Performance von Ayumi Paul: WE ARE WE

 

Am Samstag und Sonntag, den 26. und 27. Mai, jeweils von 15 - 18 Uhr ist die Berliner Künstlerin Ayumi Paul mit der Performance WE ARE WE zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück. Nach der Performance gibt es am Sonntag, den 27. Mai von 18:30 - 19:30 Uhr ein Publikumsgespräch mit der Künstlerin.

Ayumi Paul ist Violinistin und Komponistin und kombiniert ortspezifische Konzerte, Kompositionen, Performances und Installationen. Wesentlich für ihre Herangehensweise sind der Klangkörper, das Material und die Umgebung. So schafft die Künstlerin einfühlsame und lange andauernde Performances, welche die Hörgewohnheiten erweitern.

In der National Gallery Singapore hat Ayumi Paul eine solche Performance mit WE ARE WE bereits Anfang des Jahres aufgeführt, mit Unterstützung des Goethe Instituts Singapore. Hierfür kreierte sie ein spezielles Kostüm und somit eine doppelte Komposition: die musikalische und textile. Das Kleid basierte auf dem japanischen Näh-Stil "Boro". Dieser Stil bezieht sich auf gängige Praktiken der japanischen Bauernklasse des 19. Jahrhunderts. Aufgrund ökonomischer Notwendigkeit nähte man (wie in vielen anderen Kulturen auch) häufig verschiedene Textilien aneinander und verwendete ältere, zerrissene Kleidung wieder.

In einem Pariser Antiquitätenladen fand Ayumi Paul einen „Boro" Kimono, kaufte ihn und nutze ihn als Grundlage für ihre textile Kleid-Komposition. Sie bat Frauen, die einen Einfluss auf ihr Leben hatten, ihr Stoffteile zu schenken, die eine Bedeutung für diese haben. Alle Teile nähte Ayumi Paul zu einem einzigen Kleid zusammen. Jedes einzelne Teil des Kleides erzählt eine Geschichte, die in die musikalische Ebene übertragen und zu einer Gesamtgeschichte verknüpft werden musste.

Obwohl Ayumi Paul für die National Gallery Singapore eine 6-stündige Komposition für die Violine und Stimme im Voraus komponierte, wurde ihr während des Spielens bewusst, dass die Musik in „Echtzeit in Erscheinung treten muss" und nicht vorbereitet werden kann. Schließlich entstand eine unendliche Improvisation, die auf den Stoffen basierte, die sie an ihrer Haut trug.

Die Künstlerin glaubt daran, dass alles was existierte, existiert und existieren wird, miteinander verknüpft ist. Das Kleid und die Performance sollen diese Verbindungen aus dem weiblichen Narrativ heraus sichtbar machen. Das kollektive Gedächtnis und das Vertrauen der Frauen, die ihre Stoffe gaben, werden durch die Verwebung aller Geschichten zu einer großen Geschichte geehrt.

 

Weitere Informationen zur Künstlerin Ayumi Paul: http://ayumipaul.com/ 


Zu Gast in der Kunsthalle Osnabrück: European Media Art Festival No 31


Report - Notizen aus der Wirklichkeit
Festival: 18. – 22. April 2018
Ausstellung: 18. April – 21. Mai 2018
Informationen zum Festival: www.emaf.de/de/index.html


 

Als Hamburger Künstler ist Christoph Faulhaber in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland sondern auch international bekannt geworden. Der Mittvierziger studierte Architektur und Kunst und hat eine höchst abwechslungsreiche Lebensgeschichte, die ihn quer durch Europa, die USA, Lateinamerika und Asien geführt hat. Es mag den Chronisten verziehen werden, dass in Vergessenheit geriet, woher er wirklich stammt – aus Osnabrück nämlich! Die Kunsthalle Osnabrück widmet Christoph Faulhaber nun seine erste Einzelausstellung in seiner Heimatstadt und hat den Ehrgeiz, damit auch einen Überblick über sein bisheriges Schaffen zu geben. Rund 20 seiner Projekte werden daher im ehemaligen Dominikanerkloster vorwiegend als Dokumentationen dargestellt. Hilfreich ist dabei, dass Faulhaber 2014 eine Art filmischer Biographie vorgelegt hat, die selbstverständlich gezeigt werden wird. Unter dem Titel „Jedes Bild ist ein leeres Bild“ erzählt Faulhaber dort seinen künstlerischen Werdegang. Der ist gespickt mit provokativen Aktionen und Performances, die ihm so manche Probleme eingetragen haben.  Im Zentrum von Faulhabers Arbeit steht häufig die Frage nach Macht. Wer hat Macht und übt sie wie und wo aus?

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Ernesto Pujol: Die Zuhörenden


Eine partizipative Gruppenperformance am 25. August im Friedenssaal des Rathauses zu Osnabrück

Für den 25. August lädt die Kunsthalle Osnabrück gemeinsam mit städtischen Bühnen in den Friedenssaal ein. Im Rahmen von ECHY, dem Europäischen Kulturerbe-Projekt, das im August 2018 Jugendliche aus ganz Europa in die Stadt bringen wird, wird unter der Leitung von Ernesto Pujol eine Gruppenperformance entstehen: „Die Zuhörenden“ sind Menschen im Alter von 18 und 80 Jahren, die mit Pujol das stille und aufmerksame Zuhören geübt haben. Im Friedenssaal werden Sie am 25. August vom Sonnenaufgang bis Mitternacht – also auch während der Kulturnacht - jedem, der etwas „loswerden“, der eine Geschichte erzählen oder seine Gedanken durch Aussprechen ordnen möchte, ihr Ohr leihen. Der Friedenssaal ist dafür ein wichtiger Ort, der daran erinnern mag, dass Zuhören eine der wichtigsten Fähigkeiten ist, wenn man Konflikte zu lösen hat.

 

 


Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück