Liebe Besucherinnen und Besucher,

vom 20. - 22.11.2018 finden in der Kunsthalle Veranstaltungen statt. Wir freuen uns aber, sie ab 23.11.2018 wieder in der Ausstellung "William Engelen: Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" begrüßen zu können.


William Engelen: Heute hat die Orgel wieder schön gespielt

 

Ausstellung: 4. November 2018 bis 20. Januar 2019

 

William Engelen (*1964 in Weert, Niederlande) ist ein Konzept-Künstler und Komponist, dessen vielfältiges Schaffen sich zwischen Klanginstallation, Bildender Kunst, Happening, Performance und Musik bewegt. Viele seiner Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Beziehung zwischen Klängen, der Spezifik des Raums und unwiederholbaren Situationen aus. Engelens musikalische Werke sind zumeist graphisch notiert, seine Partituren sind eigenständige Kunstwerke, die sich in die multimedialen Installationen einfügen.

Kompositorisches Ziel der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt", die am 4. November in der Kunsthalle Osnabrück eröffnet wird, ist es, die Klausing-Orgel aus Melle symbolisch in das Osnabrücker Kirchenschiff zu "translozieren".

In der Ausstellung können die ungewöhnlichen Klang-Transformationen nachvollzogen werden, die der Künstler vorgenommen hat. Besucher*innen, die die Konzerte „Gebrauchsspuren“ (22. September) auf dem Platz vor der St. Katharinenkirche vor dem Lortzinghaus in Osnabrück oder die Uraufführung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" in St. Matthäus in Melle (14. Oktober) miterlebt haben, dürfen gespannt sein, denn sie werden mittels der Videodokumentation Teil des Kunstwerks und der Ausstellung.

Hintergrund: Die Klausing-Orgel der Meller Matthäus-Kirche befand sich ursprünglich in der Kirche des Dominikanerordens in Osnabrück, in dem heute die Kunsthalle Osnabrück beheimatet ist. Nach der Säkularisierung während der napoleonischen Kriege 1803 wurde die Orgel 1819 der Pfarrei in Melle übereignet. Die Ausstellung, die bis zum 20. Januar in Osnabrück zu sehen sein wird, erlaubt also auch ein Gedenken an diese historische Schenkung vor 200 Jahren. Bei der Aufführung in Melle, bei der der international bekannte Musiker Stephan Lutermann die Orgel gespielt hat, hat William Engelen selbst die Rolle des Kalkanten (Balgtreters) übernommen und die Luftzufuhr der Orgelpfeifen manuell gesteuert. Mit dem ironischen Titel der Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" verweist William Engelen auf ein Spiel mit den Erwartungen und Wahrnehmungen der Besucher*innen, ebenso wie auf die Unsichtbarkeit von Orgel und Musiker.

Die Ausstellung "Heute hat die Orgel wieder schön gespielt" von William Engelen findet in Zusammenarbeit mit den Freunden der Kunsthalle Osnabrück e. V statt und wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.


 

Kunst funktioniert nur dann als Kunst, wenn sie gesehen und rezipiert wird. Gerade als junge Künstlerin oder junger Künstler ist es mitunter nicht leicht, ein großes Publikum zu erreichen und so seine Werke und Ideen aus dem Studio oder Atelier hinaus in die Welt zu tragen.

Wie lenkt man diese Aufmerksamkeit auf die eigene Kunst? Wie schafft man es, von möglichst vielen Menschen und Institutionen gesehen zu werden? Wie wählen Kuratorinnen und Kuratoren ihre Künstlerinnen und Künstler aus?

Im Rahmen des diesjährigen Kunstdialogs, der als Nachfolger des Künstlerfrühstücks zum 11. Mal gemeinsam von Stadt und Landkreis Osnabrück mit dem Ziel der Vertiefung des Meinungsaustausches ausgerichtet wird, soll es bei einem Rundgespräch mit anschließendem Buffet um solche Fragen gehen. Wir werden über Strategien zur Künstlerauswahl und Präsentation sprechen, über ungewöhnliche, wirksame und untaugliche Methoden. Dazu haben wir vier Personen eingeladen, die alle für sich einen speziellen Zugang zu diesem Thema haben und ihre Erfahrungen jeweils aus Künstler- und/oder Kuratorensicht teilen werden.  

