Kunstmarathon in der Dominikanerkirche

Dritte Osnabrücker Kulturnacht am 13. September 2003

Die Kunsthalle Dominikanerkirche präsentierte zur dritten Osnabrücker Kulturnacht drei neue Ausstellungen, die einen breit gefächerten Blick auf aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst ermöglichten. Eine Schau mit neuen Werken des Bildhauers Robert Stieve wurde am Vorabend des 13. September eröffnet, zwei weitere begannen während der Kulturnacht.

Den Auftakt des Kunstmarathons bildete die Vernissage der satirischen Fotoausstellung "Voller Ernst" um 18 Uhr. Der Berliner Karikaturist und Fotomonteur Ernst Volland präsentierte eine Bilderschau, die alle Varianten der humorvollen Fotografie umfasst: angefangen bei historischen Beispielen bis zu den neuesten Entwicklungen der digitalen Montage.

Um 20 Uhr folgte eine weitere Ausstellungseröffnung: "Gezeiten" war die multimediale Schau von Anne Nissen betitelt. Über ein Jahr hat sich die Künstlerin aus Hannover auf ihr Projekt in der Osnabrücker Kunsthalle vorbereitet. Sie entwickelte eine spezielle (Kirchen-) raumbezogene Installation. Sowohl ihre Objekte als auch ihre Wand- und Deckenprojektionen wurden eigens für die gotische Architektur der Kunsthalle konzipiert. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Videoinstallation "rondo vitae", ein rotierendes, mit Hunderten von Fotoporträts bestücktes Rad, sowie eine mit zahlreichen Spiegeln besetzte rotierende Kugel, die Videokleinbilder an die Wände und die Deckengewölbe der Dominikanerkirche projiziert. Die Bilder erzählen von Menschen, Schicksalen und Erinnerungen und führen dem Besucher, in einer symbolischen Bewegung durch Raum und Zeit, unterschiedliche Wirklichkeitsebenen vor.

Ab 21 Uhr waren im Innenhof der Kunsthalle "Figürliche Skulpturen" des  Bildhauers Robert Stieve aus Melle zu sehen. Seine Werke sind hauptsächlich aus Diabas gefertigt, einer grünlich schimmernden, basaltähnlichen Gesteinsart, die im südlichen Deutschland vorkommt. Diese Steine versieht Stieve zum Teil mit Hinweiszeichen oder Piktogrammen, die überall im Stadtbild und im Straßenverkehr zu sehen sind. Den Bezug zur klassischen Skulptur wahrend ist Stieve hintergründig dem Prozess der Zeichensetzung und der Ordnung des Raums durch Kunst auf der Spur.