Großes Medienereignis vom 24. bis 28. April 2002 in Osnabrück

"EMAF". Das steht für European Media Art Festival, eines der größten Medienereignisse weltweit - 2002r unter dem Motto "New Images - New Stories - Art in Modern Media".

Vom 24. bis 28. April 2002 wurde Osnabrück zum wichtigsten Treffpunkt für Fachleute aus Kunst, Kultur, Medienwirtschaft und für ein großes, interessiertes Publikum. Als Forum für internationale Medienkunst zeigt das EMAF Filme, Videos, Performances, multimediale Installationen und digitale Medien wie CD-ROM, DVD und Internet. Produktionen international renommierter Künstler waren ebenso vertreten sein, wie innovative Arbeiten junger Talente. Darunter viele Welt- Europa- und Deutschland-Premieren.

Die Programme:

· Internationale Auswahl: Film und Video
· The Virtual Actor
· New Asian Cinema
· Underground Zero- 9.11.
· Ausstellung: "Es. das Wesen der Maschine"
· Kongress
· Electronic Lounge
· Student Forum
· Performances

Parallel zum Festival wurde vom 24. April bis 20. Mai eine fesselnde Ausstellung unter dem Titel "Es. Das Wesen der Maschine: Robot- und Maschinenkunst von Louis-Philippe Demers & Bill Vorn (Québec/Kanada)" in der Kunsthalle Dominikanerkirche gezeigt.

Den cineastischen Rahmen des Festivals bildet das internationale Film- und Videoprogramm, eine Autorenretrospektive sowie spannende Sonderprogramme. Insgesamt wurden rund 200 Filme und Videos gezeigt, darunter experimentelle Kurz- und Langfilme, poetische Videos und Videoclips bis hin zu unterhaltsamen Flash-Animationen - ein Spektrum, das umfassende Einblicke in die zeitgenössische Kunst- und Medienproduktion vermittelt.

Geografischer Schwerpunkt war die Medienszene in Asien und speziell in China und Korea. Die dortige Filmszene ist im Aufbruch begriffen, nicht zuletzt eine Folge der politischen Liberalisierung und wirtschaftlichen Entwicklung, wodurch eine neue selbstbewusste Kunst- und Kulturszene entsteht.
Ein Schwerpunkt galt dem "Virtual Actor", Filme, in denen statt realer Menschen am Computer entstandene Figuren, beziehungsweise "menschliche" Akteure in virtuellen Umgebungen agieren. Dabei verschwimmen die Unterschiede zwischen dem Realen und dem Virtuellen zunehmend. Theoretisches dazu gibt es auf dem Kongress zu hören.

Eine umfangreiche Retrospektive war dem Kanadier Al Razutis gewidmet. Dessen Oeuvre reicht vom Experimentalfilm bis hin zu medientheoretischen Texten. Seit Anfang der neunziger Jahre arbeitet er zugleich mit 3D-Videos.

"Underground Zero" lautet der Titel einer spannenden Filmkompilation zu den Ereignissen nach dem 11. September 2001, den das EMAF als Europapremiere gezeigt hat. Eine Woche nach den Terroranschlägen riefen die amerikanischen Filmemacher Jay Rosenblatt und Caveh Zahedi über 150 Experimental- und Dokumentarfilmer an, um sie zu bitten, einen Beitrag für ein Filmprojekt zu machen, das sich auf dieses Ereignis und seine Nachwirkungen bezieht.