Die Anwesenheit der Figur. Malerei und Skulptur

Arbeiten von Rainer Hagl in der Kunsthalle Dominikanerkirche

Im Foyer der Kunsthalle Dominikanerkirche wird bis zum 15. November die Ausstellung "Die Anwesenheit der Figur. Malerei und Skulptur" mit Arbeiten von Rainer Hagl gezeigt.

Rainer Hagl zählt zu den herausragendsten und über die Region Osnabrück hinaus wirkenden Bildhauern und Malern. Die aktuelle Ausstellung wird zunächst im Foyer der Kunsthalle Dominikanerkirche präsentiert, bevor sie dann weiter nach Bremen (Städtische Galerie am Bunten Tor), Siegen (Siegerlandmuseum) und Siegburg (Stadtmuseum) geht. Die Ausstellung konzentriert sich hauptsächlich auf die Gemälde der vergangenen fünf Jahre, wobei Bezüge zur Skulptur ein Teil der Präsentation sind.

Als Bildhauer und Maler interessiert Rainer Hagl in erster Linie die plastische Form, die Abstraktion der menschlichen Gestalt. Beide Aspekte, Form und Figur, sind das Generalthema seines bisherigen Oeuvres. Dabei geht es Hagl nicht um allegorische oder um porträthafte Darstellungen, sondern um die Findung eines Archetypus der Menschengestalt, um die Figur, die stellvertretend für Wesen und Wirken des Menschen steht.

Durch plastisch-räumliche und malerisch-zeichnerische Gestaltungsmittel erreicht Hagl einen ästhetischen und psychologisch fast surreal wirksamen Abstand zwischen seinen plastischen Archetypen und dem real betrachtenden Menschen.

Rainer Hagl hat als Künstler und Lehrender (im Fachbereich Kunst der Universität Osnabrück) über mehrere Jahrzehnte nicht nur als figurativer Bildhauer, sondern auch als figurativer Maler die Ausbildung junger Künstler maßgeblich beeinflusst. Bildhauerisch und malerisch hat er eine zwar am abstrakten Expressionismus orientierte, aber doch auch eigenständige Formsprache entwickelt, die auch an den für den Künstler charakteristischen Signalfarben (rot/weiß) orientiert ist.

Rainer Hagl wurde 1947 in Bad Reichenhall geboren. 1967 arbeitete er in München im Atelier von Peter Zeiler. 1971/72 erhielt er einen Lehrauftrag für Aktenzeichen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. 1974 begann er plastisch zu arbeiten. 1975/76 erhielt er das DAAD-Stipendium für Bildhauerei und arbeitete in Wien bei Fritz Wotruba. Seit 1985 ist er Professor für Bildhauerei im Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück. Hagl lebt und arbeitet in Köln.