Ruppe Koselleck ist Leiter des Kunstvereins Ahlen und zugleich Künstler, Kurator und Lehrbeauftragter. Er hat so einen Blick von diesen verschiedenen Seiten auf die Fragen, die den Kunstdialog beschäftigen. Seine Kunst ist an Dada, Fluxus und Concept Art angelehnt, lässt sich aber im Gegensatz zu diesen Richtungen konkret gesellschaftspolitisch verorten. Sie ist relevant, kritisch und zugleich komisch. Koselleck stößt mit seinen Aktionen und Projekten Ideen und Prozesse an, die oft über lange Zeiträume hinweg, an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Medien verfolgt werden. Er hat zum Beispiel mit der Aktion "Magnetische Translokationen" eine ungewöhnliche Strategie entwickelt, die die Kunst direkt und ohne konkrete Einladung an Besucher in den öffentlichen Raum und so an die Menschen bringt. 

Eine städtische Einrichtung wiederum folgt eigenen Regeln, so dass Dr. Annett Reckert, die seit 2010 Direktorin der Städtischen Galerie Delmenhorst ist, ihre eigenen Erfahrungen als Kuratorin mit Blick aus dieser Institutionsform im Rundgespräch beitragen kann. Sie war zuvor stellvertretende Leiterin der Kunsthalle Göppingen, lehrte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig "Vermittlung der Kunst" und war am Sprengel Museum Hannover und dem Kunstmuseum Wolfsburg tätig. Fortlaufend arbeitet sie zudem in Seminaren, als Mitglied in Jurys und Gremien und an Texten und Vorträgen zur Zeitgenössischen Kunst und Klassischen Moderne sowie deren Vermittlung.  

Bettina Steinbrügge studierte Kunstwissenschaft, Englische Philologie und Vergleichende  Literaturwissenschaft in Kassel, war von 2001 bis 2007 Direktorin der Halle für Kunst Lüneburg und unterrichtet nach einer Lehrtätigkeit an der Universität Lüneburg und dem Kunstraum der Universität Lüneburg seit 2009 an der Haute école d'art et de design (HEAD) in Genf. 2014 wurde sie zusätzlich zur Professorin für Kunstgeschichte an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Hamburg berufen. Beim Kunstdialog wird sie einen Einblick in Künstlerauswahl und kuratorischer Praxis in einem Kunstverein geben, denn seit Januar 2014 ist sie die Direktion des Kunstvereins in Hamburg. Bettina Steinbrügge publiziert zudem regelmäßig zu Themen der Gegenwartskunst und insbesondere zu Kunst und Bewegtbild.

Pia Tabea Visse ist junge Performancekünstler*in und Teil der Kurator*innen- und Organisator*innen-Kollektive des YUP (Young Urban Performances) und der Ausstellungsreihe fluentartsproject. In ihrem Masterstudium Kunst und evangelische Theologie an der Universität Osnabrück beschäftigt sie sich vor allem mit der philosophischen Frage des menschlichen Handelns. Unter dem Namen Joran*Yonis tritt Visse als Performancekünstler*in auf - zumeist provokativ und grenzüberschreitend. Aus dieser künstlerischen Praxis und der damit verbundenen Problematik der, gerade für junge Künstler*innen, raren Ausstellungsmöglichkeiten, entstand sowohl das YUP, als auch fluentartsproject. Hier sollen junge, aufsteigende Künstler*innen die Möglichkeit bekommen, ihre künstlerischen Positionen zu zeigen, sich zu vernetzen und Erfahrungen zu sammeln. Das Kollektiv hat sich getraut, eine besondere Form der Künstlerauswahl anzuwenden, einen internationalen Open Call ausgerufen und aus den zahlreichen Bewerbungen ausgewählt. Beim Rundgespräch wird sie ihre Erfahrung als Nachwuchskünstlerin und Festival-Organisatorin teilen.

