Die Höhle füllt den Berg

Arbeiten von Walter Libuda

In Walter Libudas Kunstwerken vermischen sich Expressionismus und Leipziger Schule, Art brut und Informel: die künstlerische Handschrift des ehemaligen Meisterschülers von Bernhard Heisig ist sowohl in seiner Malerei als auch in seinen plastischen Werken unverkennbar. Für sein eindrucksvolles Schaffen erhielt Walter Libuda im Jahr 2000 den Thüringer Gerhard-Altenbourg-Preis. Anlässlich dieser Preisverleihung präsentierte nach dem Lindenau-Museum Altenburg die Osnabrücker Kunsthalle Dominikanerkirche vom 24. Februar bis 16. April 2001 die Ausstellung "Die Höhle füllt den Berg". Die Ausstellung in der Kunsthalle Dominikanerkirche führte einen Teil der gezeigten Exponate zur Gerhard-Altenbourg-Preisverleihung mit aktuellen Arbeiten zusammen, die Walter Libuda eigens für sein raumbezogenes Konzept in der gotischen Halle der Dominikanerkirche ausgewählt hat.

Libudas Arbeiten "...sind Labyrinthe, wilde Gärten und kühne Bauten für abenteuerliche Spaziergänge des Geistes. Weil bisweilen fremdartige Figuren, Fabelwesen und seltsame Tiere auf der Leinwand ihr Unwesen treiben, und das Auge ungewiss zwischen Landschaft und Architektur herumwandert, sind diese Gärten immer wieder höchst unsichere mit Bildfallen bestückte Orte. Ein eben noch erkanntes Abbild kann sich im nächsten Moment ebenso zu rein abstrakter Malerei auflösen, wie umgekehrt sich ein Farbenspiel ganz unerwartet zur Gestalt verdichten kann. Libudas im Wortsinn vielschichtige Malerei entzieht sich jeder eindeutigen Festlegung, stiftet befreiende Verstörung; sie eröffnet dem Betrachter mit melancholischer Zärtlichkeit eine Welt des heiteren Zweifels, in der gleichermaßen das Fest der Farbe gefeiert und mit fast grüblerischer Hartnäckigkeit den Grundfragen des Lebens nachgegangen wird - kraftvoll in der Tat und elementar", so Helmut Zeumer, Vorsitzender der Fred-Thieler-Stiftung in der Berlinischen Galerie, zu Walter Libudas Œuvre.

Walter Libuda, 1938 in Zechau - Leesen geboren, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1981 erhielt er den Kritikerpreis und 1983 den Förderpreis des Staatlichen Kunsthandels der DDR bei der Periodika-Ausstellung "100 ausgewählte Graphiken der DDR". 1999 wurde er mit dem Fred-Thieler-Preis für Malerei der Berlinischen Galerie/Landesmuseum für Moderne Kunst geehrt. Walter Libuda lebt und arbeitet in Berlin. Er ist Mitglied des Künstlerverbandes "Neue Gruppe München", des Deutschen Künstlerbundes und der sächsischen Akademie der Künste.