Tag der offenen Kunsthalle

 

Es ist tatsächlich schon wieder soweit – die Kunsthalle Osnabrück lädt ein zum Tag der offenen Kunsthalle! Diesmal unter dem Motto Hast Du Töne?

Sonntag, 2. Dezember 2018, von 12 Uhr bis 18 Uhr

Aktionen für Erwachsenen, Teens, Kinder und gaaaanz Kleine – und mit leckerem Imbiss!

 

 

Hast Du Töne, lieber William? Und wie viele! Der in den Niederlanden geborene und in Berlin arbeitende Künstler William Engelen lässt in seiner aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück mit dem Titel

Heute hat die Orgel wieder schön gespielt“ dieselbe erklingen, obwohl sie seit rund zweihundert Jahren gar nicht mehr zugegen ist.

 

Das klingt rätselhaft… und ist zugleich der Anlass, zum diesjährigen Tag der Offenen Kunsthalle, alle Angebote unter das Thema „experimentelle Ton- und Klangerzeugung“ zu fassen. Das Team der Vermittlung hat fünf Stationen mitten im Ausstellungsgeschehen arrangiert, an denen man Versuche zur Tonerzeugung machen kann. Denn ob der stärkste Ton, den die eigene Stimme zu erzeugen imstande ist, ob ein Wasserkonzert mit „Tropftönen“, eine lautstarke Äußerung der eigenen Meinung oder die Geräusche, die Katastrophen erzeugen - diesmal dreht sich alles um das Herstellen von Tönen.

Am besten versucht man sich übrigens im Team – denn die einzelnen Forschungsstationen sind dem generationsübergreifenden Vermittlungsprojekt PLAYING UP entlehnt, in dem sich meistens Erwachsene, Teens, Kinder und gaaaanz Kleine gemeinsam ins Performance-Abenteuer „Klang“ begeben. Dies sind unsere Angebote an alle Besucher dieses besonderen Tages:

 

 

 

Station 1

William Engelen

Notationen (2018)

 

Nicht alle Menschen können Noten lesen oder gar schreiben. Um gehörte Klänge aber zu Papier zu bringen, braucht es ja vielleicht auch nicht immer das Notenalphabet. Wie wäre es, genau auf William Engelens ungewöhnliche Kompositionen zu hören und die Töne, passend zu ihrer Länge oder Kürze, Höhe oder Tiefe, mit Punkten oder Strichen aufzuzeichnen. William Engelen nennt das Notationen. Zarte, kleine Notizen, die auf der langen Papierbahn, die im Kreuzgang bereit liegt, ein bisschen so aussehen, als seien 1000 Ameisen zu Besuch..

Stift geschnappt, einhören in die Klänge von Williams Partituren und so sieht’s vielleicht aus: ...-‚,;´ˋ:´…:;:…-ˋˋ*•^““‘..

 

 

 

Station 2

Marina Abramović

Freeing the Voice / Die Stimme befreien (1976)

 

Wann habt ihr das letzte Mal so laut geschrien, wie ihr könnt? Das ist bestimmt schon eine Weile her!? Meist hört man ja mit dem Schreien auf, wenn man kein Baby mehr ist... später lernt man, seine Stimme zu kontrollieren, bis schließlich gut zu entscheiden ist, was man wann und wie sagen möchte. Dabei ist eine Kontrolle schon deshalb wichtig, weil die individuelle Stimme viel von uns verrät, auch ohne Worte... In ihrer Performance Freeing the Voice hat die Künstlerin versucht, ihre Stimme viel unkontrollierter als sonst zu verwenden. Sie legte sich einfach auf den Boden und schrie solange sie konnte.

Lust auf ein Reenactment? Ist ganz einfach: stellt den Wecker auf 5 Minuten ein. Legt Euch auf eine der ausgebreiteten Yogamatten. Und nun schreit. Hört erst auf, wenn der Wecker klingelt.

 

 

 

Station 3

George Brecht

Drip Music/ Tropfenmusik  (1962)

 

Was haben Performance Kunst und Musik gemeinsam? Genau, sie sind vergänglich. Und zudem haben bildende Künstler schon früh alles Mögliche „ein Konzert“ genannt. Dafür haben sie manchmal mit Getöse ein Klavier zerstört. Oder sie haben gleich gar nicht auf Ihren Instrumenten gespielt und gemeinsam mit dem Publikum „nur“ genau allen anderen Geräuschen im Raum zugehört, Nase schnauben inklusive…

Der Künstler George Brecht hat die Tropfenmusik erfunden. Dabei stand er auf einer Leiter und hat mit ernster Miene Wasser aus einer Kanne in ein Gefäß geschüttet.

Auf geht‘s, selber ausprobieren! Schütten, gießen, wringen, tröpfeln, alles ist erlaubt. Psst - das Lauschen nicht vergessen!

 

 

Station 4

WIR, IHR, ALLE

Verschiedene Formen von Protest

(gestern, heute, morgen)

 

Kann man mit Performancekunst die Welt verändern? Was meint ihr? Die „Guerilla Girls“ haben jedenfalls mal eine Schneeballschlacht vor der New Yorker Börse arrangiert, zu der die Leute gegen die Bankster und umgekehrt angetreten sind... Sicher ist also, dass Performancekunst helfen kann, wenn man gegen etwas protestieren möchte: gegen die Macht von Banken, gegen zu wenig Schulferien oder für Gleichberechtigung… Die Kunst der Aktion ermöglicht allen, dem eigenen Standpunkt eine (laute) Stimme zu geben, mit anderen gemeinsam aufzutreten und vielleicht auch in Diskussion zu kommen.

Lust auf eine Guerilla-Demo? Wofür würdet ihr demonstrieren? Masken auf, Forderungen auf die Tafeln schreiben und los!

 

 

 

Station 5

Eva Meyer Keller / Sibylle Müller

Bauen nach Katastrophen (2007)

 

Kann man Katastrophen hören? Und wenn ja, wie hört sich ein Vulkanausbruch an? Eva Maria Keller hat dazu schon viele Experimente gemacht. Dann hat sie Kinder eingeladen, Katastrophen nachzubauen und vor einem erwachsenen Publikum zu präsentieren.

Wählt eine Katastrophe aus und baut eine Modellversion davon. Was genau zeigt euer Modell? Das Aussehen, die Dynamik, den Klang der Katastrophe? Oder sogar alle drei?


 

Die Kunsthalle Osnabrück bietet ein neues Vermittlungsprogramm an: „die Rakete“. Nun wurden drei „Raketen“ vorgestellt, die im Rahmen einer fast einjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Vermittlungsteam der Kunsthalle, dem technischen Mitarbeiter der Kunsthalle, dem Masterstudiengang Kunst und Kommunikation der Universität Osnabrück unter der Leitung von Professor Dr. Andreas Brenne sowie seiner Mitarbeiterin Nikola Dicke und den beiden Künstlern David Rauer und Joshua Sassmannshausen entstanden sind. mehr ...