 

Wenn Sie an diesem spannenden Erfahrungsaustausch teilnehmen wollen, bitten wir Sie um verbindliche Anmeldung bei Anne Haunhorst unter haunhorst@osnabrueck.de oder +49-(0)541- 323 2263 bis 16.11.2018.


Exklusiver Vortrag für die Freunde der Kunsthalle zur kommenden Ausstellung "Katharina Hohmann: Inventur"

Katharina Hohmann: Collage zu "Inventur", 2018.

 

Freitag, 23. November 2018 | 17 Uhr Foyer der Kunsthalle Osnabrück

Am 23.11.2018 um 17 Uhr stellt Katharina Hohmann sich selbst, ihre Arbeit  und die einzigartigen Entdeckungen zur Geschichte des Ortes bei einem Vortrag und Künstlergespräch exklusiv für die Freunde der Kunsthalle im Foyer der Kunsthalle vor, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Die Künstlerin Katharina Hohmann besucht seit über einem Jahr regelmäßig Osnabrück und hat bei ihren damit verbundenen Recherchen, eine Ausstellungsidee entwickelt, deren Umsetzung unter dem Titel Inventur vom 10. Februar bis 7. April 2019 in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein wird.

Ihre Entdeckungen stützen sich auf Inventarlisten, auf Recherchen in Archiven, auf alte Fotografien und auf Gespräche mit Menschen. Die spannenden historischen Schätze und Informationen, die sie dabei hervorgeholt hat, sind Grundlage und Inspirationsquelle für die verschiedenen Elemente, die sie für die Ausstellung gestalten wird. Bei der Untersuchung des Archivmaterials zum ehemaligen Dominikanerkloster, welches heute die Kunsthalle Osnabrück beherbergt, entstand ein Konzept, das die Geschichte dieses besonderen Ortes sichtbar, begehbar und mit allen Sinnen erlebbar machen und die Kunsthalle mit zeitgenössischen Mitteln transformieren wird.

Die vielschichtigen Nutzungen und Veränderungen, die dieses Gebäude in den Jahrhunderten erfahren hat, werden aufgegriffen: Die mehrmalige Nutzung als Lazarett, nicht nur zur Zeit der französischen Übernahme sondern auch schon im 12. Jahrhundert, die Nutzung als Kornspeicher, als Lager, als Magazin, das vierstöckige Gebäude, das in der Kirche Platz genommen hatte und sie über fünfzig Jahre ausfüllte, die Menschen, die hier lebten und arbeiteten, die Dinge, die hier aufbewahrt wurden - all' das ist für Katharina Hohmann von Interesse und Inspiration für ihr künstlerisches Konzept.

Die Künstlerin Katharina Hohmann wurde in der Schweiz geboren und wuchs in Italien auf. Sie hat ihr Kunststudium an UDK Berlin absolviert. Seit ihrem Studium beschäftigt sich Katharina Hohmann mit Übergängen der Bildenden Kunst hin zu Phänomenen des Alltags, des öffentlichen Raums und der Dingkultur, so dass sie sich von der Malerei schließlich zu Objekten und Installationen zuwandte. Sie unterrichtete an verschiedenen deutschen und europäischen Kunstschulen und war an der Gründung zweier internationaler Master of Fine Arts Programme beteiligt: Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien (Bauhaus- Universität Weimar, 2001) und Work.Master (HEAD-Geneve, 2008). Katharina Hohmann lebt heute in Berlin und Genf, wo sie seit 2007 den Studiengang Skulptur "Art et Espaces" an der Haute école d'art et design HEAD - Genève leitet. Ihre Arbeiten wurden national und international in Museen, Galerien, Kunstinstitutionen und im öffentlichen Raum ausgestellt.

