''melancholia''

Dimitris Tzamouranis in der Kunsthalle Osnabrück

Die Ausstellung "Melancholia" von Dimitris Tzamouranis in der Kunsthalle Osnabrück zeigt vom 6. Januar bis 7. April das Schaffen des in Berlin lebenden griechischen Künstlers am Beispiel einer Auswahl großformatiger Hauptwerke ab 2007. Dieser jüngste Querschnitt aus dem Œuvre von Dimitris Tzamouranis konzentriert sich auf Porträt, Figurenbilder, Landschaften und Stillleben. Leihgaben zu dieser Ausstellung stellen Sammler aus Griechenland, der Schweiz und Deutschland zur Verfügung.

Im Pressegespräch am Freitag, 4. Januar, erklärte der Künstler: "Ich brauche persönliche Nähe zu den Menschen, die ich male, entsprechend sind mir alle persönlich bekannt. Bei vielen meiner Bilder geht es um die Idee der universellen Liebe. Auch möchte ich mich keinem Kunsttyp zuordnen, da ich mich als Teil einer lebendigen Kunstlandschaft sehe, die sich ständig weiterentwickelt."

Tzamouranis konstruiert bühnenartige Szenerien, in denen der Mensch schonungslos präzisiert und bis in intimste Situationen seiner Existenz hinein ausgeleuchtet wird. Durch ein Überschärfen seiner Bildmotive sowie durch die Einbeziehung fantastischer Elemente bildet der Künstler eine ganz eigene Wirklichkeit zwischen Realität und Imagination aus. 


 

Tzamouranis wirft Schlaglichter auf Situationen, die sich zwischen Nacht und Tag, zwischen Traum, Alptraum und Dämmerzuständen und im Grenzbereich zwischen Rationalem und Irrationalem abspielen. Vor diesen Hintergründen magischer Sphären und metaphysischer Räume arrangiert Tzamouranis seine Figuren und konfrontiert den Bildbetrachter mit den Zwängen, Spannungen, Verletzungen und Prägungen zivilisatorischen Lebens. Warte- und Sinnsuchezustände scheinen auf, und die unerreichbaren Fernen der Landschaften und Räume in seinen Bildern werden zur Metapher einer unberechenbaren und latent bedroht erscheinenden Gegenwart. 

Tzamouranis' Kunst ist ebenso stark beeinflusst von der künstlerischen Tradition der europäischen realistischen Kunst wie von antiken Mythologien oder christlich inspirierter Bildkunst. Auch Bezüge zum modernen Film lassen sich aus den Kompositionen besonders der monumentalen Arbeiten des Künstlers herleiten.


Dimitris Tzamouranis stammt aus einer Künstlerfamilie, sein Vater war Kirchenmaler in Griechenland. Tzamouranis steht als realistischer Maler in der Tradition seines Vaters, und er verbindet soziale und kulturelle Aspekte seiner eigenen Herkunft aus dem griechischen Kulturraum mit seiner Lebenssituation im heutigen Lebens- und Arbeitszentrum Berlin.

Vermittlungsangebote (Führungen etc.)

Ein Filmportrait (s.o.) des Malers Dimitris Tzamouranis und seiner Arbeit am Altargemälde "Melancholia"

Der Film entstand im Zusammenhang mit der Ausstellung "Dimitris Tzamouranis / melancholia" in der Kunsthalle der Stadt Osnabrück (6. Januar bis 7. April 2013) und wurde gefördert durch die Stadt Osnabrück und dem Freunde der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück e.V.

Ein Film von Thorsten Alich; Kamera: Stefan Hestermeyer, Thorsten Alich; Produktion: werk.statt e.V.