Marktplatz Osnabrück - Ende April - Anfang November 2017
Kunsthalle Osnabrück - Eröffnung: Dienstag, 6. Juni, 18 Uhr - bis Januar 2018

Kuratiert von Valérie Schwindt-Kleveman

Das Bemühen, räumliche Situationen auf eine Fläche zu übertragen, ist so alt wie die Malerei selbst. Felice Varini dreht die Fragestellung um: Was passiert, wenn eine zweidimensionale geometrische Form in den realen (architektonischen) Raum gebracht wird? Die Installation „Vier Blaue Kreise“ an den Fassaden des Osnabrücker Marktplatz macht die Besucher seit Mitte April durch  Selbstexperimente zu Experten zentral-perspektivischer Forschung. Der in Paris lebende Varini und seine Assistenten haben mittels Hebebühnen und Bergsteigerausrüstung im April zehn Tage lang wie in einen optischen Windkanal die blaue Intervention auf die Fassaden der Marienkirche und der umliegenden Gebäude der Marktstraße appliziert.  In den vergangenen Wochen entstanden in der Kunsthalle Osnabrück zwei weitere korrespondierende Konstruktionen im ehemaligen Kirchenraum.

Wenn es richtig ist, dass die medial geprägte Lebenswelt unsere Wirklichkeit mehr und mehr zu einem zweidimensionalen Display verwandelt, und unser Leben verflacht, so wird Osnabrück im Kunstsommer 2017 zu einem Ort, an dem der Besucher blaue (und rote) Drei-Dimensionalität „nachtanken“ kann. Mit der feierlichen Eröffnung einer 20 Meter hohen und 50 Meter langen Doppel-Installation im Kirchenschiff der Kunsthalle am 6. Juni 18 Uhr wird die Osnabrücker Intervention am Marktplatz komplettiert. 

Hintergrund: Zum Konzept der Kunsthalle Osnabrück gehört es, Metaphern temporärer Gemeinschaftsbildung zu schaffen. Die geometrischen Formationen, die Felice Varini für den Marktplatz in Osnabrück und für die Kunsthalle konzipiert hat, fügen sich in die Reihe von Projekten ein, in denen Künstlerinnen und Künstler zusammen mit dem Publikum neue Gemeinschaftserfahrungen performen. - Es begann 2014 mit Michael Beutler und Etienne Descloux, die das ehemalige Kirchenschiff in ein Forum für gemeinschaftliche Kunstverfahrungen verwandelte, indem sie eine umlaufende Sitzbank mit 150 Lauflänge installierten. Die Projekte von Jorge González, IRWIN, Maria José Arjona, Ernesto Pujol und Jan Tichy schrieben dieses Konzept fort. Mit der Intervention von Felice Varini im öffentlichen Raum stellt die Kunsthalle Osnabrück einen weiteren künstlerischen Forschungsansatz zu Gemeinschaftsbildungen zur Diskussion. Für die temporäre gemeinschaftliche Aktion ist es der Kunsthalle gelungen, wichtige Vertreter der Friedenstadt (Wohnungseigentümer beider Konfessionen,  den Norddeutschen Rundfunk und die Anwohner) in einer geometrischen Konstellation zu verbinden.  Als Kooperationspartner konnten der Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück, die Gemeinde der evangelischen Marienkirche und die Gemeinde des Osnabrücker St. Petrus Doms gewonnen werden.    mehr...


 

Eröffnung: Dienstag, 6. Juni, 18 Uhr, Kunsthalle Osnabrück

Ursprünglich als Parallelveranstaltung zur Biennale in Çanakkale geplant, lädt Osnabrück im Sommer 2017 zum zweimonatigen „Çanakkale Art Walk 2017: Homeland“ ein. Kuratiert wird die Gruppenausstellung von Christian Oxenius in Kooperation mit der CABININ – Çanakkale Biennial Initiative. Vier Institutionen für zeitgenössische Kunst haben sich zu einer gemeinsamen Eröffnung am 6. Juni zusammengeschlossen: die Kunsthalle Osnabrück, das Osnabrücker Museumsquartier (Felix-Nussbaum-Haus/ Kulturgeschichtliches Museum), der Bund Bildender Künstler Osnabrück (BBK) und die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst e.V.

„Canakkale Art Walk 2017: Homeland“  wird am 6. Juni 18 Uhr in der Kunsthalle Osnabrück, Hasemauer 1, sowie anschließend im Kunst-Quartier des BBK, der Villa Schlikker und der hase29 feierlich eröffnet. Die Begrüßung spricht die Bürgermeisterin Birgit Strangmann. Die Einführung hält der Kurator des „Çanakkale Art Walk 2017: Homeland“ Christian Oxenius.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Osnabrück und den Freunden der Kunsthalle Osnabrück e.V. durchgeführt. Es wird gefördert von dem Freundeskreis Bildender Künstler (FBK), den Freunden der Kunsthalle Osnabrück, dem ifa-Institut für Auslandsbeziehungen, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Osnabrück und der Stiftung Niedersachsen.

Als weiterer Kooperationspartner und Förderer konnte das Morgenland Festival Osnabrück gewonnen werden. Nachdem die finanzielle Unterstützung aus der Türkei aus politischen Gründen weggebrochen war, half das international renommierte Festival aus. Bereits 2011 war das Morgenland Festival mit diversen Formationen zu Gast beim traditionsreichen Troja Festival im türkischen Çanakkale. 2016 war „Heimat“ das inhaltliche Thema.

„Kaum ein Thema hat uns in den letzten Jahren inhaltlich so beschäftigt wie die Frage nach Heimat, menschlich wie künstlerisch. Es ist uns daher eine große Freude, kurzfristig als Kooperationspartner oder „Verbündeter" mit in das spannende Projekt "Çanakkale Art Walk 2017 - Homeland“ einzusteigen. Nicht zuletzt sollte Solidarität gerade in künstlerischen Institutionen eine Selbstverständlichkeit sein und zum Ausdruck bringen, dass knappe Kassen uns Akteure niemals gegeneinander, sondern gerade füreinander agieren lassen.“ (Michael Dreyer, Künstlerischer Leiter des Morgenland Festival Osnabrück. mehr...


 

Die Kunsthalle Osnabrück bietet ein neues Vermittlungsprogramm an: „die Rakete“. Nun wurden drei „Raketen“ vorgestellt, die im Rahmen einer fast einjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Vermittlungsteam der Kunsthalle, dem technischen Mitarbeiter der Kunsthalle, dem Masterstudiengang Kunst und Kommunikation der Universität Osnabrück unter der Leitung von Professor Dr. Andreas Brenne sowie seiner Mitarbeiterin Nikola Dicke und den beiden Künstlern David Rauer und Joshua Sassmannshausen entstanden sind. mehr ...

Adresse

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1

49074 Osnabrück