrohlichen Artensterbens sind ein Umdenken und der Versuch einer neuen Sinn­stiftung in den Konzepten der aus Europa, Asien und den USA stam­menden Künstler der Ausstellung erkennbar. Und natürlich reagieren die zeitgenössischen Künstler auch auf ihre Vorgänger, beispielsweise die Landschaftsmaler der Romantik oder des 19. Jahrhunderts. In der (di­gitalen) Auseinandersetzung Hiroyuko Masuyamas mit den alten Meis­tern der Landschaftsdarstellung spiegelt sich beispielsweise die lange Tradition des Genres.   Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Tim Beeby, Nicole Bianchet, Herbert Brandl, Conni Brintzinger, Martin Dammann, Martin Denker, Slawomir Elsner, Rainer Fetting, Marianna Gartner, Franz Gertsch, Kerstin Grimm, Julius Grünewald, Joseas R. Helmes, Uwe Hennecken, Chris Hipkiss, Leiko Ikemura, Richard Jordan, Anselm Kie­fer, Per Kirkeby, Gustav Kluge, Stefan Mannel, Hiroyuki Masuyama, Jakob Mattner, Mariele Neudecker, Heribert C. Ottersbach, Ged Quinn, Felix Rehfeld, Daniel Richter, Emma Stibbon, Dimitris Tzamouranis, René Wirths, Kailiang Yang.   In der Einführung zur Ausstellung „Landschaft nach 2000“ wird die Ent­wicklung der Landschaftsmalerei mit Arbeiten aus dem 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhundert von Jackob Philipp Hackert, Carl Friedrich Lessing, George Michel, Odilon Redon, Edmund Kanoldt, Erich Heckel und Franz Grabmayr skizziert.  

Franz Hecker, Landschaften, Natur und Traum

Die Ausstellung will mit aktuellen Erkenntnissen zum Werk und zum Schaffen von Franz Hecker neue Aufmerksamkeit auf einen Künstler lenken, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den zentralen Künstlergestalten in der Region Osnabrück zählte. Hecker studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und in Paris. Die Qualität seiner Male­rei und Radierkunst sowie die Verbindung zu Worpsweder Künstlern und zahlreiche Ankäufe von Museen, Kunstvereinen und Privatkunden verschafften ihm schon früh einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Was seine weit verbreiteten Radierungen anbelangt, so gehörte Franz Hecker zu den Spitzenkünstlern dieses Genres in Deutschland.

Sein Hauptaugenmerk galt der Landschaftsmalerei. Hecker schuf zahl­reiche Gemälde auf seinen Reisen innerhalb Deutschlands und Europas und konzentrierte sich ab circa 1910 hauptsächlich auf die nordwest­deutsche Region zwischen Nordsee und dem Münsterland. 1944 verlieh ihm die Stadt Osnabrück die Möser-Medaille. Die Ausstellung kon­zentriert sich ausschließlich auf die Landschaftsbilder des Künstlers und zeigt Heckers Werk erstmals vor dem Hintergrund der politischen und kulturgeschichtlichen Entwicklung der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts.   Franz Heckers Landschaftsinszenierungen sind immer auch Resonanz­raum für Sehnsüchte und religiöse Empfindungen. Auch wenn in Hek­kers Bildern nur ausnahmsweise Industrielandschaften zu sehen sind, so ist sein Werk doch auch eine Reaktion auf Sinnentleerung in Zeiten technokratischer Umwälzungen. Die Osnabrücker Ausstellung führt zahlreiche, zum Teil noch nie ausgestellte Bilder von Franz Hecker aus Museums- und Privatbesitz zusammen.   Ausstellungsbegleitend zur Franz-Hecker-Präsentation wird in der Kunsthalle Osnabrück ein Filmporträt (ca. 25 Minuten) gezeigt.


"Landschaft im Dialog"

Einen spannenden Kontrast zu den Werken des Osnabrücker Künstlers Franz Hecker ergibt sich in der im ZUK der DBU präsentierten Sonderausstellung „Landschaft im Dia­log“ durch die Gegenüberstellung zeitgenössischer Arbeiten von Werner Kavermann, Uwe Lewandowski und Hiltrud Schä­fer, die zeigen, mit welchen Methoden und Ideen Künstler aktuell zum Thema arbeiten. Die Künstler haben speziell für die Ausstellung Fotoar­beiten, Installationen und Gemälde geschaffen.