"Australien - Ungegenständliche Kunst heute"

Malerei, Installationen, Skulpturen und Objekte

Die Kunsthalle Dominikanerkirche zeigt in Zusammenarbeit mit dem Museum im Kulturspeicher Würzburg und der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e. V. (gkg) und raum 2810 in Bonn bis August 2008 an drei Stationen eine von der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e. V. und raum 2810 konzipierte Ausstellung (Kurator: Christoph Dahlhausen).

Erstmals in Europa wird in dieser Ausstellung eine breite Palette aktueller australischer ungegenständlicher Kunst (Malerei, Skulpturen, Installationen, Wandmalerei) präsentiert. Die europäische Vorstellung von australischer Kunst reicht – von einigen international bekannten Stars der Kunstszene wie Tracy Moffat oder Lawrence Carroll abgesehen – kaum über die klischeehafte Kenntnis von Aboriginal Art hinaus.

In der Osnabrücker Ausstellung werden vom 29. Juni bis 20. August Arbeiten von 16 australischen Künstlern in ihren prägnanten Positionen gezeigt, deren Sprache im Bereich der Non-Objective-Art liegt. Werke international bekannter Künstler (John Nixon, Robert Owen) sind an der Ausstellung ebenso beteiligt wie Positionen junger und noch kaum bekannter Künstler (Daniel Argyle, Justin Andrews, Quentin Sprague, Billy Gruner, Sarah Keighery). Die vorgestellten Arbeiten reichen von der traditionellen autonomen Malerei über klassische skulpturale Positionen bis hin zu raumbezogenen Wandmalereien und großen raumgreifenden Installationen.

Die konkrete Kunst hat in Europa eine lange und große Tradition und erfuhr hier wie in den USA immer wieder Phasen verstärkter Aufmerksamkeit und größerer Relevanz in der Kunstszene. Eine vergleichbare Tradition fehlt in Australien. Dort sind vielfältigere Einflüsse auf die Künstler und ihre ungegenständliche Kunst spürbar. Die frühen Einflüsse von Konstruktivismus und konkreter Kunst sind ebenso von Bedeutung wie die Farbfeldmalerei aus den USA, die Minimal Art und Conceptual Art, aber auch asiatische Einflüsse, die in Europa weniger relevant waren, wie das Monochrome Movement in Süd-Korea oder das Mono Ha Movement in Japan.

In jüngerer Zeit zeigt sich in Australien eine auffällig gesteigerte Beachtung der Non-Objective Art. Die Leichtigkeit, mit der Bezüge und Einflüsse unterschiedlicher Kulturkreise zugelassen werden, lässt eine oft weniger akademische "Verbildung" erkennen. So entstehen hier Werke von zumeist erstaunlicher Direktheit. Dieser wachsenden Bedeutung der Non-Objective Art möchten die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn und raum 2810 mit der Ausstellung "Australien - Ungegenständliche Kunst heute" Rechnung tragen und zu einer Entdeckungsreise zur unbekannten Seite Australiens einladen, der "terra australis incognita in arte".

In der Osnabrücker Ausstellung werden folgende Künstler präsentiert: Justin Andrews, Daniel Argyle, Michael Graeve, Billy Gruner, Melinda Harper, Andrew Huston, Kyle Jenkins, Sarah Keighery, Melanie Khava, Andrew Leslie, John Nixon, Robert Owen, Kerrie Poliness, Trevor Richards, Quentin Sprague, und David Thomas