Bei  der Recherchearbeit zum Ausstellungsprojekt Inventur arbeitete Katharina Hohmann mit zahlreichen Beteiligten zusammen: das Archiv der Neuen Osnabrücker Zeitung, das Diözesanmuseum und Domschatzkammer des Bistums Osnabrück, der Fachbereich Geodaten und Verkehrsanlagen, sowie der Fachdienst Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt Osnabrück, das Niedersächsische Landesarchiv - Standort Osnabrück, insbesondere mit der Leiterin Dr. Birgit Kehne und dem Historiker Dr. Ulrich Winzer.    Das Ausstellungsprogramm der Kunsthalle Osnabrück wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und unterstützt durch die Freunde der Kunsthalle.

Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltung per Email an haunhorst@osnabrueck.de oder unter 0541 323 2263 an.


Christoph Faulhaber: A Golden Age, hrsg. v. Sabine Maria Schmidt unter Mitarbeit von Julia Draganovic und Christoph Faulhaber, Hatje Cantz: 2018.

 

Zur Präsentation der kürzlich im Verlag Hatje Cantz erschienenen Monografie Christoph Faulhaber: A Golden Age lädt Sie die Kunsthalle Osnabrück gemeinsam mit den Altstädter Bücherstuben am Sonntag, den 25. November in die Altstädter Bücherstuben (Bierstraße 37) ein.

Im Buch A Golden Age wird erstmalig ein umfangreicher Einblick in das Schaffen des in Osnabrück geborenen Künstlers Christoph Faulhaber geboten. Es stellt seine künstlerischen Aktionen vor, welche die Grenzen zwischen Öffentlichem und Privatem austesten, Handlungsräume ausloten, Bildfunktionen hinterfragen und nicht selten provozieren. Sie sind dabei stets gut durchdacht, intelligent und oft von einem präzise-ironischem Witz begleitet.

Die Monografie ist nicht zuletzt auch deswegen bedeutsam, da sie neben Materialien zu Performances, wie Burberry - Weltweite Musterung (2001) und Mister Security (2005-2007), zum ersten Mal auch frühe Arbeiten, wie die Land Art-Performance Schwarzspecht (1995), sowie Texte und Bilder zur Einzelausstellung Revolution & Architektur, welche diesen Sommer in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen war, publiziert.   Sie enthält Texte von Inke Arns, Julia Draganović, Christoph Faulhaber, Holger Kube Ventura, Víctor Palacios Armendáriz, Sabine Maria Schmidt, Reinhard Spieler, Oliver Zybok u.a., sowie Kurztexte, die die einzelnen Projekte Faulhabers vorstellen. 

In der globalen, digitalisierten Welt, über die Christoph Faulhaber auch in seinen Aktionen reflektiert, hat die Bedeutung analoger Printmedien stark nachgelassen. Auch deshalb freuen wir uns, dieses gedruckte Buch über die Arbeit eines Künstlers, die sich mitunter stark auf die Recherche von Zeitungen und Zeitschriften stützt, präsentieren zu können. Noch dazu an einem Ort, wo Bücher zuhause sind: in einem Buchladen! Die Freude ist groß, dass Karin Steinke-Klingenburg, Inhaberin der Altstädter Bücherstuben, ihren Buchladen für diese Veranstaltung zur Verfügung stellt und Sie gemeinsammit Kunsthallen-Direktorin Dr. Julia Draganović und dem Künstler Christoph Faulhaber persönlich begrüßt.

Die Buchpräsentation wird zudem musikalisch begleitet durch das Duo Saudade mit Emer Morris an der Querflöte und David Wiesner an der Konzertgitarre. "Saudade" ist eine portugiesische und galizische Form des "Weltschmerzes". Das Repertoire des Duos, das bereits seit 1997 existiert, hat einen Schwerpunkt auf südamerikanische Komponisten, beispielsweise Astor Piazolla, Máximo Diego Pujol oder Celso Machado.

Die Monografie kann für 40 € erworben werden.

Weitere Informationen zur Monografie: www.hatjecantz.de/christoph-faulhaber-7391-0.html

Website der Altstädter Bücherstuben: altstaedter-buecherstuben.de

Weitere Informationen zum Duo Saudade:  www.davidsaiten.de/index.php 


Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück