"Zwischen den Zeiten"

Ausstellung mit Gemälden und Rauminstallationen zu den Themen Kindheit, Erinnerung und Zukunft

Die Frage, mit welchen Ideen und Konzepten sich junge Künstler zu Themen wie Kindheit, Erinnerung und Zukunft äußern und in welcher Weise sich in jungen Positionen Zeitkritik und Zeitempfinden spiegelt, stand am Anfang des aktuellen Projektes "Zwischen den Zeiten" der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück.

Die Fragen nach dem Sinn des menschlichen Handelns und nach dem "Wozu" und "Wohin" sind nicht nur im Alltag, sondern auch in der Kunst allgegenwärtig. "Quo vadis – Wohin gehst du?": Diese lateinische Phrase aus den apokryphen Petrusakten war vielleicht nie so aktuell und von einer derartigen Relevanz wie heute. Heute ist sie eine Überlebensfrage. Und inzwischen würde sich das "Quo vadis" wohl auch nicht mehr auf einzelne Menschen beziehen, sondern wäre anwendbar auf die Weltgemeinschaft mit ihren Anschauungen und Normsetzungen und auf ihr Verhältnis zur Ethik und zur Ökologie und Ökonomie.

In der Ausstellung "Zwischen den Zeiten", die vom 22. Januar (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 25. März in der Kunsthalle Dominikanerkirche präsentiert wird, sind vier Künstler aus Polen, Frankreich und Deutschland vertreten: Hermine Anthoine, Gregor Gaida, Michael Schmeichel und Miriam Vlaming. Bei der Vernissage wird Dr. Sven Nommensen vom Herzog Anton Ulrich - Museum Braunschweig nach der Begrüßung durch Bürgermeister Burkhard Jasper die Eröffnungsrede halten.

Jeder der Künstler hat, schon von seiner kulturellen Herkunft her, einen anderen Blick auf die Themen Kindheit, Erinnerung und Zukunft. Und allen vier Künstlern sind diese Themen nicht vorgegeben worden, sondern sie haben sich damit bereits über viele Jahre beschäftigt.

Einige Arbeiten, die auf die spezifischen sakralen Räume der Kunsthalle Bezug nehmen, sind erst vor wenigen Wochen entstanden. Dazu gehö-ren beispielsweise die drei großen Gemälde von Michael Schmeichel, der für den Chorraum der ehemaligen Dominikanerkirche einen Triptychon gestaltet hat.

Alle Künstler wurden eingeladen, nach Osnabrück zu kommen und sich vor Ort in der Kunsthalle Dominikanerkirche von den besonderen sakralen Räumlichkeiten inspirieren zu lassen. Dieser direkte und persönliche Eindruck vor Ort hat sicher dazu geführt, dass eine ganze Reihe von Arbeiten speziell für die Präsentation entwickelt und raumbezogen konzipiert wurden.

Bei Miriam Vlaming aus Berlin steht das Arbeitsprinzip des "Samplens" im Vordergrund. Die Grundlage ihrer zum Teil monumentalen Gemälde bilden eigene Fotos oder vorgefundenes Bildmaterial.

Der Bremer Künstler Gregor Gaida setzt sich in seinen hauptsächlich aus Holz oder Aluminium geformten skulpturalen Installationen dem Thema Identität und Ideologie in Bezug zum Einzelnen und zur "Masse" auseinander.

Der in Hamburg lebende Künstler Michael Schmeichel verbindet in seinen Gemälden zarte Linien mit klaren figurativen Formen. Diese Motive erinnern an das menschliche Nervensystem und lassen die Fragilität menschlicher Existenz aufscheinen.

Hermine Anthoine aus Paris setzt sich in ihren skulpturalen Arbeiten mit der eigenen Vergangenheit auseinander. Ihre Objekte  erinnern an ihre Kindheit im französischen bäuerlichen Milieu.